Kleine Nager, große Probleme – warum schnelles Handeln wichtig ist
Nagetiere gehören mit über 2.500 Arten zu den erfolgreichsten Säugetieren der Welt. In Deutschland sind einige Arten heimisch, die als Schädlinge auftreten und es ordentlich in sich haben können. Ihr charakteristisches Merkmal sind die ständig nachwachsenden Nagezähne, die sie dazu zwingen, kontinuierlich zu nagen – ein Verhalten, das schnell problematisch wird, wenn sie im eigenen Haus oder Garten unterwegs sind. Was viele unterschätzen: Nager sind nicht nur lästig, sondern können erhebliche Schäden verursachen. Ihre Nagezähne durchdringen nahezu alle Materialien: Verpackungen, Isolierungen und Elektrokabel sind vor Nagern nicht sicher. Dazu vermehren sich die Tiere rasend schnell. Ein einziges Mäusepaar kann theoretisch innerhalb eines Jahres zu einer Population von über 2.000 Tieren anwachsen, wenn genügend Nahrung vorhanden ist. Deswegen sind Nager so erfolgreich:
- Hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume
- Extrem hohe Vermehrungsrate
- Allesfresser-Eigenschaften bei vielen Arten
- Intelligenz und Lernfähigkeit
- Nachtaktive Lebensweise erschwert Entdeckung
Die meisten Nager-Probleme beginnen harmlos: Ein paar Krümel hier, ein kleines Loch dort. Doch was als geringfügiger Befall startet, kann sich binnen weniger Wochen zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten suchen Nager verstärkt warme Unterschlüpfe und finden in beheizten Gebäuden ideale Bedingungen vor.
Wo Nager leben und wie sie sich verhalten
Hausmäuse (Mus musculus)
Die Hausmaus ist der häufigste Schadnager in deutschen Haushalten. Mit nur 15-20 Gramm Körpergewicht ist sie zwar klein, aber äußerst anpassungsfähig. Hausmäuse bevorzugen warme, trockene Orte und sind hervorragende Kletterer. Sie können durch Spalten von nur 6 mm Breite schlüpfen und bauen ihre Nester gerne in Isolierungen, zwischen Wänden oder in selten genutzten Schränken.
Typische Aufenthaltsorte:
- Küchen und Vorratsräume
- Dachböden und Zwischendecken
- Hinter Haushaltsgeräten
- In Möbeln und Polstern
Verhalten: Hausmäuse sind neugierig und erkunden aktiv ihre Umgebung. Sie markieren ihre Laufwege mit Urin und kehren immer wieder zu bewährten Routen zurück. Ein Weibchen kann bis zu 10 Würfe pro Jahr haben, mit jeweils 4-8 Jungen.
Wanderratten (Rattus norvegicus)
Wanderratten sind deutlich größer als Mäuse und können bis zu 500 Gramm wiegen. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und bevorzugen feuchte Umgebungen. Anders als oft angenommen, leben sie nicht nur in der Kanalisation, sondern auch in Kellern, Garagen und Gartenschuppen.
Typische Aufenthaltsorte:
- Keller und Untergeschosse
- Komposthaufen und Müllbereiche
- Schuppen und Garagen
- Uferbereiche von Gewässern
Verhalten: Wanderratten sind vorsichtiger als Mäuse und meiden neue Objekte zunächst. Sie leben in sozialen Gruppen und können sehr territorial sein. Ihre Nester bauen sie gerne in Erdlöchern oder unter Gebäuden.
Hausratten (Rattus rattus)
Hausratten sind seltener als Wanderratten, aber in manchen Regionen noch anzutreffen. Sie sind hervorragende Kletterer und bevorzugen höher gelegene, trockene Orte. Im Gegensatz zu Wanderratten haben sie einen längeren Schwanz und sind etwas kleiner.
Typische Aufenthaltsorte:
- Dachböden und obere Stockwerke
- Bäume und Kletterpflanzen
- Lagerhallen und Speicher
- Hafengebiete
Wühlmäuse (Arvicolinae)
Wühlmäuse leben hauptsächlich unterirdisch und sind an ihren charakteristischen Erdhügeln und Gangsystemen zu erkennen. Sie ernähren sich von Pflanzenwurzeln, Zwiebeln und Knollen und können in Gärten erhebliche Schäden anrichten.
Typische Aufenthaltsorte:
- Gärten und Grünflächen
- Obstgärten und Gemüsebeete
- Wiesen und Felder
- Parks und Friedhöfe
Verhalten: Wühlmäuse sind tagaktiv und leben in komplexen Gangsystemen. Sie können Pflanzenwurzeln vollständig abnagen und dadurch ganze Pflanzen zum Absterben bringen.
Unsere Nager-Bekämpfungsprodukte im Überblick
Wir habe für dich ganz verschiedene Produkte, um einen Befall durch verschiedene Schädlinge zurückzuschlagen. Hier ist eine Auswahl, zugeschnitten auf die verschiedenen Schädlinge, die dir begegnen könnten. Neben den aufgeführten Produkten haben wir noch viele verschiedene Fallen und weitere Repellente parat, um dich in deiner Schädlingsbekämpfung zu unterstützen.
Für Mäuse und Ratten
🐭 Mäuse-Abwehr-Spray: Unser Mäuse-Abwehr-Spray mit Geraniol wirkt durch seinen intensiven Duft abschreckend auf Mäuse. Das Spray eignet sich sowohl für den Innen- als auch Außenbereich und bietet eine gute Erweiterung zur herkömmlichen Bekämpfung mit Fallen. Anwendung: Direkt auf Laufwege, Eingänge und potenzielle Verstecke sprühen. Wirkeintritt: Sofortige Abschreckungswirkung, regelmäßige Auffrischung alle 2-3 Tage empfohlen.
🪤 Lebendfalle für Mäuse/Ratten: Geeignet für alle, die Nager lebend fangen und umsiedeln möchten. Die Falle funktioniert ohne Gift, kann mehrfach verwendet werden und lässt sich leicht mit einem Köder wie Erdnussbutter füllen. Anwendung: Mit attraktiven Ködern wie Nüssen oder Schokolade bestücken und an bekannten Laufwegen platzieren. Wirkeintritt: Je nach Aktivität der Nager, meist innerhalb von 1-3 Tagen.
Für Marder und größere Nager
🦫 Marderspray: Speziell entwickelt für die Abwehr von Mardern und anderen größeren Nagern. Enthält Zitronen-Eukalyptus und wirkt über den Geruchssinn. Anwendung: Auf Dachböden, in Garagen oder an Fahrzeugen anwenden. Wirkeintritt: Sofort- und Langzeitwirkung bis zu mehreren Wochen.
🦫 Marder-Stopp-Spray: Effektiver Schutz für dein Auto oder dein Haus. Der Geruch hält Marder fern und schützt dein Auto und Haus vor Schäden. Anwendung: Großflächige im Motorraum deines Autos oder an Zugangspunkten zu deinem Haus versprühen. Wirkeintritt: Langanhaltende Wirkung durch hohe Konzentration der Wirkstoffe.
🌱 Ratten, Marder & Nager Ex Granulat: Vielseitiges Granulat für die Bekämpfung verschiedener Nager-Arten. Schimmelfrei und regenfest, daher ideal für den Außenbereich. Anwendung: Trocken im Garten ausstreuen. Wirkeintritt: Erste Wirkung nach wenigen Stunden, Langzeitwirkung bis zu 2 Wochen.
Für Wühlmäuse und Maulwürfe
🌿 Maulwurf und Wühlmaus Vertreiber: Speziell für die Bekämpfung unterirdisch lebender Nager entwickelt. Wirkt mit Zitronen-Eukalyptus und bietet Langzeitwirkung bis zu 42 Tage. Anwendung: Direkt in die Gänge oder um betroffene Pflanzen streuen. Wirkeintritt: Erste Effekte nach 2-3 Tagen, vollständige Wirkung nach einer Woche.
Spezialprodukte
🦌 Arbin AF Dose: Wildabwehr: Effektive Abwehr vor Rehwild, Rotwild, Hasen, Kaninchen und Mardern. Besonders geeignet für Gärten und landwirtschaftliche Flächen. Anwendung: Strategisch um zu schützende Bereiche platzieren. Wirkeintritt: Sofortige Abschreckung, Langzeitschutz über mehrere Monate.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Hausmittel gegen Nager – was funktioniert wirklich?
Beliebte Hausmittel
Pfefferminzöl: Tatsächlich können starke ätherische Öle wie Pfefferminzöl Nager temporär abschrecken. Die Wirkung ist jedoch begrenzt und muss täglich erneuert werden. Für eine dauerhafte Lösung reicht es nicht aus.
Katzenstreu (gebraucht): Der Geruch von Katzenurin kann Mäuse abschrecken, da er auf einen natürlichen Feind hinweist. Die Wirkung ist jedoch unzuverlässig und nicht bei allen Nager-Arten effektiv.
Ultraschallgeräte: Können anfangs wirken, aber Nager gewöhnen sich schnell an die Geräusche. Zudem können die Töne auch Haustiere stören.
Mythen und unwirksame Methoden
Käse als Köder: Entgegen der landläufigen Meinung bevorzugen Mäuse und Ratten süße oder nussige Köder wie Schokolade, Erdnussbutter oder Nüsse. Käse ist nicht besonders attraktiv für sie.
Glas- oder Metallscherben: Völlig unwirksam und gefährlich. Nager können problemlos um Hindernisse herumlaufen und die Scherben stellen eine Verletzungsgefahr für Menschen und Haustiere dar.
Katzenhaltung als Allheilmittel: Während Katzen durchaus Mäuse fangen können, reicht ihre Anwesenheit allein nicht aus, um einen etablierten Befall zu beseitigen. Zudem jagen nicht alle Katzen aktiv.
Backpulver oder Gips: Diese Methoden sind nicht nur unwirksam, sondern auch tierschutzrechtlich bedenklich. Sie führen zu unnötigem Leid ohne zuverlässige Wirkung.
Nager-Befall vorbeugen – so hältst du sie fern
Bauliche Maßnahmen
- Zugänge versiegeln: Verschließe alle Spalten und Löcher ab 6 mm Durchmesser mit Stahlwolle, Drahtgitter oder speziellem Dichtungsmaterial. Besonders wichtig sind Bereiche um Rohre, Kabel und Lüftungsöffnungen.
- Vegetation kontrollieren: Halte Sträucher und Äste mindestens einen Meter vom Haus entfernt. Überhängende Äste bieten Ratten ideale Zugangswege zu Dachbereichen.
- Müllmanagement: Verwende fest verschließbare Mülltonnen und lagere sie möglichst weit vom Haus entfernt. Komposthaufen sollten regelmäßig umgesetzt und nicht mit Küchenabfällen befüllt werden.
Hygiene und Ordnung
- Lebensmittel sicher lagern: Bewahre alle Vorräte in fest verschließbaren Behältern aus Glas, Metall oder dickem Kunststoff auf. Pappe und dünne Plastikverpackungen bieten keinen Schutz.
- Regelmäßige Reinigung: Entferne Krümel und Essensreste sofort. Sauge regelmäßig unter Möbeln und Geräten, wo sich Nahrungsreste ansammeln können.
- Wasserquellen eliminieren: Repariere tropfende Wasserhähne und sorge für gute Belüftung in feuchten Bereichen. Nager benötigen täglich Wasser und werden von feuchten Stellen angezogen.
Garten und Außenbereich
- Ordnung halten: Entferne Laub- und Reisighaufen, die als Verstecke dienen können. Lagere Brennholz mindestens 50 cm vom Haus entfernt und 20 cm über dem Boden.
- Vogelfutter kontrollieren: Verwende Vogelfutterstationen mit Auffangschalen und reinige verschüttetes Futter täglich. Stelle die Fütterung ein, wenn du Nager-Aktivität bemerkst.
- Pflanzenschutz: Schütze Zwiebeln und Knollen mit engmaschigem Drahtgitter. Wühlmaus-gefährdete Pflanzen können in Drahtkörben gepflanzt werden.
Checkliste: Was tun bei Nager-Befall?
Sofortmaßnahmen (Tag 1-2)
Befallsart identifizieren: Kotspuren, Nagespuren und Laufwege untersuchen. Ausmaß feststellen: Alle betroffenen Bereiche dokumentieren. Lebensmittel sichern: Alle offenen Vorräte in sichere Behälter umfüllen. Erste Bekämpfungsmaßnahmen: Fallen aufstellen oder Spray anwenden. Zugänge lokalisieren: Mögliche Eingänge identifizieren und markieren.
Bekämpfungsphase (Tag 3-14)
Passende Produkte auswählen: Je nach Nager-Art und Befallsort. Strategisch platzieren: Fallen an Laufwegen und Verstecken positionieren. Laufwege mit Sprays oder Granulat abschreckend machen. Regelmäßig kontrollieren: Täglich Erfolg überprüfen und Mittel erneuern. Hygiene verstärken: Gründliche Reinigung aller betroffenen Bereiche und Entfernen von Essensresten. Dokumentieren: Fortschritte notieren für mögliche Nachbehandlung.
Nachsorge (ab Tag 15)
Zugänge versiegeln: Alle identifizierten Eingänge dauerhaft verschließen. Präventionsmaßnahmen: Langfristige Schutzmaßnahmen etablieren. Monitoring: Regelmäßige Kontrolle auf neue Aktivitäten. Umgebung anpassen: Attraktivitätsfaktoren wie Nahrungsquellen beseitigen. Bei Bedarf wiederholen: Nachbehandlung bei erneutem Befall.
Wann professionelle Hilfe nötig sein kann
- Starker Befall: Mehr als 10 Tiere oder großflächige Kontamination
- Wiederholter Befall: Problem kehrt trotz Behandlung zurück
- Gesundheitsrisiko: Befall in Küchen oder Lebensmittelbereichen
- Strukturelle Schäden: Nager haben Kabel oder Isolierungen beschädigt
- Unsicherheit: Du bist dir über die richtige Vorgehensweise unsicher
Weiterführende Informationen
Für detaillierte Informationen zu spezifischen Nager-Arten und deren Bekämpfung besuche unseren Ratgeber-Bereich. Dort findest du ausführliche Artikel zu:
- Mäuse & Ratten Ratgeber: Detaillierte Informationen zur Unterscheidung und Bekämpfung
- Marder Ratgeber: Spezielle Tipps für Marder-Probleme
- Wühlmaus Bekämpfung: Alles über unterirdische Nager im Garten
Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2025
Autor: Patricia Titz, Silberkraft Expertenteam
Dieser Ratgeber wurde von unserem Expertenteam auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und jahrelanger Praxiserfahrung erstellt.