Blattläuse erkennen - 11 Tipps zum Entfernen der Schädlinge

Silberkraft Läuse, Kopfläuse & Staubläuse
Blattläuse erkennen - 11 Tipps zum Entfernen der Schädlinge

Nach den kalten Monaten freut sich der (Hobby-) Gärtner besonders auf die Pflanzzeit im Frühjahr. Die gute Stimmung kann jedoch getrübt werden, sollte man viele dunkle Punkte, die sich bewegen, auf und unter den Blättern von Pflanzen entdecken. Die Rede ist von Blattläusen. Weder im Garten noch in der Wohnung hat man die kleinen lästigen Schädlinge gern. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, Blattläuse langfristig und dauerhaft zu entfernen.

Ameisen und Blattläuse an einem Pflanzenstiel

Was sind Blattläuse?

Blattläuse (Aphidoidea) gehören zur Gattung der Röhrenblattläuse. In Mitteleuropa finden sich über 800 verschiedene Arten, die zu den häufigsten Schädlingen im Garten gehören. Blattläuse sind stechend-saugende Schädlinge, die den Pflanzensaft aus den Pflanzenbestandteilen saugen. Ameisen erfreuen sich an den süßen Ausscheidungen der Blattläuse und beschützen diese daher. Hat man Blattläuse im Garten entdeckt, sollte man unbedingt auch gegen Ameisen vorgehen und sie beispielsweise mit Kieselgur, fossilen Schalen abgestorbener Kieselalgen, bekämpfen. Die Wirkung von Kieselgur ist rein mechanisch, das Puder trocknet Schädlinge aus, sobald sie über das Puder krabbeln und unschädlich für Pflanzen. 

Blattläuse sind ein bis zwei Millimeter groß und können unterschiedliche Farben haben. Es gibt schwarze, rote, gelbe, weiße, braune und grüne Blattlausarten, die sich sehr schnell vermehren können. Tückisch an Blattläusen ist, dass sie mutieren können. So gibt es Blattläuse mit Flügeln und Blattläuse ohne. 

Die kleinen Läuse sitzen meist dicht gedrängt an Pflanzentrieben oder unter Blättern, wodurch man sie relativ leicht mit dem bloßen Auge erkennen kann. Weibchen legen Eier ab, die im Garten überwintern können und im Frühjahr, sobald es wärmer wird, schlüpfen. Daher geht die Blattläusesaison von Frühjahr bis zum Herbst, wenn es wieder kälter wird. 

Zur Fortpflanzung brauchen Weibchen nicht zwingend Männchen - Blattläuse sind parthenogen. Weibchen können aus unbefruchteten Eizellen Nachkommen entstehen lassen, indem sie sich selbst klonen. Bis zu fünf neue Läuse können Weibchen pro Tag generieren.

Was bedeutet ein Blattlausbefall für die Pflanze?

Haben Blattläuse einmal eine Pflanze befallen, kann dies Folgen haben. Die Pflanze wird durch den Schädling geschwächt, der ihr den Pflanzensaft entzieht. Geschwächte Pflanzen ziehen weitere Schädlinge an, was im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanze führen kann. Darüber hinaus können Blattläuse Viren übertragen, was in Obstgärten zu großen Schäden führen kann. Tun sich sehr viele Blattläuse an der Pflanze gütlich, können ganze Pflanzenteile durch die Strapazen absterben. Problematisch ist, dass Blattläuse vom saftigen Grün der Pflanzen angezogen werden. Daher wird empfohlen, rotlaubige Pflanzen grünen Pflanzen vorzuziehen. 

Wie erkennt man einen Blattlausbefall?

  • Kümmerwuchs von Trieben 
  • Plötzlich gekräuselte Blätter 
  • Verfärbte Blätter, die nicht zur Jahreszeit passen
  • Vertrocknete Blätter 
  • heruntergefallene Blätter, die nicht zur Jahreszeit passen

Hat man Blattläuse im Garten oder auf einer Pflanze festgestellt, stellt sich nun die Frage, wie man diese schnell und gründlich entfernen kann. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann Nützlinge einsetzen, Blattläuse per Hand entfernen oder Hausmittel im Kampf gegen Blattläuse einsetzen.

Nützlinge können Blattläuse entfernen

Marienkäfer

Ein für uns niedlicher Fressfeind der Blattlaus ist der Marienkäfer. Jeder Käfer frisst im Laufe seines kurzen Lebens mehrere tausend Blattläuse. Auch Larven der Marienkäfer sind empfehlenswert, fressen diese pro Tag bis zu 800 Blattläuse. 

Florfliegenlarve

Die Larven der Florfliege können ab milderen Temperaturen von 12°C eingesetzt werden. Sie ernähren sich von Blattläusen und fliegen, sobald sie ausgewachsen sind, fort. Florfliegenlarven sind vor allem in Gewächshäusern sinnvoll, da sie in der feuchten Umgebung gut zurecht kommen. 

Schlupfwespen

Schlupfwespen sind vielseitige Nützlinge, die man gegen Kleidermotten und Blattläuse problemlos einsetzen kann. Sie können ab 15°C eingesetzt werden und müssen den Gattungen Aphidius colemani oder Aphidius ervi angehören. Weibliche Schlupfwespen legen ihre Eier parasitär in den Blattläusen ab. Diese werden von innen aufgefressen und geschlüpfte Schlupfwespen können den Vorgang von neuem durchführen. Eine Wespe ist ausreichend, um etwa 200 Blattläuse zu fressen. 

Allgemeine Tipps gegen Blattläuse

Neben Empfehlungen zur Beschaffenheit der Pflanze gibt es weitere Möglichkeiten, die man um die Pflanzen herum umsetzen kann. 

Da Blattläuse viele natürliche Fressfeinde haben, sollte man nicht gleich in Panik verfallen und zunächst genau beobachten, ob sich die Population vermehrt oder vermindert. Erst, wenn die Blattläuse die Oberhand gewinnen, sollte man einschreiten. 

Um Nützlinge auf natürlichem Weg in den Garten zu locken, kann man Insektennisthilfen und Meisenkästen im Garten aufhängen. Dadurch lockt man Tiere wie Vögel, Marienkäfer und Florfliegen an, die die Blattlaus liebend gern verspeisen. 

Eine weitere einfache Methode ist, Blattläuse mit einem harten Wasserstrahl von betroffenen Pflanzen abzuspülen. Die Prozedur muss jedoch mehrmals wiederholt werden, da meistens nicht alle Blattläuse auf einen Schlag entfernt werden können. Einige machen sich die Mühe und entfernen Blattläuse mit Bürsten oder Pinseln per Hand

Zimmerpflanzen können in der Dusche von Blattläusen befreit werden. Dazu den Topf der Pflanze mit einer Plastiktüte schützen, die Pflanze in die Waagerechte bringen und mit der Duschbrause abduschen. Die Blattläuse fallen herunter und verschwinden mit dem Wasser zusammen im Ausfluss. Da oftmals nicht alle Blattläuse mit einer Duschprozedur entfernt werden, sollte die Behandlung am Folgetag gegebenfalls wiederholt werden. 

Um Blattläuse fern zu halten, kann man darüber hinaus auch Mischkulturen im Garten anpflanzen. Blattläuse mögen kein Thymian, Bohnenkraut, Lavendel, Rosmarin und Salbei. Sind diese Pflanzen zwischen anderen Pflanzen gepflanzt, halten sie Blattläuse fern.

Hausmittel gegen Blattläuse

Neben den oben aufgeführten Möglichkeiten, kann man in der eigenen Küche einige Hausmittel anrühren, die gegen Blattlausbefall helfen können. 

Knoblauch

Knoblauch ist vielfältig einsetzbar. Hat man nur einen leichten Befall von Blattläusen entdeckt, so kann man eine geschälte Knoblauchzehe in die Nähe des Pflanzenstiels in die Erde stecken. Da Blattläuse die enthaltenen Öle des Knoblauchs nicht vertragen, werden sie von der Pflanze ablassen.

Bei einem stärkeren Befall kann man einen Sud aus Knoblauch herstellen und diesen auf die Pflanze sprühen. Dazu drei zerkleinerte Zehen in einem Liter Wasser für etwa zwei Wochen ziehen lassen, danach den Knoblauch abseihen und das Wasser in eine Sprühflasche geben. Bei einem Befall die Pflanze regelmäßig mit der Mischung einsprühen.

Milch-Wasser-Gemisch

Möchte man Knoblauch aufgrund des starken Geruchs nicht verwenden, so kann man Wasser mit Milch im Verhältnis 2:1 mischen, in eine Sprühflasche geben und auf die Pflanze sprühen. Die enthaltenen Milchsäurebakterien sind tödlich für Blattläuse, da sie ihren Körper angreift.

Schwarzer Tee

Die Gerbstoffe des schwarzen Tees töten Blattläuse zuverlässig ab. Dazu zwei Teebeutel in 500 Milliliter Wasser aufkochen und für 15 Minuten ziehen lassen. Den abgekühlten Tee in eine Sprühflasche geben und auf die betroffene Pflanze aufsprühen. Schwarzer Tee ist unschädlich für Pflanzen und kann Basilikumblättern zu neuer Kraft verhelfen - Blattläuse hingegen sterben. 

Zwiebeln

Zwiebeln hat fast jeder vorrätig im Haus. Sollte man einen Blattlausbefall an Rosenstöcken bemerken, so kann man diese schnell mit einem Zwiebelsud bekämpfen. Dazu eine Zwiebel in Würfel schneiden und in einem Liter Wasser aufkochen. Danach die Zwiebel ca. 30 Minuten sieden lassen, in eine Sprühflasche geben und die Pflanze damit einsprühen. Da Zwiebelsud schonender ist als chemische Mittel gegen Blattläuse, wird der empfindliche Rosenstock nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Essig

Nicht jeder mag Zwiebelgeruch, daher kann auch eine Essig-Spüli-Mischung gegen Blattläuse auf Rosenstöcken eingesetzt werden. Da Essig eine ätzende Wirkung hat, muss man unbedingt auf das richtige Mischverhältnis achten, um die Pflanze nicht weiter zu schädigen. Für die Mischung 500 Milliliter Essig mit 4,5 Litern Wasser vermischen. Einen Tropfen Spülmittel dazugeben. Die Mischung kann alle drei Tage auf die betroffene Pflanze aufgesprüht werden. Achtung: Um Jungtriebe nicht zu schädigen, sollte nur die Hälfte der Essigmenge verwendet werden!

Spülmittel

Spülmittel ist ein bewährtes Mittel im Kampf gegen Blattläuse. Es erstickt Läuse und hindert sie am Festhalten, sodass sie von der Pflanze rutschen. Da Spülmittel vergleichsweise schonend ist, kann man damit auch empfindliche Pflanzen wie Rosen und Orchideen behandeln. Dazu fünf Milliliter Spüli mit 500 Milliliter Wasser mischen und auf die Pflanze aufsprühen. Den Vorgang gegebenenfalls nach ein paar Tagen wiederholen. 

Kartoffelwasser

Der Sud, in dem Kartoffeln gegart wurden, kann wunderbar gegen Blattläuse eingesetzt werden. Dazu das abgekühlte Kartoffelwasser in eine Sprühflasche geben und die Pflanze damit einsprühen. Kartoffelwasser kann man bedenkenlos wiederholt anwenden, da es rein biologisch ist und ohne chemische Inhaltsstoffe auskommt. 

Pflanzen gegen Blattläuse

Es gibt einige Pflanzen, deren Sud gegen Blattlausbefall helfen kann. 

Seifenkraut, welches einen seifenähnlichen Stoff enthält, der die Blattläuse vom Blatt abrutschen lässt oder Rainfarn, der durch seinen giftigen Stoff Blattläuse abtötet, sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, Blattläusen Herr zu werden. Aufgüsse aus den beiden Pflanzen entfalten nach dem Aufsprühen sehr schnell ihre Wirkung. 

Ebenfalls kann Efeu gut gegen Blattläuse wirken. Man benötigt für den Sud etwa 50 Blätter. Diese  30 Minuten in Wasser kochen lassen, abseihen und die Blätter auspressen. Der Efeusud kann einfach mit einer Sprühflasche verteilt werden.

Rosskastanien haben ebenfalls eine vertreibende Wirkung auf Blattläuse. Etwa 10 Kastanien auf einem Liter Wasser reichen aus, um Blattläuse von der Pflanze zu lösen. Dazu die Kastanien kleinhacken, 30 Minuten köcheln lassen und auf die Blattläuse sprühen.

Rhabarber wirkt wie Efeu und Rosskastanie ohne Chemie gegen Blattläuse. Dazu 150 Gramm Rhabarberblätter in einem Liter Wasser einweichen und 30 Minuten kochen lassen. Den Rhabarbersud mit Wasser so stark verdünnen, dass er im Verhältnis 1:5 ist. So werden Blattläuse entfernt, ohne die Pflanze zu schädigen.

Kann man präventiv gegen Blattläuse vorgehen?

Es gibt einige Möglichkeiten, im Vorfeld einen möglichen Blattlausbefall einzudämmen oder gar völlig zu verhindern. Dazu kann man pflanzenölhaltige Präparate einsetzen. Das ist vor allem im Winter anzuraten: Pflanzenöl legt sich wie ein Film über die Blattlauseier und verhindert so die Sauerstoffzufuhr. Die Blattlauslarven sterben ab.

Da vor allem geschwächte Pflanzen leichte Beute für Blattläuse sind, kann man dafür sorgen, dass die Pflanze so stark wie nur möglich ist. Man sollte sie daher regelmäßig fachgerecht und ausreichend düngen. Darüber hinaus sollte der Boden nicht zu viel Stickstoff enthalten, da dieser Pflanzengewebe weich werden lässt und den Blattläusen das Saugen des Pflanzensafts erleichtert.

Zusätzlich dazu sollte man auf den idealen Standort der Pflanze sorgen. Nicht jede Pflanze möchte in der prallen Sonne oder im Schatten stehen. Je wohler sich die Pflanze in ihrer Umgebung fühlt, desto besser geht es ihr und desto widerstandsfähiger ist sie. 

Blattläuse mögen Feuchtigkeit nicht. Daher kann man dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit um die Pflanze herum erhöht wird. Sehr leicht geht dies natürlich im Gewächshaus, aber auch Zimmerpflanzen können regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Dies hält Blattläuse fern. 

Häufige Fragen

Warum bekommen Pflanzen Blattläuse?

Blattläuse befallen Pflanzen häufig aus einem Grund: ein überdüngter Boden zieht sie magisch an. Aber auch ein falscher Standort der Pflanze und Monokulturen sind für Blattläuse sehr anziehend. 

Sind Blattläuse gefährlich?

Für den Mensch sind Blattläuse ungefährlich. Sie können keine Krankheiten übertragen und stechen Menschen nicht. Pflanzen hingegen können durch sie geschwächt werden, was weitere Schädlinge und Pilze anziehen kann. 

Gibt es Fressfeinde?

Ja. Marienkäfer lieben Blattläuse als Mahlzeit. Aber auch bei Meisen, Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebfliegen stehen Blattläuse auf der Speisekarte. 

Was hilft gegen Blattläuse?

Neben der Förderung von natürlichen Fressfeinden kann man einige mechanische Mittel sowie Hausmittel anwenden, um Blattlauskolonien zu vertreiben. Stark geschädigte Triebe sollten gekappt werden.

Kann man Blattläusen vorbeugen?

Ja. Man sollte Mischkulturen im Garten anpflanzen, da Blattläuse Monokulturen lieben. Darüber hinaus kann man die natürlichen Fressfeinde durch Insektenhotels in den Garten locken und dafür sorgen, dass die Pflanzen einen optimalen Standort sowie einen stickstoffarmen Boden haben. Gesunde Pflanzen werden wenig von Blattläusen befallen. 

Quellen

 

Weitere Ratgeber-Artikel von uns

Schildläuse natürlich bekämpfen

Schildläuse vor allem bei Künstlern beliebt Künstlern und Make- Up-Artists... mehr lesen

Kopflaus-Bisse erkennen und behandeln!

Läuse - klein, aber oho! Es wird angenommen, dass schon... mehr lesen

Wollläuse bekämpfen - Orchideen, Palmen und andere Pflanzen schützen

Achtung bei einem Wolllausbefall! Des Gärtners Leid sind Schädlinge, die... mehr lesen

Filzläuse erkennen und behandeln - Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Filzläuse - sexuell übertragbare Parasiten Läuse gibt es wahrscheinlich seit... mehr lesen

Kleiderläuse erkennen und bekämpfen

Selten, aber nicht ungefährlich - die Kleiderlaus! Kleiderläuse gibt es... mehr lesen

Läuseeier erkennen - so geht's!

Kleine Tierchen - großer Ekel! Wenn die Kopfhaut plötzlich stark... mehr lesen

Läusen vorbeugen - Tipps & Tricks

Krankheiten und Parasiten vorbeugen - geht das? Einigen Krankheiten kann... mehr lesen

Meldepflicht bei Kopfläusen - das sollten Sie beachten!

Das Kind hat Kopfläuse! Kindergärten und Schulen sind ein wahres... mehr lesen