Filzläuse erkennen und behandeln - Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Silberkraft Läuse, Kopfläuse & Staubläuse
Filzläuse erkennen und behandeln - Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Filzläuse - sexuell übertragbare Parasiten

Läuse gibt es wahrscheinlich seit mehreren Millionen Jahren auf der Erde. Von den kleinen flügellosen Parasiten gibt es verschiedene Arten - einige befallen Tiere, andere wiederum ernähren sich von Pflanzensaft. Einige Lausarten hingegen bevorzugen den Menschen als Wirtstier. So auch die Filzlaus, die seit dem Mittelalter bekannt ist (mhd. vilzlūs). Filzläuse werden auch Schamläuse und umgangssprachlich “Sackratten” genannt, da sie vor allem im Genitalbereich auftreten und sich dort an der Schambehaarung festklammern. Wie Filzläuse übertragen werden und was man gegen sie tun kann, erfahren Sie hier.

Mikroskopische Aufnahme einer Laus

Was sind Filzläuse?

Filzläuse (Pthirus pubis) sind flügellose Ektoparasiten, genauso wie Kleiderläuse und Kopfläuse. Im Gegensatz zu Kopfläusen, die sich vor allem auf dem Kopf aufhalten und dort in den langen Haaren festhalten, beschränken sich Filzläuse meist nur auf den Genitalbereich. Da sie winzig klein sind, bleiben sie gerne auch erst einmal unentdeckt und manch einer bemerkt sie über einen längeren Zeitraum nicht. Erst durch einen unerträglichen und plötzlichen Juckreiz, der durch Kratzen nicht weggeht, kommt der Verdacht auf Filzläuse auf.

Vorkommen von  Filzläusen auf der Welt

Filzläuse waren schon in der Antike bekannt. Aristoteles war der Auffassung, dass sie durch Schweiß und Schmutz entstünden. Im Mittelalter hingegen waren Filzläuse bei Armen wie Reichen gleichermaßen vertreten. Ein gegenseitiges Entlausen in der Familie war ein regelmäßiger Zeitvertreib. Der Aberglaube besagte, dass Läuse angehext seien und vor allem plumpe und dumme Menschen befallen würde. 

Heutzutage weiß man, dass vor allem schlechte hygienische Bedingungen das Aufkommen von Filzläusen positiv beeinflusst. Immer dort, wo hygienische Standards nicht eingehalten werden (können), treten Filzläuse vermehrt auf. 
In Obdachlosenheimen, Flüchtlingsunterkünften, Kriegs- und Krisengebieten steigen die Zahlen von Infizierten mit Filzläusen regelmäßig um ein Vielfaches an. 
Während Kopfläuse vor allem Kinder befallen, bleiben diese vor Filzläusen weitestgehend verschont. Vor allem sind Männer von Filzläusen betroffen, Frauen etwas weniger. Tiere werden von Filzläusen gar nicht befallen, da sie streng an den Menschen gebunden sind. Außerhalb des menschlichen Körpers sterben Filzläuse innerhalb von ein bis vier Tagen ab, da sie die Körperwärme zum Überleben benötigen.

Wie sehen Filzläuse aus?

Filzläuse sind die kleinste Lausart, die Menschen befällt. Sie werden zwischen einem und maximal zwei Millimeter groß. Da ihr Körper gedrungen und in etwa gleich breit wie lang ist, ähnelt ihr Aussehen dem von Krabben. MIt ihren sechs starken Beinen können sie sich seitwärts bewegen und in der Schambehaarung festklammern. Aufgrund ihrer winzigen Körper sind sie mit dem bloßen Auge so gut wie gar nicht sichtbar. 

Ein Befall kann jedoch durch schwarze Körnchen in der Unterwäsche erkannt werden - diese sind Kotkrümel der Filzläuse. Zerreibt man die Körnchen in einem Stück Klopapier, färben sie sich rötlich, da unverdaute Blutreste ausgeschieden werden. Dies ist ein untrügliches Indiz für einen Lausbefall.

Fortpflanzungsverhalten

Nach der Begattung kann ein einziges Filzlausweibchen 25 Eier ablegen. Diese klebt sie direkt an den Haaransatz. Die Eier sind weißlich und haben eine sichtbare Kappe, die beim Schlüpfen der Larven abfällt. Von der Eiablage bis zum Schlüpfen vergehen bei optimalen Bedingungen gerade einmal sechs Tage. Innerhalb von 14 Tagen entwickeln sich die Larven zu adulten Filzläusen und der Fortpflanzungskreislauf beginnt von neuem.

Aufenthaltsort am Körper

Filzläuse halten sich an warmen, gut durchbluteten und behaarten Körperstellen auf. Die meisten Filzläuse findet man im Intimbereich, einige hingegen können auch an einer stark behaarten Männerbrust oder unter den Achseln gefunden werden. In sehr seltenen Fällen konnte man Filzläuse am Wimpernkranz und in den Augenbrauen finden.

Filzläuse verbringen ihr kurzes Leben vorrangig an einer einzigen Körperstelle. Ihr Mundwerkzeug haben sie dabei dauerhaft in die Haut des Wirts eingebohrt und saugen Blut nach Bedarf. Nur bei einem sehr starken Filzlausbefall wechseln sie den Aufenthaltsort und können beispielsweise auch an stark behaarten Beinen gefunden werden.
Filzläuse bevorzugen eine lockere Behaarung der Körperstelle und apokrine Schweißdrüsen, die nur in bestimmte Körperregionen vorkommen: Achselhöhle, Brustwarze, Genital- und Perianalgegend. 

Nahrung - was fressen Filzläuse?

Filzläuse benötigen wie andere den Menschen befallende Lausarten Blut. Filzläuse benötigen zwei- bis dreimal täglich frisches Blut. Dabei sondern sie ein blutgerinnendes Speichelsekret in die Stichwunde ab, das eine Immunreaktion beim Menschen auslöst. Ein unangenehmer Juckreiz als Reaktion ist daher oft die Folge. 

Kopfläuse-Shampoo

Filzläuse - Übertragung von Mensch zu Mensch

Wenn Filzläuse eigentlich nie ihren Wirt verlassen, wie kommt es dann, dass Menschen, die vorher keine Filzläuse hatten, plötzlich doch welche haben? Da Filzläuse weder wie Flöhe springen noch wie Insekten fliegen können, können sie nur durch direkten Körperkontakt von einem Menschen auf den anderen krabbeln. 

Der intime Körperkontakt beim Geschlechtsverkehr spielt bei der Lausübertragung eine wichtige Rolle. Da Filzläuse einen Wirt zwingend brauchen, da sie ohne ihn binnen weniger Tage sterben würden, können sie nur bei direktem intimen Kontakt übertragen werden.
Eine Übertragung über gemeinsam genutzte Bettwäsche oder Betten ist eher unwahrscheinlich.

In seltensten Fällen können sich Kinder durch Handtücher oder Bettwäsche infizieren. Bei ihnen treten Filzläuse dann jedoch vorrangig am Auge und in den Augenbrauen auf. Symptome sind Augenentzündungen, Augenbrennen und tränende Augen.

Filzläuse im Intimbereich - Symptome

Einige Menschen spüren nicht, dass sie von Filzläusen befallen worden sind. Hat man viele wechselnde Sexualpartner oder schläft mit Personen mit schlechter Körperhygiene, kann es schnell passieren, dass man sich mit Filzläusen infiziert. 

Filzläuse selbst lösen einen vergleichsweise geringen Juckreiz aus. Kopfläuse und Kleiderläuse hingegen rufen einen unerträglichen Juckreiz hervor. Ist man von einem starken Filzlausbefall betroffen, so bilden sich um die Einstichstellen herum bläuliche/bräunliche Flecken. 

Etwa drei bis sechs Tage nach einem intimen Kontakt können erste Symptome eines Befalls auftreten. Vor allem nachts verstärkt sich der Juckreiz durch die warmen Temperaturen, die unter der Bettdecke herrschen. 
Hat man den Verdacht auf einen Filzlausbefall, so muss man eine Lupe zur Hand nehmen, um die winzigen Parasiten wahrzunehmen. Die Nissen der Filzläuse sind etwas größer, jedoch auch nur schwer mit dem bloßen Auge erkennbar. 
In heller Unterwäsche finden sich manchmal rötlich-braune Flecken, die vom Kot der Läuse herrühren.

Diagnosestellung 

Um sicherzugehen, dass man von Filzläusen befallen ist, sollte man einen Arzt aufsuchen. Hautärzte und Fachärzte für den Genitalbereich kennen sich mit den kleinen Parasiten gut aus und können die Diagnose meist blickdiagnostisch stellen. Dabei beschränken sie sich auf die typischen, von Filzläusen befallenen Körperpartien wie Brust, Achseln und den Intimbereich. Dabei achten sie auf Nissen, adulte Filzläuse und die charakteristischen Einstichstellen, die als bläuliche Flecken erkennbar sind. 

Die Diagnose wird immer dann gestellt, wenn lebende Läuse und mit Larven gefüllte Nissen am Körper gefunden werden konnten. Dabei kann ein sogenannter Nissenkamm hinzugezogen werden, um die behaarten Körperpartien durchzukämmen. Nissenkämme sind spezielle Kämme mit einem sehr geringen Abstand zwischen den Kammzinken, die Nissen und Läuse auskämmen können. Können nur leere Eihüllen am Körper gefunden werden, deutet dies auf keinen aktiven Befall hin, jedoch auf einen zurückliegenden.

Behandlung eines Filzlausbefalls

Konnte durch den Arzt ein Filzlausbefall bestätigt werden, so gibt es mehrere Maßnahmen, die man zur Bekämpfung von Filzläusen machen kann. Da sich durch das Aufkratzen der juckenden Stiche Bakterien, die normalerweise auf der Hautoberfläche bleiben würden, in die Blutbahn gelangen können und unschöne Sekundärinfektionen entstehen können, sollte eine Filzlausbehandlung so schnell wie möglich durchgeführt werden.

Mögliche Sekundärinfektionen durch Filzläuse

Staphylokokken und Streptokokken sind nur zwei Bakterienarten von vielen, die sich auf der Hautoberfläche befinden können. Außerhalb des Körpers sind sie kaum gefährlich, gelangen sie jedoch durch Hautverletzungen in den Körper, so können sie Hautinfektionen, Furunkeln, Ekzeme, nässende und eiternde Hautverletzungen nach sich ziehen. Auch geschwollene Lymphknoten können aufgrund einer Infektion mit Staphylokokken und Streptokokken auftreten. 

Behandlung von Filzläusen ist mit Kopflausmitteln möglich!

Filzläuse können wie Kopfläuse mit antiparasitären Mitteln behandelt werden. Produkte mit dem synthetischen Öl Dimectin sind laut Stiftung Warentest wirkungsvoll, da sie die Atemwege der Läuse verstopfen, woraufhin diese ersticken. Bei Nissen unterbricht das Öl die Sauerstoffzufuhr und die Larven sterben ab.

Ebenfalls sind Produkte mit Licener, einem Extrakt des Neembaums, eine wirksame Alternative zu Dimectin. Egal für welches Mittel man sich entscheidet, gilt dies: Fast jedes Läusemittel sollte innerhalb einer Woche noch einmal angewendet werden, um sicherzugehen, dass alle Läuse, ebenso wie Nissen, vollständig abgetötet wurden.

Allerdings konnte in jüngster Zeit festgestellt werden, dass Läuse Resistenzen gegen die herkömmlichen chemischen Inhaltsstoffe entwickelt haben. Diese verlieren daher immer mehr von ihrer Wirksamkeit. 

Da die Haut im Intimbereich empfindlicher ist als die Kopfhaut, sollte man immer zunächst an einer kleinen Stelle testen, ob die Haut eventuell allergisch oder gereizt auf das Mittel reagiert!

Läuseshampoo von Silberkraft

Das Silberkraft Läuse-Shampoo ist ein effektives Mittel zur Behandlung von Kopfläusen. Das 2-Phasen-Shampoo ist ein neuartiges Behandlungskonzept und beseitigt Nissen und Kopfläuse in nur einer Anwendung von 15 Minuten. Hierbei setzt Silberkraft auf ein Silikon-Öl-Gemisch und vermeidet chemische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Permethrin. Das Läuseshampoo enthält Dimeticon, welches die Atemwege der Läuse verschließt und diese daraufhin ersticken. Da die Wirkungsweise physikalisch ist, können die Läuse keine Resistenzen bilden. Die rein physikalische Wirkungsweise verhindert darüber hinaus Hautreizungen sowie allergische Reaktionen auf das Mittel und ist sehr sanft zur Haut. Da auf Duftstoffe verzichtet wird, ist das Shampoo auch für empfindliche und sensible Menschen gut geeignet.

Nissenkamm oder Rasur?

Befallene Stellen sollten während der Anwendung mit einem Nissenkamm ausgekämmt werden. So können Filzläuse und ihre Nissen aus den Haaren und vom Körper entfernt werden. Dazu die Haare vom Ansatz bis zur Spitze gleichmäßig durchkämmen und nach jedem Bürstenstrich auf einem Küchentuch abstreifen. 

Eine schnellere und radikalere Methode ist es, die befallenen Körperstellen mit einem Rasierer zu rasieren. So entzieht man den adulten Filzläusen die Möglichkeit zum Festhalten. Ebenso werden die Nissen, die an den Haaren kleben, mit den Haaren vom Körper entfernt. 

Filzläuse an den Wimpern: Achtung bei der Behandlung!

Anders verhält es sich, wenn Filzläuse in den Wimpern gefunden wurden. Da Läusemittel nicht mit den empfindlichen Schleimhäuten der Augen in Kontakt kommen dürfen, müssen Filzläuse und Nissen händisch entfernt werden. Dazu kann man die Filzläuse und die Nissen mit einer dünnen Pinzette herauszupfen. Eine weitere Möglichkeit ist es, Vaseline dick auf die Wimpern aufzutragen. Sie unterbindet die Sauerstoffzufuhr der Filzläuse und Nissen, wodurch diese nach einiger Zeit absterben. Empfohlen wird eine Vaseline-Anwendung von dreimal täglich für insgesamt zehn Tage.

Während der Therapie sollte man auf engen Körperkontakt sowie Sexualkontakte verzichten. Erst nach Abschluss der Therapie sind Sexualkontakte wieder möglich.
Da man Filzläuse an den Partner oder die Partner weitergegeben haben könnte, müssen diese ebenfalls auf Filzläuse hin untersucht werden und gegebenenfalls eine Behandlung gegen Filzläuse durchführen. 
Bei einem übermäßig starken Befall, bei dem eine äußere Behandlung allein nicht ausreichend ist, kann man Ivermecin in Tablettenform oral einnehmen. Dies sollte jedoch unbedingt vorher mit einem Arzt besprochen werden!

Weitere Maßnahmen im Haushalt

Da Filzläuse auf eine unsaubere Umgebung zurückzuführen sind, müssen alle Textilien (Bettwäsche, Kleidung, Kissenbezüge, Decken etc.) bei mindestens 60°C gewaschen werden. Nur so stellt man sicher, dass Filzläuse absterben. Ist dies bei einigen Textilien nicht möglich, müssen diese in eine chemische Reinigung gegeben werden.

Prävention - was kann man im Voraus gegen Filzläuse tun?

Damit man erst gar nicht in die unangenehmen Lage einer Filzlausinfektion kommt, kann man darauf achten, dass man selbst und auch die Familienmitglieder eine gute körperliche Hygiene befolgen. Der Körper und das Haar sollten regelmäßig mit Wasser und Seife gereinigt werden. Ebenso ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen die Betten neu zu beziehen und benutzte Bettwäsche bei 60°C zu waschen. So verringert man das Risiko einer möglichen Ansteckung um ein Vielfaches. 

Weiß man, dass der Sexualpartner an Filzläusen erkrankt ist, sollte man einen intimen Kontakt so lange vermeiden, bis die Behandlung von Filzläusen vollständig abgeschlossen ist. Darüber hinaus sollte man während der Behandlungszeit nicht das Bett mit der betroffenen Person teilen

Quellen und weiterführende Informationen

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