DEET — Wirkstoff und Nebenwirkungen

DEET - oft verwendet, aber auch sicher?

Diese Substanz hat einen festen Platz in der Abwehr von Stechmücken und anderen Schädlingen. Da es sich um ein chemisches Insektenmittel handelt, bleibt stets eine gewisse Vorsicht ratsam. Denn generell frei von Nebenwirkungen sind Stoffe dieser Art nie, auch wenn sie als weitgehend sicher gelten.
Nachfolgend wird leicht verständlich die Wirkweise, Vor- und Nachteile dieses äußerlich anzuwendenden Abwehrstoffes gegen verschiedene Insektenarten beschrieben. Weiterhin wird erklärt, warum Insekten manche Menschen „besonders mögen“. Ergänzend wird auf natürliche Produktalternativen, die stechende und beißende Insekten ebenfalls zuverlässig abschrecken, verwiesen.

Insekten- und Mückenschutz für die Haut — Wissen kompakt

DEET Spray gegen Mücken. Mann sprüht DEET.

Warum vorsorglicher Schutz zunehmend relevant ist

Vom Kleinkind bis hin zu den Senioren verschonen sie niemanden, die Stechmücken und andere Lästlinge aus dem Reich der Insekten. Zudem sind ihre Stiche oder Bisse nicht nur schmerzhaft, jucken und brennen, sondern können ebenso zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Im Einzelfall sind selbst in den europäischen Breiten bedrohliche Erkrankungen aufgrund von Stichen die bittere Folge.

Ein Blick auf die warnenden Hinweise zum Zeckenschutz genügt, um sich der Gefahren bewusst zu werden, die ein Insektenstich auslösen kann. Denn eine durch Zecken übertragene Borreliose (schwere Bakterieninfektion) ist äußerst ernst und eine Meningoenzephalitis (Gehirn- und Hirnhautentzündung) sogar lebensbedrohlich.

Hinzu kommt, dass auch in heimischen Regionen die Durchschnittstemperatur steigt. Die bei uns üblichen Stechmückenarten und Zecken wissen das zu schätzen und übertragen zusammen mit den durch die Globalisierung eingeschleppten aggressiven Mücken unterschiedlichste Krankheiten. Das Spektrum reicht hier vom Dengue-Fieber bis zum West-Nil-Virus.

Gute Schutzwirkung durch Insekten-Abwehrprodukte

Um sich und seine Familie beim Aufenthalt im Freien oder bei Ausflügen vor den stechenden und beißenden Mücken, Flöhen, Zecken oder Bremsen zu schützen, sind seit Jahrzehnten Mittel zum Einreiben oder Einsprühen auf der Haut eine bewährte Schutz- und Vorsichtsmaßnahme. Sie helfen gezielt, ohne die Insekten dabei zu töten. Die Inhaltsstoffe wehren die Angreifer lediglich ab, indem sie einen für die Parasiten unangenehmen Duft verbreiten. Fachleute nennen diese Insekten-Abwehrmittel auch Repellents oder Repellentien (von lat. repellere = vertreiben).

Behördlich sind sie als Biozide eingeordnet. Eines der dafür geltenden Kriterien ist eine ausreichende Wirksamkeit, um Insekten wie Mücken oder Spinnentiere fernzuhalten. Neben chemisch hergestellten Produkten gehören auch Naturstoffe wie Geraniol oder Zitroneneukalyptus-Öl in diese Kategorie. Letztere bieten als Zusatznutzen vor allem eine besonders risikoarme Anwendung im Vergleich zu chemisch-synthetischen Stoffen.

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Produktprofil des chemischen Insekten-Abwehrstoffs DEET

Was DEET kann

Es handelt sich um eine synthetisch hergestellte Substanz, die als Insekten-Abwehrmittel (Repellent) eingesetzt wird. Sie wirkt unter anderem gegen blutsaugende Fliegen, Mücken, Flöhe und Zecken. Bienen, Wespen oder Hummeln allerdings wehrt sie nicht ab. Der Wirkstoff zum Auftragen auf die Haut ist wissenschaftlich bis hin zur WHO gut untersucht. Er eignet sich auch als zuverlässiges Insektenschutzmittel für den Tropenaufenthalt und zur Malariaprophylaxe.
DEET blockiert mit Acetylcholinesterase ein für Insekten wichtiges Enzym, dadurch werden die Nervenzellen gereizt und die Tiere ergreifen die Flucht. 

Wenngleich insgesamt bei vorschriftsmäßiger Anwendung die Produkte mit diesem Repellent bezüglich der Nebenwirkungen als durchweg gut verträglich gelten, bleiben nachteilige Eigenschaften nicht aus. Das sind in erster Linie allergische Reaktionen auf der Haut, recht selten hingegen nerven- und herzbedingte Effekte. Letztere zeigen sich beispielsweise als Krampfanfälle oder sehr niedrige Blutdruckwerte, die wiederum Ursache von Schwindelattacken und Stürzen sein können. Allgemeine Einschränkungen gelten zudem für Schwangere, Stillende, Babys und Kleinkinder.

Ein ganz anderer Nebeneffekt ist zwar nicht medizinisch bedingt, aber trotzdem ärgerlich, weil die Substanz verschiedene Kunststoffe und Lacke angreift. Hier kann schnell eine schicke Brille, das aus Kunststoff bestehende Uhrarmband, die teure Handtasche oder eine schöne Tisch- oder Polstermöbeloberfläche darunter leiden.

Technisch-chemische Aspekte

Die DEET-Substanz ist eine fast geruch- und farblose Flüssigkeit. Wegen ihres öligen Charakters ist sie in Wasser praktisch unlöslich, haftet aber gut auf diversen Kunststoff-Oberflächen und auf Kunstfasern.

Der am häufigsten genutzte chemische Name für den DEET-Wirkstoff ist Diethyl-Toluamid (andere Schreibweise: Diethyltoluamid). Diese Bezeichnung findet sich meist zusätzlich auf den Verkaufspackungen.

Seit wann gibt es Diethyl-Toluamid?

Entwickelt wurde das Produkt Mitte der 1940-er Jahre für das amerikanische Militär, um die Soldaten in Tropengebieten vor den vielen Stechmücken zu schützen. Im Jahr 1957 wurde das Mittel erstmals auch für die Zivilbevölkerung zugelassen und seit 1965 ist es frei im Handel erhältlich.
Der Verkauf erfolgt meist als Spray, wobei andere Handelsformen zum Auftragen auf die Haut ebenfalls erhältlich sind.

Die Wirkweise von DEET

Wissenschaftliche Belege

Dass DEET-Produkte Insekten erfolgreich abweisen, ist durch viele Studien belegt. Hingegen ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt, wie das Repellent dies erreicht. Zwei Prinzipien kristallisieren sich allerdings zunehmend heraus und sind auch für den Verbraucher nachvollziehbar:

  • Der erste Grund hängt unmittelbar mit den biologischen Abläufen im menschlichen Organismus zusammen. Jeder Mensch produziert rund um die Uhr körpereigene Stoffwechselprodukte und Duftstoffe, die sich auf der Haut ansammeln und den individuellen Körpergeruch erzeugen.
  • Einige dieser Stoffe locken die Schädlinge an, beispielsweise Milchsäure und der Geruch von Schweiß. Da jeder Mensch seine eigene Mixtur dieser Moleküle produziert und dadurch der individuelle Körpergeruch entsteht, mögen die Stechmücken und andere Plagegeister manche Personen mehr, andere weniger.
  • Durch das Einsprühen und Einreiben mit dem Wirkstoff legen wir für einige Stunden einen Schutzmantel um diese körpereigenen Stoffe und die freien Hautpartien. Das hält den Körpergeruch weitgehend zurück. So wird man für Mücken und andere Quälgeister eine Zeit lang uninteressant.
  • Der zweite Grund ist der synthetische Abwehrstoff selbst. Denn inzwischen haben Untersuchungen gezeigt, dass die Schädlinge diese Substanz ebenfalls riechen können und alle Stellen meiden, auf denen sie sich befindet.

Wie Insekten Menschen riechen und wie lange man sie abwehren kann

Um den Geruch ihres Zielobjekts “Mensch” wahrnehmen zu können, verfügen die Stechmückenarten über Geruchsantennen, die aus feinsten Sinneshaaren bestehen. Zecken haben mit ihrem Haller´schen Organ ein ähnliches Geruchssystem an ihren Vorderbeinen.

Interessant ist zudem, dass je nach Insekt die Schutzwirkung von Repellentien unterschiedlich lange anhält. Während Mücken grob 6 bis 8 Stunden fernbleiben, besteht der Abwehreffekt bei Zecken nur für 2 bis 4 Stunden.

Aber auch das eigene Verhalten der Anwender von Insektenschutz kann die Wirkdauer deutlich verkürzen. Insbesondere starkes Schwitzen durch sportliche Aktivitäten oder Baden waschen den Schutzfilm ab, weshalb ein erneutes Auftragen des Produkts ratsam ist.

Wichtige Verbraucherhinweise für Diethyl-Toluamid

Um unerwünschte Effekte des Wirkstoffs zu vermeiden, ist eine gewisse Sorgfalt im Umgang mit Toluamid-Produkten notwendig. Unter anderem sollten die Benutzer folgende Dinge beachten:

1. Korrekte Anwendung

  • Das Auftragen und Verreiben auf gesunder Haut ist kein Problem. Aussparen sollte man jedoch verletzte oder erkrankte Hautstellen sowie die Schleimhäute im Gesichtsbereich und die Augenpartien.

  • Für Babys und Kleinkinder ist das Produkt nicht geeignet. Einen gewissen Schutz bietet allerdings helle, langärmelige Kleidung. Bei Kindern ab 3 Jahren sollte das Mittel nur von Erwachsenen und stets sparsam aufgetragen werden.

  • Schwangere und Stillende sollten toluamidhaltige Produkte gänzlich meiden.

  • DEET-Produkte sind nur für die äußerliche Anwendung vorgesehen. Bei versehentlicher Einnahme sind sie giftig. Deshalb sollte man die Produktbehälter vor Kindern unbedingt fernhalten.

2. Wartezeiten

  • Nach dem Auftragen von Sonnenschutzmitteln mindestens 20 Minuten warten, damit zunächst der UV-Schutz und die Pflegestoffe in die Haut einziehen können. Erst dann das Insektenmittel anwenden. Andernfalls verbindet sich das Repellent zu intensiv mit den Pflegesubstanzen, was den unerwünschten Transport von Diethyl-Toluamid durch die Haut in den Körper erleichtert.

  • Außerdem mindert die gleichzeitige Anwendung beider Mittel die Sonnenschutz-Wirkung um circa 30 Prozent und die Duftstoffe der Sonnencreme überdecken teilweise den Abwehrgeruch des Insektenprodukts. Auf diese beiden Punkte weist das Deutsche Grüne Kreuz (DKG) eigens hin.

3. Sonstige Hinweise zum Gesundheitsschutz

  • Um eine zusätzliche Schutzwirkung zu erreichen, darf auch die Kleidung eingesprüht werden, aber nur, wenn sie aus Wolle oder Baumwolle besteht. Kunstfasern hingegen werden angegriffen.

  • Sprays mit Repellents nicht in geschlossenen Räumen verwenden

  • Nach dem Ende des Aufenthalts im Freien muss die behandelte Haut stets mit Wasser und Seife gerreinigt werden

  • Mit Insektenschutz getragene Kleidung in die Wäsche geben

Nebenwirkungsprofil von Diethyl-Toluamid

Nebenwirkungen dieser Substanz sind zwar relativ selten, zeigen sich aber hin und wieder in unterschiedlicher Ausprägung. Denn der Wirkstoff kann durch die Haut in den Blutkreislauf und von dort auch bis ins Nervensystem gelangen. Lokale unerwünschte Hautreaktionen dominieren jedoch deutlich. Sehr seltene und schwere Nebenwirkungen eingeschlossen, zeigt sich dieses Bild:

Haut und Schleimhäute

  • Lokale Hautreizungen und Schleimhautreaktionen
  • Hautblasen und Angio-Ödeme (schmerzlose, selten juckende mehrtägige Schwellungen)
  • Unangenehmer Juckreiz oder Kontaktdermatitis (juckende, brennende, teils gerötete Haut)

Kreislauf- und nervenbedingte Störungen

  • Taubheitsgefühle und Kribbeln
  • Schlaflosigkeit, Gemütsschwankungen
  • Sehr selten: Krampfanfälle, Koma, starker Blutdruckabfall

Unbeabsichtigte orale Einnahme

  • Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen

Was ist besser: Chemische oder natürliche Insektenabwehr?

Neben der grundsätzlichen Einstellung gegenüber der Natur, zur Umwelt und mit Blick auf die Vorsorge für die Familie spielen bei der Auswahl von Insekten-Abwehrstoffen alltägliche Gründe ebenfalls eine Rolle. Denn auch der Wohnort, das gewählte Urlaubsziel sowie medizinische Anforderungen an den individuellen Insektenschutz fließen in die Entscheidung mit ein.

In heimatlichen Gefilden und gemäßigten Breitengraden ist es jederzeit vertretbar, auf chemische Abwehrprodukte zu verzichten und alternative Naturstoffe zu bevorzugen. Denn ein sicherer Schutz vor lästigen Insekten ist in der Regel mit pflanzlichen Substanzen wie Zitroneneukalyptus-Öl oder Geraniol ebenfalls zu erreichen. Entsprechende Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Naturmittel bestätigen dies.

Anders ist die Situation, wenn eine Reise in die Tropen ansteht. In solchen Fällen empfehlen unter anderem der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin vorzugsweise chemische Repellentien wie Diethyl-Toluamid oder Icaridin. Immerhin ist in den Tropen der Mückenschutz eine ganz wesentliche Maßnahme, um die Übertragung schwerer Infektionskrankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber zu vermeiden.

FAQ - Häufige Fragen kurz beantwortet

Was zieht Mücken an Menschen an?

Manche Menschen werden häufiger gestochen als andere. Das liegt an der individuellen Zusammensetzung der Körperchemie. Ein bestimmter Kohlendioxidgehalt im Atem sowie Milchsäure im Schweiß ziehen Mücken magisch an.

Warum sollte man Mückenschutzsprays verwenden?

Alle Mückensprays sollen bewirken, dass Mücken und Zecken sich von Menschen fernhalten und keine Krankheiten durch Stiche übertragen werden können.

Welches Mückenspray hilft am besten?

Mückensprays mit dem Wirkstoff DEET zählen zu den effektivsten Mückenschutzmitteln, die zudem am längsten wirken. Menschen schwören aber auch auf Zitronenöl als Schutz vor den Lästlingen. Man sollte unterschiedliche Sprays mit verschiedenen Wirkstoffen testen, um für sich selbst festzustellen, was am besten wirkt.

Ist Mückenspray schädlich?

Mückenspray mit DEET kann Nerven schädigen und sollte daher nicht unüberlegt verwendet werden.

Was ist DEET?

DEET oder Diethyl-Toluamid ist eine synthetisch hergestellte Substanz, die als Insekten-Abwehrmittel (Repellent) eingesetzt wird. Es handelt sich um eine fast geruchs- und farblose Flüssigkeit, die einen Geruchs-Schutzfilm auf die eingesprühte Haut legt und Mücken und andere Stechinsekten abwehrt.

Welche Nebenwirkungen kann DEET haben?

Hautreizungen, Schleimhautreizungen und Kontaktallergien können durch DEET hervorgerufen werden. Aber auch Schlaflosigkeit und Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen können unschöne Begleiterscheinungen von DEET sein.

 

Quellen:

 

 

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