Ameisenkönigin erkennen - so gelingt es!

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Ameisenkönigin erkennen - so gelingt es!

Die Ameisenkönigin - das Oberhaupt, dass die Ameisenkolonie am Leben hält

Ameisenkolonien sind sehr komplex aufgebaut. Sie bestehen aus einer oder mehrerer Ameisenköniginnen, der Brut, Arbeiterinnen, Soldatinnen und männlichen Ameisen. Ein Ameisenstaat kann jedoch nur entstehen, wenn Jungköniginnen befruchtet werden und einen Staat gründen. Je nach Ameisenart sucht sie sich nun einen Platz für ihr Ameisennest oder geht zurück zu ihrem alten Staat, um dort ihre Brut aufzuziehen. Was aber macht die Königin so besonders?

Ameisenkönigin mit Flügeln

Wie ist ein Ameisenstaat aufgebaut?

Neben der Ameisenkönigin, ohne der eine Ameisenkolonie gar nicht entstehen kann, gibt es noch weitere Ameisen, die den Staat komplett machen. 

  • Zu oberst steht die Ameisenkönigin
  • Die Arbeiterinnen sind zur Aufzucht der Brut und zur Nahrungsbeschaffung da
  • Die Soldatinnen beschützen das Ameisennest vor anderen Ameisenarten und Fressfeinden
  • Die Männchen, die nur zur Befruchtung der Königin da sind 

Alle Ameisen einer Art leben in einem komplexen Ameisennest zusammen. Die Arbeiterinnen sind die größte Gruppe in einer Ameisenkolonie. Sie kümmern sich um die Versorgung des Staates und der Brut. Meistens leben Arbeiterinnen etwa zwei Jahre, bevor sie absterben.

Männchen, Soldatin, Arbeiterin - wer übernimmt welche Aufgabe?

Die Ameisenmännchen übernehmen im Ameisennest keine Aufgabe und haben einzig die Aufgabe, eine Jungkönigin zu befruchten. Sie entstehen aus unbefruchteten Eiern, besitzen Flügel und sterben nach dem Geschlechtsakt ab. 

Soldatinnen sind große Arbeiterinnen, die die Verteidigung des Nestes zur Hauptaufgabe haben. Interessanterweise können unbefruchtete Jungköniginnen auch zu Soldatinnen werden - sie schulen so gesehen um: Nun sind sie zur Verteidigung und Nahrungsbeschaffung ihrer Mutterkolonie da. 

Ameisenköniginnen sind immer die Oberhäupter einer Ameisenkolonie und können als einzige befruchtete und unbefruchtete Eier ablegen. Sie besitzen vor der Befruchtung Flügel, die sie nach der Befruchtung abstreifen. Je nach Ameisenart können sie bis zu 20 Jahre alt werden. Von anderen Ameisen sind sie gut an ihrer Größe zu unterscheiden. Eine Ameisenkönigin ist im Durchschnitt 20-mal so groß wie eine Arbeiterin. Darüber hinaus hat sie einen stark ausgeprägten Thorax und Flügel - nach der Befruchtung bleiben Flügelstummel übrig, die gut sichtbar sind. 

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Ameisenkönigin - Größe und Rolle

Warum eine Ameisenkönigin größer ist als ihre Untertanen ist, liegt vor allem an den Flügeln. Diese wachsen aus dem Thorax der Königin, wodurch dieser im Vergleich zu Arbeiterinnen deutlich ausgeprägter ist. 

Zusätzlich dazu haben Ameisenköniginnen Samentaschen, in denen sie das Sperma der männlichen Ameisen aufbewahren. So können sie immer wieder Eier neu befruchten - Ameisenköniginnen paaren sich nämlich nur einmal in ihrem gesamten Leben. Der Vorrat an Sperma muss also für ihr gesamtes Leben ausreichen: Sie ist die Einzige, die den Fortbestand der Art sichert. Pro Tag kann eine Königin 50 bis 100 Eier legen. 
Die Ameisenkönigin kann darüber hinaus ungehorsame Ameisen ihres Staates bestrafen. Dazu markiert sie die betroffene Ameise mit ihrem Sekret. Da Ameisen über Duftstoffe miteinander kommunizieren, können andere Ameisen nun die in Ungnade gefallene Ameise erkennen und meiden. 

Ameisenkönigin - der Hochzeitsflug und die Begattung

Eigentlich leben Ameisen am Boden, einzig die Männchen und die noch nicht befruchteten Jungköniginnen haben Flügel. Mit denen begeben sie sich auf den sogenannten Hochzeitsflug. Spannenderweise hat jede Ameisenkönigin nur einmal in ihrem langen Leben einen Hochzeitsflug, auf dem sie begattet wird. Sie besitzt daher Samentaschen, in denen sie die Millionen Samenzellen, die beim Geschlechtsakt auf sie übertragen werden, aufbewahren kann. 

Der Hochzeitsflug findet in der Luft und abseits des Ameisennestes statt. Sobald es wärmer wird, begeben sich die geschlechtsreifen Jungköniginnen sowie die Männchen auf den Flug. 

Nach der Begattung hat die Königin nun mehrere Möglichkeiten, ihren eigenen Staat zu gründen. Entweder, sie parasitiert einen anderen Ameisenstaat, geht zurück zu ihrem Mutterstaat oder aber sie gründet ihren eigenen Staat, indem sie ein Ameisennest anlegt. 
Bis in den Herbst hinein legt die Ameisenkönigin nun regelmäßig Eier ab - manche Arten schaffen bis zu 300 Eier am Tag, andere wiederum nur 100 Eier. 

Gibt es nur eine Ameisenkönigin?

Die meisten Ameisenköniginnen bauen sich ihren eigenen Staat auf, jedoch gibt es auch solche, die mit anderen Ameisenköniginnen in einem Ameisennest zusammenleben. Dies hängt jedoch von der Ameisenart ab sowie den äußeren Bedingungen. Sogenannte Supernester, bei denen mehrere Ameisennester in unmittelbarer Nähe zueinander gebaut sind, sind alle auf ein Hauptnest zurückzuführen. Ist es der Fall, dass mehrere Königinnen in einem Nest zusammen leben, so legt jedoch nur eine von ihnen Eier. Die anderen Königinnen werden von dieser Königin nur geduldet. 

Wie überwintern Ameisenköniginnen?

Ameisenköniginnen leben bis zu 20, wenn nicht sogar 25 Jahre. Wie aber überwintern sie? Viele Insekten leben nur den Sommer über und sterben im Herbst bzw. Winter. 
Ameisen hingegen sind wechselwarme Insekten und halten Winterruhe. Diese ist, wie bei Säugetieren, abhängig von der Außentemperatur sowie dem Lichteinfall. Während der Winterruhe fährt der Stoffwechsel der überwinternden Ameisenkönigin herunter, sodass sie sich kaum noch bewegt. Da das Ameisennest so gebaut ist, dass im Inneren die Wärme besser gespeichert wird, überwintern Ameisenköniginnen sowie ihre Arbeiterinnen, die bis zu zwei Jahre alt werden können, im Inneren des Ameisennestes. Dort verharren sie, bis die Temperaturen wärmer und die Tage wieder länger werden. 

Bei vielen Ameisenarten können sogar die Larven überwintern. Sie halten während des Winters in ihrer Entwicklung inne und entwickeln sich erst im Frühjahr weiter. So wird das Überleben des Staates auf lange Zeit gesichert. 

Quellen und hilfreiche weiterführende Links

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Wie bildet sich eine Ameisenkolonie?

Eine befruchtete Jungameise sucht sich entweder einen neuen Platz zum Bau ihres Ameisennests oder nutzt andere Arten, um ihre Eier abzulegen. Daraufhin schlüpfen Larven, aus denen sich Arbeiterinnen entwickeln, die sich um die Aufzucht der Brut kümmern. Aus unbefruchteten Eiern entstehen Ameisenmännchen, die zur Fortpflanzung gebraucht werden, jedoch keine weitere Funktion erfüllen.

Welche Ameisen sind geflügelt?

Es gibt keine rein geflügelte Ameisenart. Vielmehr sind Ameisen geflügelt, wenn sie fortpflanzungsbereit sind. Die Königin und die geflügelten Männchen paaren sich oftmals in der Luft.

Gibt es gefährliche Ameisenarten?

Ja, es gibt auch in Deutschland gefährliche Ameisenarten. Da Ameisen jedoch für den Menschen nicht tödlich sind, geht von ihnen keine lebensbedrohliche Gefahr aus.

Wieviel Ameisenarten gibt es?

Auf der ganzen Welt gibt es über 13.000 verschiedene Ameisenarten, in Deutschland etwa 100 verschiedene Arten.

Sind Ameisen nützlich?

Ja, Ameisen sind sehr nützlich. Sowohl im Wald, als auch im Garten erfüllen sie zahlreiche sinnvolle Aufgaben. Sie tragen dazu bei, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt und erzeugen eine überwältigende Menge an Biomasse. Außerdem sorgen sie dafür, dass viel Waldhonig produziert werden kann. Waldhonig wird aus den Ausscheidungen der Blattläuse hergestellt - Ameisen melken die Blattläuse, um an den sogenannten Honigtau zu kommen.