Hausstaubmilbenallergie-Symptome und wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten

Diagnose Hausstaubmilbenallergie

Der Leidensweg, den Hausstauballergiker gehen, kann lang und mühsam sein. Wenn man trockene Schleimhäute, einen trockenen Husten, brennende Augen gepaart mit eventuellem Juckreiz nach dem Aufwachen hat, vermuten die wenigsten hinter diesen Symptomen eine Hausstaubmilbenallergie/ Hausstauballergie. 
Die Allergie wird dabei nicht wie der Name fälschlicherweise suggeriert vom Hausstaub hervorgerufen, sondern vom Kot der Hausstaubmilbe, der sich im Hausstaub und im Bettstaub ansammelt. Atmet man die Kotreste ein, so reagiert das Immunsystem auf die Eindringlinge über und unangenehme Allergiesymptome sind die Folge. 

Lebensraum der Milbe

Die Milbe gehört zur Gattung der Spinnentiere. Diese gibt es überall auf der Welt. In unseren Breitengraden sind die beiden wichtigsten Arten der Hausstaubmilbe die europäische Milbe (Dermatophagoides pteronyssinus) und die amerikanische Milbe (Dermatophagoides farinae). Die Tiere sind zwischen 0,1 mm und 0,5 mm groß und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie sind im Allgemeinen harmlos, stechen nicht und können keine gefährlichen Krankheiten übertragen. Eine Hausstaubmilbe lebt durchschnittlich zwischen zwei und vier Monaten, in denen ein Weibchen in einem Monat zwischen 30 und 60 Eiern produzieren kann. Eine Hausstaubmilbenpolulation kann daher schnell auf über 10 Millionen anwachsen. Eine Milbe scheidet in ihrem kurzen Leben das 200-fache an ihrem Gewicht in Kot aus. Sie kommt in jedem Haushalt vor und ist kein Zeichen von mangelnder Hygiene. Sie ernähren sich von abgestorbenen Hautschuppen und Schimmelpilzen. Die ein bis zwei Gramm an Hautschuppen, die jeder Mensch täglich verliert, reichen aus, um über eine Million an Hausstaubmilben zu ernähren. 

Hausstaubmilbe

Hausstaubmilben leben vorrangig in Polstermöbeln und Matratzen sowie Teppiche und Vorhängen. Dabei lieben sie es warm und feucht - Temperaturen von 25°C und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 80% sind der optimale Lebensraum für die kleinen Spinnentierchen. In unseren Breitengraden vermehren sie sich daher hauptsächlich zwischen Mai und Oktober. Die meisten Beschwerden haben Allergiker allerdings im Herbst, sobald die Heizperiode beginnt. Das liegt daran, dass die meisten Milben durch die trockene Luft absterben und der so freigesetzte Kot aus dem Körperinneren der Milben die Atemwege stark belastet.

Niesen, Husten, juckende Augen - Symptome einer Hausstaubmilbenallergie sind vielfältig!

Atmen Allergiker die Kotreste der Milbe ein, beklagen viele ein oder mehrere der folgenden Symptome, die vermehrt nach dem Aufwachen auftreten:

  • gerötete, juckende, geschwollene und/oder tränende Augen
  • Niesreiz
  • eine verstopfte oder laufende Nase
  • trockener Husten, der sich unbehandelt nach einiger Zeit zu Asthma entwickeln kann
  • Einschlaf- und Durchschlafprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Schlappheit, andauernde Müdigkeit
  • Halsschmerzen, Juckreiz im Rachenraum
  • pfeifender Atem
  • Hautjuckreiz, Ausschlag, Verstärkung von Ekzemen bei Betroffenenen von Neurodermitis
  • juckende Ohren

Bemerkt man eines oder mehrere der beschriebenen Symptome über einen längeren Zeitpunkt, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um das Risiko einer Asthmaerkrankung zu minimieren. Vor allem Kinder, die allergisch gegen Hausstaubmilben reagieren, haben ein fünffach so hohes Risiko wie Erwachsene, an Asthma zu erkranken. Das liegt daran, dass ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist und die Allergie schneller den Etagenwechsel von den oberen Luftwegen in die unteren vollführen kann. Aber nicht nur Asthma kann eine Langzeitfolge einer Hausstaubmilbenallergie sein, sondern auch Neurodermitis. Diese kann eine vorhandene Neurodermitis verstärken und neue Schübe auslösen. 

Wann eine Hausstaubmilbenallergie auftritt ist unterschiedlich. Einige entwickeln die Allergie sehr früh, andere haben bis ins Erwachsenenalter keine Probleme und die Allergie tritt von einem Tag auf den anderen erstmalig auf.

Während des Bettbeziehens, des Staubsaugens oder Staubwischens beklagen Betroffene oftmals eine Verschlimmerung ihrer Symptome. Bei Kindern können sich die Symptome durch das Spielen mit ihren Plüschtieren und nach Kissenschlachten verstärken. Selbst wenn man täglich saugen würde, kann man nie völlig Hausstaubmilben und ihren Kot entfernen, weshalb es wichtig ist, die unterschiedlichen symptomatischen und medikamentösen Behandlungsmethoden zu kennen.

Wie entsteht eine Allergie?

Warum manche Menschen auf bestimmte Dinge allergisch reagieren ist nicht geklärt, sicher ist jedoch, dass eine Störung des Immunsystems vorliegt - wodurch diese jedoch ausgelöst wird, ist unklar. Voraussetzung zur Entstehung jeder Allergie ist ein wiederholter und teilweise langjähriger regelmäßiger Kontakt mit dem späteren allergieauslösenden Stoff. Der Körper erkennt aufgrund des übersensiblen Immunsystems ungefährliche Stoffe wie den Kot der Hausstaubmilbe als Gefahr und bildet Antikörper. Dies läuft völlig symptomlos ab, da noch keine Allergie entstanden ist. 

Hat der Mensch nun wieder Kontakt mit dem Stoff, so erinnert sich das Immunsystem an den früheren Kontakt und schickt die gebildeten Antikörper los, die den “Eindringling”, der vom Immunsystem nun als schädlich für den Körper eingestuft ist, abwehren soll. Die Antikörper schütten den Entzündungsstoff Histamin während der Abwehrreaktion aus. Das führt zu Allergiesymptomen wie Niesen, juckende Augen und Husten.

Allgemeine Informationen zur Hausstaubmilbenallergie

Bis man die Diagnose “Hausstaubmilbenallergie” bekommt, kann einige Zeit vergehen. Die Symptome der Allergie ähneln oftmals denen einer harmlosen Erkältung oder denen eines grippalen Infekts. Man hat ein Kribbeln in der Nase, tränende Augen und entweder eine verstopfte oder laufende Nase. Erst wenn die Symptome nach einiger Zeit nicht abklingen, suchen Betroffene meistens zunächst ihren Hausarzt auf. Dieser überweist seinen Patienten an einen Allergologen, der mithilfe von Allergietests eine Hausstaubmilbenallergie feststellen kann.

Wie wird die Allergie diagnostiziert?

Hat man Symptome einer Hausstaubmilbenallergie, sollte man einen Allergologen aufsuchen, der zunächst ein Anamnesegespräch durchführt. Da die Symptome einer sogenannten Inhalationsallergie vielfältig sind, wird der Arzt nicht nur auf Hausstaubmilbenallergie testen, sondern auch auf eine mögliche Pollen- oder Tierhaarallergie oder eine Schimmelpilzallergie. Wichtig ist jedoch, ihm die Symptome so genau wie möglich zu beschreiben, wann sie auftreten und ob eine Linderung durch Ortswechsel o.ä. auftritt. Daraufhin wird entweder ein Hauttest (Prick-Test) oder ein Bluttest durchgeführt, der Aufschluss darüber gibt, welche Allergene die Allergie auslösen. Daraufhin wird besprochen, welche Therapiemaßnahmen möglich und sinnvoll sind.

Prick-Test

Auf ein gesäubertes Stück Haut (entweder auf den Unterarm oder den Rücken) werden verschiedene Allergene getropft. Anschließend wird mit einer feinen Nadel die Hautoberfläche angeritzt, sodass das Allergen unter die Haut gelangt. Dies spürt man allerdings nicht, da die Nadel sehr fein ist. Bilden sich nach 30 Minuten Wartezeit Quaddeln, Rötungen oder entsteht ein starker Juckreiz, so reagiert man auf das Allergen. 

Bluttest

Ein erster Bluttest gibt zunächst Aufschluss darüber, ob überhaupt Antikörper vorhanden sind. In einem zweiten Bluttest wird das Blut auf spezifische Antikörper hin untersucht, die gegen die Eiweiße der Hausstaubmilben gebildet wurden.

Provokationstest

Gibt weder ein Prick-Test noch ein Bluttest Aufschluss darüber, ob eine Allergie vorliegt, kann ein sogenannter Provokationstest durchgeführt werden. Dazu wird der Patient direkt dem Allergen ausgesetzt, das ihm auf die Nasenschleimhaut aufgebracht wird. Dieser Test wird unter streng medizinischer Überwachung durchgeführt. Diese Testform ist heute allerdings sehr selten, da man nicht abschätzen kann, wie stark ein Betroffener auf das Allergen reagiert. 

Welche Therapieformen gibt es?

Reagiert der Körper auf Hausstaubmilbenkot, so ist es wichtig, möglichst schnell Maßnahmen zu ergreifen. Hierbei gibt es drei Möglichkeiten. 

  1. Karenz: Meidung der auslösenden Allergens, was allerdings sehr schwierig sein kann, sobald man die eigenen vier Wände verlässt. 
  2. Symptomatische Behandlung: Linderung der Allergiesymptome mit Medikamenten
  3. Hyposensibilisierung: Behandlung der Ursache einer Allergie

Symptomatische Behandlung

Die symptomatische Behandlung beinhaltet vorrangig Medikamente, die oral eingenommen werden.

Antihistaminika

Diese Medikamente sind weit verbreitet, da die typischen Allergiebeschwerden sehr schnell durch sie gemildert werden können. Es können Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schläfrigkeit auftreten, weshalb man sie nicht nehmen sollte, kurz bevor man am Straßenverkehr teilnehmen wird. Die beste Wirkung erzielen die Tabletten vor dem Einschlafen, da ihre Wirkung bis zu 24 Stunden andauern kann.

Kortison

Kortison wirkt stark antiallergisch und entzündungshemmend. Medikamente mit diesem Wirkstoff werden verschrieben, wenn Antihistaminika nicht wie gewünscht wirken. Vorrangig werden Nasensprays mit gering dosiertem Kortison verschrieben, die nach einigen Tagen Anwendung ihre volle Wirkung entfalten. Da diese Nasensprays zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Husten oder Nasenbluten führen können, sollte man sie nicht länger als drei Monate anwenden.

Mastzellenstabilisatoren

Medikamente mit diesem Wirkstoff hindern die Mastzellen daran, Histamin auszuschütten. Die Tabletten wirken allerdings nicht sofort. Mögliche Nebenwirkungen sind Nasenreizungen.

Leukotrienantagonisten

Dieser Wirkstoff ist für Allergiker wichtig, die stark auf Hausstaubmilben reagieren. Sie blockieren die Andockstellen Botenstoffe und verhindern Allergiesymptome. Die Verabreichungsform erfolgt in Tablettenform. Problematisch sind die Nebenwirkungen, die von Hautausschlag bis hin zu Erbrechen, Durchfall und Fieber reichen können.

Hyposensiblisierung - die ursachenorientierte Lösung

Eine Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung ist die momentan einzige Therapie, die nicht nur die Symptome, sondern die Ursache bekämpft. Dazu wird eine langsam ansteigende Dosierung des Allergens verabreicht und der Körper dadurch langsam an das Allergen gewöhnt. Diese Therapieart dauert zwischen drei und fünf Jahren. Die Dosierung erfolgt entweder in Spritzenform, die der Arzt zu Beginn wöchentlich und später monatlich spritzt, oder oral als Tablette

Gibt es weitere Probleme, die durch eine Allergie entstehen können?

Oft verhält es sich so, dass bei Allergikern sogenannte Kreuzallergien mit bestimmten Nahrungsmitteln entstehen. Das bedeutet, dass der Körper auf ähnliche Allergene des Milbenkots, die in unterschiedlichen Nahrungsmitteln enthalten sind, reagiert. Bei Hausstaubmilbenallergikern gibt es oft Kreuzallergien mit Krustentieren wie Krabben und Langusten. Symptome sind hier geschwollene Lippen, ein juckender Mund, Quaddeln, eine pelzige Zunge und bei einer starken Reaktion sogar Atemprobleme. 

Warum nimmt die Allergie zu?

Inzwischen gibt es immer mehr Fälle von Hausstaubmilbenallergikern. Das liegt vor allem an den seit einigen Jahren vom Gesetz vorgeschriebenen Wärmedämmungen von Häusern. Die Baumaßnahmen dichten Fenster und Wände so ab, dass kaum noch ein Luftaustausch stattfinden kann. Das erhöht die Feuchtigkeit in Räumen, was wiederum eine optimale Lebensbedingungen für die Hausstaubmilben bedeutet.

Welche Maßnahmen kann man in der Wohnung anwenden, um die Allergiesymptome zu lindern?

Hausstaubmilben halten sich liebend gerne in Matratzen und Polstermöbeln auf. Für Matratzen gibt es sogenannte Encasings - Matratzenüberzüge - die die Matratze völlig einschließen und durch ihr engmaschiges Material verhindern, dass Milbenkot nach außen gelangen kann. Encasings werden vom Arzt auf Rezept verschrieben und von der Krankenkasse übernommen oder können auch frei käuflich erworben werden. Sie sollten alle sechs Monate bei 60°C gewaschen werden. So wird sichergestellt, dass etwaiger Milbenkot, der sich im Encasing festgesetzt hat, entfernt wird. Über das Encasing kann ein Matratzenschoner und ein Spannbettlaken ohne Probleme gezogen werden. Auch Kopfkissen aus Federkern und Daunendecken sollten mit Encasings versehen werden, um den Kontakt mit weiterem Milbenkot zu reduzieren. Darüber hinaus sollte man Textilien, Teppiche und die Matratze einmal jährlich mit Anti-Milben-Sprays behandeln.

Milbenspray für Matratzen & Textil

Generell sollten Allergiker auf gute Sauberkeit in ihrem Zuhause achten, sehr regelmäßig saugen und Parkettboden mehrmals wöchentlich feucht wischen, um den Hausstaub so gering wie möglich zu halten. Auch kurzhaarige Teppichböden sind empfehlenswert, da sich dort der Hausstaub sammelt und so leicht weggesaugt werden kann. Staubsauger mit sogenannten HEPA-Filtern, die die Staubkörner aufsaugen und festhalten, sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um das Zuhause so staubfrei wie möglich zu halten. 

Ebenfalls sollte für ausreichend Sauerstoffaustausch gesorgt werden, die Räume gut gelüftet sein und eine hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden.

Matratzenbezug Anti-Milben


Tipps und Tricks für eine allergenarme Umgebung

  • Matratzen mit Encasings einschlagen, um die Allergenbelastung mit Milbenkot zu vermindern.
  • Teppichböden mehrmals wöchentlich saugen und Parkettboden feucht wischen.
  • Staubsauger mit  HEPA-Filtern nutzen (High Efficiency Particulate Air- Filter) und diesen in den vom Hersteller empfohlenen Intervallen austauschen
  • Staubfänger, wie offene Regale und Schränke, viele Kissen, Stofftiere oder Polstermöbel vermeiden. Eine gute Alternative sind Ledermöbel.
  • Sind Kinder allergisch gegen Hausstaubmilben, sollte man ihre Kuscheltiere regelmäßig waschen oder für mindestens 24 Stunden ins Tiefkühlfach legen.
  • Auch Raumluftreiniger können die Allergenbelastung senken.
  • Keine Kopfkissen und Decken mit Federfüllung verwenden. Stattdessen auf Microfaserbettwäsche ausweichen. 
  • Regelmäßig die Matratze beim Beziehen wenden und diese nach spätestens 10 Jahren austauschen.
  • Vor dem Zubettgehen das Schlafzimmer gut lüften und die Heizung herunterdrehen. Die Bettwäsche sollte häufiger gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • Matratzen und Teppiche einmal jährlich mit Anti-Milben-Sprays imprägnieren.

Häufige Fragen kurz beantwortet

Wie äußert sich eine Hausstaubmilbenallergie?

Allergische Reaktionen sind eine laufende Nase, juckende Augen, Hustenreiz und Niesreiz nach dem Aufwachen. 

Was kann man gegen die Allergie tun?

Man kann seine Wohnung so milbenfrei wie möglich ausstatten, Matratzen mit Encasings versehen, regelmäßig staubsaugen und die Böden feucht wischen. Darüber hinaus kann man sich desensibilisieren lassen und Symptome mit oralen Medikamenten bekämpfen.

Kann eine Hausstaubmilbenallergie wieder verschwinden?

Es kann sein, dass die Allergie von selbst wieder verschwindet. Vor allem Kinder können im Erwachsenenalter keinerlei Symptome mehr haben. Eine Hyposensibilisierung, bei der der Allergenstoff über mehrere Jahre verabreicht wird, kann ebenso helfen.

Wie lang können Hausstaubmilben leben?

Im Durchschnitt können Hausstaubmilben zwischen zwei und vier Monaten leben. Dabei kann ein Weibchen in einem Monat zwischen 30 und 60 Eiern produzieren.

 Weitere Informationen zu Milbenbissen bei Menschen finden Sie hier.

Quellen:

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