Dickmaulrüssler bekämpfen - Tipps und Tricks gegen die Schädlinge

Silberkraft Käfer
Dickmaulrüssler bekämpfen - Tipps und Tricks gegen die Schädlinge

Fraßschäden an Pflanzen - schuld sind oft Dickmaulrüssler!

Rhododendron gehören in vielen Gärten dazu, sind sie doch schön anzusehen und relativ pflegeleicht. Die Pflanze beginnt schon im Mai zu blühen und ist bis in den Juli hinein voll von Blüten. Für viele Hobbygärtner sind ihre Gartenpflanzen der ganze Stolz. Sehr ärgerlich ist es dann natürlich, wenn man an den Blättern buchtenförmige Fraßspuren findet und Äste sowie Zweige vertrocknen - jedoch ohne einen offensichtlichen Grund. 

Gefräßige Käfer - der Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler sind kleine, zwischen 0,3 und einem Zentimeter große, schwarze Käfer. Sie gehören zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) ist mit weltweit etwa 60.000 Arten eine der artenreichsten Insektenfamilien überhaupt. 
Allein in Deutschland gibt es ca. 780 Rüsselkäferarten. Der gefürchtetste Käfer ist der Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus), der sehr robust und nur schwer zu bekämpfen ist.

Lebensweise

Viele Pflanzen sind ein gefundenes Fressen für die adulten Käfer. Sie lieben vor allem

  • Rhododendron
  • Hortensie
  • Efeu
  • Beerengehölze wie Erdbeeren
  • Rosen
  • Eibe
  • Clematis
  • Buchsbaum
  • Rosensträucher

Dickmaulrüssler verstecken sich tagsüber in der Erde oder im dichten Gehölz auf dem Boden und kommen erst bei der Dämmerung hervor. Dann klettern sie auf die Wirtspflanze und beginnen an den Blättern zu fressen. Da sie scheu sind, lassen sie sich bei der kleinsten Störung während der Nahrungsaufnahme von der Pflanze fallen und sind aufgrund ihrer dunklen Farbe kaum mehr auszumachen. Im Gegensatz zu anderen Käferarten können Dickmaulrüssler nicht fliegen.

Fortpflanzung

Dickmaulrüssler pflanzen sich in unseren Breiten in der freien Natur einmal im Jahr fort. Halten sie sich hingegen in Gewächshäusern o.ä. auf, so können mehrere Generationen an Käfern pro Jahr schlüpfen. 

Interessanterweise können die Weibchen des Dickmaulrüsslers auch ohne männliche Befruchtung Eier ablegen. Dickmaulrüssler-Weibchen können bis zu 800 Eier pro Jahr ablegen. Zur Eiablage sucht sie humusreiche, etwas sandigen Boden auf und legt die Eier möglichst nah bei der Wirtspflanze ab. Daraus schlüpfen dann wiederum zunächst gefräßige Larven, die sofort an den Wurzeln zu fressen beginnen und sich nach einer gewissen Zeit zu adulten und geschlechtsreifen Käfern weiterentwickeln.

Die ersten Käfer schlüpfen im Mai, die letzten im August - daher müssen Bekämpfungsmaßnahmen langfristig wirksam sein, um möglichst alle Käfer sowie Larven zu erwischen. 

Lebenszyklus

Die Dickmaulrüssler-Larven können in der Natur im Boden überwintern und verpuppen sich im nächsten Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder höher sind. Aus ihnen schlüpfen (je nach Witterung) im Mai oder Juni die adulten Käfer. Auch die Käfer haben die Fähigkeit, den Winter im Boden zu überdauern, da sie bis zu zwei Jahre alt werden können. 

Die Käfer-Weibchen benötigen ausreichend Fressen, um die Eier auszubilden. Insgesamt dauert es ca. einen Monat, bis die Eier soweit gereift sind, dass die Weibchen sie ablegen können. Normalerweise werden die Eier Ende Juni bis Anfang Juli abgelegt, aus denen daraufhin weiße, etwa einen Zentimeter lange, gekrümmte Raupen schlüpfen, die im Boden leben und dort an den Wurzeln von Pflanzen fressen. 

Ist der Schädlingsbefall hingegen in einem Gewächshaus, wo das ganze Jahr über ähnliche Temperaturen herrschen, so treten dort zu jeder Jahreszeit alle Dickmaulrüssler-Stadien gleichermaßen auf.

Wie erkennt man Dickmaulrüssler?

Problematisch bei einem Dickmaulrüsslerbefall ist, dass sie tagsüber nicht aktiv sind. Die kleinen Käfer sind sehr scheu und lassen sich bei der kleinsten Störung von der Pflanze fallen. Da sie erst in der Dämmerung aus ihrem Versteck krabbeln, ist es für den (nicht so aufmerksamen) Hobbygärtner mitunter kaum zu erkennen, ob ein Dickmaulrüsslerbefall vorliegt. Da die Käfer jedoch sehr charakteristische Fraßspuren an Blättern hinterlassen, kann man andere Schädlinge ausschließen: Dickmaulrüssler fressen buchtenförmige Spuren in die Blätter der Pflanzen. Die halbkreisförmigen Verletzungen der Blätter hinterlassen keine anderen Schädlinge. 

Der Fraß der Blätter ist für die Pflanze nicht schädlich - es sieht allerdings unschön aus. Gedanken machen sollte man sich hingegen über die Dickmaulrüssler-Larven, die im Verborgenen hausen und gravierende Schäden an den Wurzeln der Pflanzen hinterlassen. Die Pflanze bekommt dadurch weniger Wasser und Trockenheitsschäden wie verwelkte Blätter und trockene Äste sind nicht selten die Folge. Auch ein verkümmerter Wachstum der Pflanze kann auf einen Dickmaulrüsslerbefall hinweisen. Im schlimmsten Fall stirbt die ganze Pflanze ab. 

Dickmaulrüssler bekämpfen - so gelingt’s!

Es gibt verschiedene Ansätze zur Bekämpfung von Dickmaulrüsslern. Alle müssen jedoch langfristig angewendet werden, da die Käfer sehr hartnäckig sind. Es gibt jedoch einige Hausmittel sowie chemiefreie Möglichkeiten, der Schädlingsplage Herr zu werden.

Käfer absammeln

Eine Methode, die viel Geduld erfordert, ist es, die Käfer von der befallenen Pflanze abzusammeln, sobald es dunkel ist. Dazu muss man mit einer Taschenlampe die befallene Pflanze absuchen. Leider sind die Käfer sehr scheu und lassen sich bei Störung einfach von der Pflanze fallen. Aufgrund ihrer dunklen Farbe sind sie am Boden kaum auszumachen. Darüber hinaus ekeln sich einige Menschen vor Insekten und Käfern, weshalb diese Methode nur für einige Menschen durchführbar und daher nur bedingt wirksam ist. 

Die abgesammelten Käfer müssen überdies unschädlich gemacht werden: Das gelingt am besten mit heißem Wasser oder zerquetschen. Diese Maßnahme ist empfehlenswert, wenn nur eine einzige Pflanze von Dickmaulrüsslern befallen ist. 

Bedingt wirksam: Insektizide

Anders als andere Insektenarten leben Dickmaulrüssler sehr versteckt. Daher ist ihnen auch nur schwer mit herkömmlichen Insektiziden, die bei Kontakt mit dem Schädling wirksam sind, zu Leibe zu rücken. Tagsüber verkriechen sich die Käfer im Schutz des Unterholzes oder im Boden. Bringt man nun Insektizide aus, so werden Dickmaulrüssler kaum davon tangiert, während der chemische Wirkstoff tödlich für andere Insekten wie Bienen oder Hummeln sein kann. 

Insektizide wirken bei den lästigen Käfern eher repellierend - sie bleiben für eine gewisse Zeit nach dem Versprühen fern. Sobald es jedoch geregnet hat und der Wirkstoff des Insektenmittels abgespült wurde, kommen sie in Scharen zurück. 

Fressfeinde im Garten ansiedeln

Eine einfache, fast kostenfreie und langfristige Lösung gegen Dickmaulrüssler kann es sein, Fressfeinde im Garten anzusiedeln. Diese lieben die Käfer sowie die Larven.
Einige Fressfeinde des Dickmaulrüsslers sind:

Tiere im Garten anzusiedeln ist meist gar nicht so schwierig, solange sie optimale Nistmöglichkeiten wie Vogelhäuser oder Nisthilfen finden. 

Einige Nutztiere wie Hühner und Enten fressen für ihr Leben gerne die kleinen Larven der Dickmaulrüssler. Hat man den Platz und die Möglichkeit, eines dieser Tiere im Garten zu halten, muss man sich um Dickmaulrüssler bald keine Gedanken mehr machen. 

Dickmaulrüssler bekämpfen mit Nematoden

Möchte man keine Tiere im Garten ansiedeln und Dickmaulrüssler auf natürliche (tierfreie) Art entfernen, haben sich Nematoden bewährt. Nematoden sind Fadenwürmer. Die Vielzeller sind sehr artenreich (Schätzungen liegen zwischen 20.000 und 10 Millionen verschiedenen Wurmarten, die auf der ganzen Welt existieren sollen) und leben in feuchter Erde. Einige Arten leben von Mikroben, andere parasitieren hingegen Larven von anderen Insekten und sind bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung sehr nützlich.

Damit Nematoden wirksam sein können, muss man den Lebenszyklus der Dickmaulrüssler kennen. Je nach Witterung und Temperatur schlüpfen die ersten adulten Dickmaulrüssler zwischen Mai und August. Damit die Eier abgelegt werden können, darf der Boden nicht nur sandig, sondern auch humusreich sein.

Diese Dinge muss man bei Nematoden beachten:

  1. Nematoden sterben, sobald sie kein Fressen finden. Daher können sie nicht vorbeugend ausgebracht werden.
  2. Nematoden mögen kein direktes Sonnenlicht, daher sollten sie bei bewölktem Himmel ausgebracht werden.
  3. Temperaturen unter 12 Grad Celsius mögen Nematoden überhaupt nicht. Die beste Jahreszeit zum Ausbringen der Nematoden gegen Dickmaulrüssler ist der Spätsommer (August bis Oktober). 

Hausmittel gegen Dickmaulrüssler

Unterstützende Maßnahmen im Kampf gegen Dickmaulrüssler kann man in der eigenen Küche finden. Richtig angewendet sind Knoblauch und Co. gute Helfer, um Dickmaulsrüssler zu bekämpfen.

Knoblauch

Knoblauch ist in vielen Haushalten Standard neben Zwiebeln. Die vor Thrombose schützende Knolle enthält Inhaltsstoffe, die die Dickmaulrüssler zum Fürchten finden und schnell das Weite suchen. Knoblauch ist darüber hinaus sehr einfach in der Anwendung: 
Eine Knoblauchzehe zerkleinern und in die Erde um die betroffene Pflanze einarbeiten. Diesen Schritt jeden Monat wiederholen. Der Knoblauch gibt seine Inhaltsstoffe an die Erde ab, wodurch die Dickmaulrüssler vertrieben werden. Möchte man zwischen den Anwendungen die Wirkung des Knoblauchs verstärken, so kann man einen Knoblauchsud aus fünf Knoblauchzehen und 500 Milliliter Wasser herstellen, den man rund um die betroffene Pflanze in den Boden gießt. 

Neemöl

Neemöl (oder auch Niemöl) ist ein bewährter Helfer im Kampf gegen verschiedene Schädlingsarten. Das Öl ist sehr potent, weshalb es vor der Anwendung mit Wasser verdünnt werden muss. 

Ein Liter Gießwasser mit zwei Teelöffeln Neemöl mischen und in eine Sprühflasche geben. Die betroffenen Pflanzen großzügig und flächendeckend (bei bedecktem Himmel oder in der Abenddämmerung) mit der Neemöl-Wasser-Mischung einsprühen. Achtung: Bei Regen wäscht sich die Mischung ab! Diesen Prozess jede Woche wiederholen. 

Kaffeesatz

Kaffeesatz sollte nicht allein verwendet werden, da er eher als unterstützende Maßnahme im Kampf gegen Dickmaulrüssler gesehen wird. Dazu den getrockneten Kaffeesatz in die Erde um die befallene Pflanze herum einarbeiten und einmal im Monat wiederholen. 

Wann sollte man Dickmaulrüssler bekämpfen?

Dickmaulrüssler können nur zu bestimmten Jahreszeiten bekämpft werden. Die Käfer sieht man meist zwischen April und Juni (je nach Witterungsverhältnissen). Die Eier wiederum legen die Käfer ab Juni in den Boden, weshalb ab diesem Zeitpunkt mit der Bekämpfung durch Nematoden begonnen werden sollte. Von der Eiablage bis zum adulten Käfer dauert es etwa drei Wochen, danach beginnt der nächste Lebenszyklus mit neuen Käfern, der bis in den Oktober hinein geht. 

Quellen und weiterführende Links

Weitere Ratgeber-Artikel von uns

Maikäfer: Larve ist der wahre Schädling!

Frühlingsbote und Schädling zugleich - der Maikäfer Maikäfer gibt es... mehr lesen

Dickmaulrüssler - dieses Schadbild verursachen sie!

Fraßschäden an Pflanzen und Pilzinfektionen - Schuld sind Dickmaulrüssler Kleine... mehr lesen

Dickmaulrüssler-Larven mit Nematoden bekämpfen

Die hartnäckigsten Schädlinge im Garten - Dickmaulrüssler! Der Garten ist... mehr lesen

Drahtwürmer bekämpfen – mit biologischen Maßnahmen zum Ziel!

Unauffälliger Schädling mit großem Appetit – der Drahtwurm Hobbygärtnern ist... mehr lesen

Käfer im Haus – erkennen, bestimmen und bekämpfen

Käfer in der Wohnung – nur Materialschädlinge oder auch Überträger... mehr lesen

Erdflöhe bekämpfen – es funktioniert auch auf natürliche Weise

Gefürchteter Schädling im Gemüsebeet – der Erdfloh Die wichtigste Information... mehr lesen

Borkenkäfer – kleiner Forstschädling mit großem Gefahrenpotenzial

Wie schädlich sind Borkenkäfer für unsere Wälder? Borkenkäfer (Scolytinae) zählen... mehr lesen

Teppichkäfer-Larven loswerden – es klappt auch ohne gesundheitsschädliche Insektizide!

Sind Teppichkäfer-Larven nur Materialschädlinge oder auch gefährlich für den Menschen?... mehr lesen

Wie kommen Dickmaulrüssler in den Garten?

Dickmaulrüssler kommen meist unbemerkt durch Topfpflanzen und gekaufte Erde in den Garten.

Welche Pflanzen werden von Dickmaulrüssler-Larven befallen?

Betroffen sind vor allem Pflanzen mit fleischigen Blättern wie wie Rhododendron, Hortensien, Eiben, Flieder, Azaleen, Efeu, Kirschlorbeer sowie Beerenfrüchte und Wein.

Wie bekämpft man Dickmaulrüssler-Larven?

Gegen Dickmaulrüssler-Larven haben sich Nematoden bewährt, die regelmäßig mit dem Gießwasser in die Erde um die betroffenen Pflanzen ausgebracht werden. Nematoden fressen das Innere von den Dickmaulrüssler-Eiern, wodurch der Fortpflanzungskreislauf unterbrochen wird.

Welche Hausmittel bekämpfen Dickmaulrüssler?

Hausmittel gegen Dickmaulrüssler sind Neemöl, Knoblauch und Neemöl. Diese sollten regelmäßig angewendet werden, damit die Wirkung nicht verfliegt und die Käfer langfristig fern bleiben.

Wie bekämpft man Dickmaulrüssler?

Neben Hausmitteln und Methoden wie Käfer absammeln (was sich schwierig gestaltet), haben sich Nematoden gegen Dickmaulrüssler bewährt.

Wann sollte man Dickmaulrüssler bekämpfen?

Dickmaulrüssler sollte man mit Nematoden zwischen Mai und Juni sowie von August bis Oktober bekämpfen. Möchte man zusätzlich Hausmittel gegen Dickmaulrüssler nutzen, kann man diese den ganzen Sommer über immer wieder anwenden.