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Zwei Zimmerpflanzen in Töpfen

Trauermücke bekämpfen – Hausmittel und Nützlinge als perfekte Maßnahme

Können Trauermücken stechen und dabei Krankheiten übertragen?

Trauermücken sind wahrlich lästige Tierchen. In der Regel gelangen sie vollkommen unbemerkt in der Erde von Zimmerpflanzen ins Haus oder in die Wohnung. Werden sie das erste Mal wahrgenommen, ist es oft schon zu spät und die winzigen Insekten haben sich bereits ins Unermessliche vermehrt. Um die Zimmerpflanzen zu retten, muss nun schnellstens gehandelt werden, denn von allein verschwinden Trauermücken nicht. Giftige Insektenvernichtungsmittel, die für Mensch und Haustier gefährlich und gesundheitsschädlich sein können, braucht es hierfür jedoch nicht. Es geht auch ohne!

Was sind Trauermücken?

Schwirren beim Gießen der Zimmerpflanzen kleine dunkle Insekten herum, dann liegt ganz klar ein Befall durch die Trauermücke vor.

Aussehen

Trauermücken (Sciaridae zählen zu den Zweiflüglern (Diptera). Die winzigen Fliegen sind ebenfalls unter dem Namen Trauerfliegen bekannt und treten meistens in großen Populationen auf. Sie werden zwischen ein bis sieben Millimeter groß, haben einen schmalen Körperbau, lange Beine und Fühler sowie zwei Flügel. Ihr gesamter Körper besitzt eine schwarze Farbgebung. Diese äußere Gegebenheit ist für den Namen der Insekten verantwortlich. Auf den ersten Blick kann man sie schnell mit den ebenfalls sehr unangenehmen Fruchtfliegen verwechseln. Beim genaueren Hinsehen fällt dem Betrachter jedoch auf, dass Trauermücken beim Fliegen wie betrunken hin und her taumeln. Dies liegt daran, dass sie trotz ihrer Flügel keine besonders guten Flieger sind und ihre Mobilität dadurch äußerst eingeschränkt ist. Auch die unbehaarten, grauweißen Larven der Trauermücke besitzen einen schlanken Körperbau. Sie erreichen eine Größe von circa sieben Millimeter. Auffallend ist ihre schwarze Kopfkapsel.

Vorkommen und Lebensraum

Trauerfliegen sind überaus anpassungsfähig und aufgrund dessen auf der ganzen Welt beheimatete. Ungefähr 1800 Unterarten existieren rund um den Globus und 600 Arten davon in Europa. Die Verbreitung der Zweiflügler ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So findet sie hauptsächlich auf dem passiven Wege statt: Verdriftungen durch den Wind oder Schwemmholz sind die häufigste Ursache. Aber ebenfalls der weltweite Handel mit Blumenerde und Torf trägt zu einer globalen Verbreitung bei. Trauermücken loswerden_Hausmittel Trauermücken bevorzugen feuchte Lebensräume. In der Natur halten sie sich deshalb gerne in Wäldern, Mooren oder in Wiesenlandschaften auf. Dort leben sie unter herabgefallenem Laub oder vermodernden Pflanzen, von denen sie sich ebenfalls ernähren. Aufgrund dieser Tatsache zählen besonders die Trauermückenlarven zu den wichtigsten laubzersetzenden Organismen in unserem Ökosystem und sind darum in der freien Natur sehr nützliche Tierchen. Zum Problem werden Trauermücken, wenn sie in den kälteren Monaten des Jahres zum Überwintern die Nähe des Menschen suchen und unsere Topfpflanzen oder Pflanzen im Gewächshaus befallen. Dort halten sie sich in der feuchten Pflanzenerde auf und können aufgrund ihrer schnellen Vermehrung sowie ihres Fressverhaltens große Schäden anrichten.

Fortpflanzung

Adulte Trauermücken werden nur wenige Tage alt. In dieser kurzen Zeitspanne ernähren sie sich ausschließlich von Flüssigkeiten und pflanzen sich fort. Ein einziges Weibchen sorgt für circa 200 Nachkommen. Ihre fast durchsichtigen Eier legt sie überwiegend im feuchten Boden ab. Sind die Lebensbedingungen optimal und die Erde ist gut durchfeuchtet, kommt es bereits nach einer Woche zum Schlupf. In diesem Entwicklungsstadium sind die Larven der Trauermücken circa 7 Millimeter groß, von weißer bis hellgrauer Farbe und sehr gut in der feuchten Erde zu erkennen. Ein besonderes Merkmal ist ihr vollständig ausgebildeter schwarzer Chitinkopf.
Einige Tage später verpuppen sich die Larven und wechseln ihre Farbe von weiß zu bräunlich-gelb. Drei Wochen später schlüpfen die erwachsenen Trauermücken und fangen sofort an, sich zu vermehren.
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  • Trauermücken – Nützling oder Schädling?

    In Wald und Flur ernähren sich die winzigen Larven der Trauermücken hauptsächlich von organischen Materialien wie zum Beispiel Pilzen, Laub und Baumrinde. Wie bereits erwähnt sind sie aufgrund dessen sehr nützlich für unser Ökosystem. Sind die klimatischen Verhältnisse günstig, kann es in manchen Jahren zu Überpopulationen kommen. Die Tiere konnten sich aufgrund dessen so stark vermehren, dass man in den Wäldern von Mai bis Juni Meter lange Larven-Karawanen beobachten kann. Genau aus diesem Grund sind die kleinen Würmer ebenfalls unter dem Namen Heerwurm bekannt. Des Weiteren sind Trauermücken ebenfalls eine beliebte Nahrungsquelle für viele Vögel, Spinnentiere und Raubinsekten, was sie ebenfalls zu einem wichtigen Mitglied in unserem Ökosystem macht.

    Welchen Schaden richten Trauermücken im Haus oder in der Landwirtschaft an?

    So nützlich die Insekten in der freien Natur auch sind: Gelangen sie in die Innenräume des Menschen und befallen Zimmerpflanzen, gelten sie als Schädlinge und können bei einem Massenbefall dafür sorgen, dass Topfpflanzen verkümmern oder sogar absterben.
    Dasselbe Problem gilt für die Landwirtschaft. Insbesondere Gewächshäuser, in denen ein feuchtes Klima herrscht, werden immer wieder von Trauermücken heimgesucht. Die Wurzeln sowie Teile von Gemüse- sowie Zierpflanzen oder Pilzkulturen werden von den winzigen Larven angefressen, was zur Folge hat, dass die Keimlinge oder ebenfalls die gesamte Nutzpflanze verkümmert. Ein wirtschaftlicher Schaden für den Bauern ist leider oft die Folge eines Trauermückenbefalls.

    Trauermücken – besteht eine Gefahr für den Menschen und seine Haustiere?

    Für den Menschen und seine Haustiere sind Trauermücken sowie die Larven der Zweiflügler ungefährlich. Denn erstens besitzen sie keinen Stachel wie die Stechmücke und zweitens übertragen sie keine gefährlichen Krankheiten. Kommt es zu einem massiven Befall an Orten, an denen Menschen mit einem schwachen Immunsystem leben wie beispielsweise einem Krankenhaus oder Altenpflegeheimen, ist dennoch Vorsicht geboten. Der Auslöser einer Gesundheitsgefahr sind dann aber nicht die Trauermücken an sich, sondern die feuchte Erde der Zimmerpflanzen, auf der sich Schimmel bilden kann, dessen Ausdünstungen die Atemluft negativ belastet. Um dies zu verhindern und die Zimmerpflanzen vor einem Massenbefall zu bewahren, sollte bei den ersten Anzeichen sofort gehandelt werden.

    Trauermücke – Eier durch Hitze abtöten!

    Aufgrund der Tatsache, dass die Eier der Trauermücken vielfach bereits mit der Blumenerde eingeschleppt werden, besteht die Möglichkeit diese vor dem Gebrauch zu sterilisieren. Hierfür wird die Erde bei hoher Temperatur im Ofen, der Mikrowelle oder in der Sauna für circa zehn Minuten erhitzt. Jedoch ist diese Methode bei den Gärtnern sehr umstritten. Denn nicht nur die Insekten sind danach abgestorben. Auch sämtliche Mikroorganismen, welche essentiell für ein gesundes Wachstum der Zimmerpflanze ist, sind nach dieser Behandlung tot. Hobbygärtner, denen diese Bekämpfungsmaßnahme etwas zu aggressiv ist, können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, auf folgende Methoden zurückgreifen.
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