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Blattwanzen schlüpfen aus dem Ei

Wanzen bekämpfen - diese Mittel helfen gegen lästige Blattwanzen!

Ungenießbare Früchte? Blattwanzen können schuld daran sein!

Insgesamt gibt es schätzungsweise 40.000 verschiedene Wanzenarten auf der Welt - 1.000 davon kommen allein in Deutschland vor. Die Bettwanze ist dabei die Wanzenart, die die unangenehmsten Folgen für den Menschen hat. Die Grüne Stinkwanze jedoch, die bei Berührung ein übelriechendes Sektret absondert, ist vor allem im Winter in einigen Regionen inzwischen Dauergast in Häusern und Wohnungen. Allerdings sind auch Blattwanzen immer wieder Grund für verärgerte Gärtner: Lochfraß, verkümmerte Blüten und ungenießbare Früchte zeugen von einem Blattwanzenbefall. Wir zeigen, wie man Blattwanzen schnell bekämpfen kann.  Nahaufnahme einer braunen Blattwanze

Blattwanzen - Informationen und Hintergrundwissen

Biologisch gesehen gehören Blattwanzen zu den Weichwanzen, der artenreichste Familie der Wanzenarten. Im Gegensatz zu anderen Wanzenarten, die im adulten Zustand überwintern, verbleiben Blattwanzen im Eistadium, um erst im nächsten Frühjahr zu schlüpfen. Der Name “Weichwanze” bezieht sich darauf, dass Blattwanzen im Vergleich zu anderen Wanzenarten weichhäutig sind. Problematisch sind Blattwanzen, da aufgrund der Ernährungsweise - sie saugen Pflanzensäfte mit ihrem Saugrüssel - Viren und Bakterien in die Wirtspflanze gelangen können und dort Sekundärschäden verursachen. 
Blattwanzen sind nicht wählerisch, wenn es ums Fressen geht: Sie stechen ihre Rüssel nicht nur in Blätter, sondern auch in junge Triebe, Knospen und Früchte, weshalb sie zu den Schädlingen gehören. 
Warme und trockene Temperaturen bevorzugen Blattwanzen, um sich zu vermehren, sodass sie in besonders warmen Jahren schnell zu einer regelrechten Plage werden können. 

Aussehen von Blattwanzen

Blattwanzen können unterschiedliche Färbungen haben. Um sie von anderen Wanzen zu unterscheiden, gibt es jedoch einige Merkmale, an denen man sich orientieren kann.
Adulte Blattwanzen haben sehr deutlich sichtbare Flügel. Der Kopf besitzt einen deutlich sichtbaren Rüssel und keinerlei Kau- oder Beißwerkzeuge. Die Fühler von Blattwanzen sind oftmals viergliedrig. Der Rumpf ist sehr flach und hat eine durchschnittliche Länge von neun bis zwölf Millimetern. 
Im Frühjahr sind Blattwanzen sehr kräftig gefärbt. Sie sind leuchtend grün und haben rötliche Vorderflügel. Blickt man von oben auf den Körper von Blattwanzen, kann man charakteristische dunkle Punkte erkennen. 

Vorkommen von Blattwanzen

Blattwanzen tummeln sich überall dort, wo viel Sonneneinstrahlung herrscht. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort sind Gebüsche sowie Bäume, wie Birken, Weißdorn oder auch Erlen. An jungen Trieben und frischen Blättern kann man sie relativ leicht erkennen, da sie diese bevorzugt als Nahrungsplatz aufsuchen. 

Blattwanzen Eier und Fortpflanzung

Die Fortpflanzung von Blattwanzen erfolgt im Frühjahr. Durchschnittlich legt ein Blattwanzenweibchen 100 Eiern. Zwischen Juni und August schlüpfen daraufhin die Nymphen, die sofort mit der Nahrungsaufnahme beginnen, um sich weiterzuentwickeln - dabei häuten sie sich mehrmals, bis sie zu ausgewachsenen Blattwanzen werden. 
Einige Blattwanzenarten betreiben regelrecht Brutpflege und bewachen Eier und Jungtiere vor Fressfeinden. 

Fressverhalten von Blattwanzen

Blattwanzen, die in Deutschland vorkommen, bevorzugen vor allem süße Pflanzensäfte, holen sich die Nahrung aber auch aus Blättern und Gehölzen - je nachdem, welche Pflanze für sie gerade verfügbar ist. 
Diese Pflanzen werden bevorzugt von ihnen befallen:
  • Apfel-, Birnbäume
  • Paprika, Bohnen
  • Beerenobst wie Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren
  • Kohlpflanzen
  • Kartoffelpflanzen
  • Bäume wie Erlen und Linden - hier sind es vor allem die jungen Triebe und Knospen, die Blattwanzen anziehen

So erkennt man einen Blattwanzenbefall!

Blattwanzen hinterlassen sehr charakteristische Spuren an den Pflanzen, die sie von Blattläusen leicht unterscheiden.  Pflanzen, von denen der Saft gesaugt wurde, haben oftmals verkümmerte Blüten und eingetrocknete Triebspitzen. Wurde an Knospen gesaugt, so öffnen sich diese gar nicht oder nur halb. Ebenfalls deutet Lochfraß an Blättern und jungen Trieben auf einen Blattwanzenbefall hin. Einige Einstichstellen von Blattwanzen verfärben sich  an Trieben und Blättern darüber hinaus bräunlich. Trägt die Pflanze Früchte, die von Blattwanzen befallen wurden, so werden diese ungenießbar. Blattwanzen verströmen (ähnlich wie Grüne Stinkwanzen) ein intensiv riechendes Sekret, dass vom Geruch her an Koriander erinnert. 
All diese Symptome sind vor allem an warmen und trockenen Tagen ein sicheres Indiz für einen Blattwanzenbefall. 

Wanzen in der Wohnung und im Haus - was tun?

Leider beschränken sich Blattwanzen nicht nur auf die Pflanzen im Garten, sondern können durch geöffnete Türen und Fenster auch in Häuser und Wohnungen gelangen. 
Sollten Sie Blattwanzen bei sich entdecken, müssen Sie schnell handeln - eine einzige Wanze kann für unzählige Nachkommen sorgen! Die Wanze kann mit einem Glas und einem Blatt Papier, das man unter die Öffnung des Glases schiebt, eingefangen und wieder nach draußen transportiert werden. Hierbei bitte darauf achten, dass man die Wanze nicht quetscht. Sobald sie sich bedroht fühlen, sondern die Wanzen nämlich ihr übelriechendes Sekret ab. Da sich die Wanzen im Inneren befinden, muss auf die Anwendung von schädlichen und chemischen Insektiziden verzichtet werden, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden. 
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  • Blattwanzen bekämpfen

    Blattwanzen zieht es vor allem bei kalten Temperaturen ins Warme. Lässt man die Wanzen in Ruhe, so vermehren sie sich schnell und können Krankheiten auf Pflanzen übertragen. Je nach Wanzenart, können sie bis zu einem Jahr alt werden und viele Nachkommen produzieren. Einige Mittel, die gut gegen Blattwanzen helfen, findet man im eigenen Haushalt. Chemische Mittel sollten nicht die erste Wahl zur Bekämpfung sein. Es gibt umweltfreundlichere Hausmittel, die Wanzen im Garten und in der Wohnung zuverlässig vertreiben.

    Diese Mittel bitte nur im äußersten Notfall anwenden!

    Insektizide

    Nur im äußersten Notfall und bei einem unkontrollierbaren Wanzenbefall sollten chemische Mittel eingesetzt werden. Diese können nicht nur die Wanzen, sondern auch andere, nützliche Insekten schädigen und töten und machen Obst und Gemüse ungenießbar. 

    Paraffinöl 

    Immer wieder liest man von Paraffinöl. Dieses Mittel ist jedoch nicht nur wirksam gegen Blattwanzen, sondern auch tödlich für Marienkäfer und andere Nützlinge. Bei Nutzpflanzen sollte man auf ein anderes Mittel zurückgreifen, da die Früchte und Gemüsesorten nach einer Behandlung mit Paraffinöl nicht mehr verzehrt werden sollten
    Paraffinöl verstopft beim Kontakt mit Wanzen und anderen Insekten deren Atemwege, wodurch die Insekten absterben. 

    Wirkungsvolle Hausmittel gegen Blattwanzen

    Neemöl

    Neemöl ist ein natürliches, pflanzliches Produkt, welches eine ähnliche Wirkung hat wie Paraffinöl. Im Kontakt mit Wanzen verklebt es deren Atemwege und tötet sie ab. Da jedoch nützliche Insekten wie Marienkäfer und Bienen keinerlei Beeinträchtigung durch Neemöl haben, ist es eine gute Alternative zum Paraffinöl Bei der Anwendung sind folgende Punkte zu beachten:
    1. Neemöl nicht auf nassen Pflanzen anwenden - das Öl perlt wirkungslos ab
    2. Bitte nur bei bewölktem Himmel anwenden - die Pflanze kann sonst durch direkte Sonneneinstrahlung Sonnenbrand bekommen.
    3. Die Dosierungsanleitung des Herstellers muss unbedingt beachtet werden.
    4. Das Neemöl mehrmals auf die Schädlinge und die Larven aufsprühen - am besten ist eine tägliche Anwendung bei einem starken Befall.

    Seifenlauge

    Seifenlauge zählt zu den Klassikern in der Schädlingsbekämpfung. Die Mischung aus Seife und Wasser verschließt die Atemwege der Schädlinge und lässt sie ersticken. Die beste Wirkung erzielen Spülmittel und Schmierseife, die man mit Wasser aufgießt.
    • 1 Liter Wasser mit 200 Milliliter Schmierseife oder Spülmittel mischen
    • gut umrühren, damit sich Seife/Spülmittel gut auflöst/verteilt
    • Lauge in Sprühflasche füllen
    • mehrmals täglich betroffene Pflanzen/Blattwanzen flächendeckend einsprühen
    Achtung: Einige Pflanzen reagieren empfindlich auf Seifenlauge. Daher bitte zunächst an einer unauffälligen Stelle testen, ob die Pflanze negativ auf die Behandlung reagiert. 

    Rhabarbersud

    50 Gramm getrocknete Rhabarberblätter mit 500ml heißem Wasser aufgießen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die Blätter mit einem Sieb abgießen und in eine Sprühflasche füllen. Nun mehrmals täglich die Blattwanzen tropfnass einsprühen. Der Sud soll bewirken, dass Blattwanzen innerhalb einer Woche absterben

    Geraniol

    Der von der Natur inspirierte Wirkstoff Geraniol hat sich in der Bekämpfung von Blattwanzen bewährt. Mittlerweile ist er in der Schädlingsbekämpfung nicht mehr wegzudenken, da die Wirksamkeit mit der von chemischen Produkten zu vergleichen ist. Das Silberkraft Stinkwanzenspray kann als Repellent oder als Kontaktinsektizid eingesetzt werden. Kommt die Blattwanze direkt mit dem Spray in Kontakt, so stirbt sie innerhalb von 48 Stunden ab. So kann man auf Permethrin und DEET verzichten. 

    Blattwanzen effektiv vorbeugen

    Natürlicherweise möchte man sich am liebsten gar nicht mit dem Thema der Schädlingsbekämpfung auseinander setzen müssen. Daher kann man einige vorbeugende Maßnahmen durchführen, die eine Wanzenplage vermindern können. Hierzu eignen sich zur Eindämmung von Blattwanzen folgende Vorgehensweisen:
    • Images im Frühjahr regelmäßig absammeln und entsorgen.
    • Regelmäßige Kontrollen der Pflanzen vor allem während warmen Temperaturen durchführen.
    • Pflanzen regelmäßig bewässern und den Boden feucht halten. 
    • Regelmäßig Beete jäten.
    • Nützlinge wie Vögel und Kröten im Garten ansiedeln, bieten Sie diesen Nistplätze und Unterschupf an.

    Quellen und weiterführende Links

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