Dickmaulrüssler - dieses Schadbild verursachen sie!

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Dickmaulrüssler - dieses Schadbild verursachen sie!

Fraßschäden an Pflanzen und Pilzinfektionen - Schuld sind Dickmaulrüssler

Kleine schwarze Käfer, die im Schutz der Dunkelheit aus ihrem Versteck kriechen und sich an bestimmten Pflanzen gütlich tun - dies ist der Albtraum vieler (Hobby-)Gärtner. 
Die robusten und nur schwer zu bekämpfenden Dickmaulrüssler kommen meist unentdeckt in Gärten und Gewächshäuser. Meist geschieht das durch gekaufte Pflanzen und Säcke voll Erde. Welchen Schaden sie jedoch anrichten können, ist den wenigsten bekannt.

Dickmaulrüssler - was sind das für Insekten?

Dickmaulrüssler sind kleine, zwischen 0,3 und einem Zentimeter große, schwarze Käfer. Sie gehören zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) ist mit weltweit etwa 60.000 Arten eine der artenreichsten Insektenfamilien überhaupt. 

Allein in Deutschland gibt es ca. 780 Rüsselkäferarten. Der gefürchtetste Käfer ist der Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus), der sehr robust und nur schwer zu bekämpfen ist.

Die kleinen Käfer verstecken sich tagsüber in der Erde oder im dichten Gehölz auf dem Boden und kommen erst bei der Dämmerung hervor. Dann klettern sie auf die Wirtspflanze und beginnen an den Blättern zu fressen. Die Larven hingegen sind die wahren Schädlinge, da die Fraßschäden der adulten Käfer nur oberflächlich sind. In den Wurzeln findet die Dickmaulrüssler-Larve benötigte Nährstoffe zur Weiterentwicklung. Vor allem die Feinwurzeln, die die Pflanzen zur Wasseraufnahme dringend benötigen, fallen den hungrigen Larven zum Opfer.

Welche Pflanzen befallen Dickmaulrüssler?

Nicht alle Pflanzen sind das bevorzugte Fressen von Dickmaulrüsslern. Diese lieben sie jedoch besonders: 

  • Rhododendron
  • Hortensie
  • Efeu
  • Beerengehölze wie Erdbeeren
  • Rosen
  • Eibe
  • Clematis
  • Buchsbaum
  • Rosensträucher
  • Weinreben

Darüber hinaus lieben Dickmaulrüssler auch junge Pflanzen. Vor allem in Baumschulen sorgen die Käfer oft für große wirtschaftliche Schäden. Sie lieben es nämlich, in Pflanz- und Blumenkübeln zu leben. Dort herrschen optimale Entwicklungsbedingungen für die gefräßigen Larven.

Dickmaulrüssler: Welches Schadbild hinterlassen sie?

Die adulten Käfer fressen im Schutz der Dunkelheit an den grünen Blättern der Pflanzen. Dabei hinterlassen sie halbmondförmig (buchtenartig) abgefressene Blätter. Diese Spuren entstehen, da sich die Käfer vom Blattäußeren zum Blattinneren fressen. Sieht man solche Spuren plötzlich vermehrt an den gehegten und gepflegten Gartenpflanzen, so kann man sich sicher sein, dass ein Befall mit Dickmaulrüsslern vorliegt. 

Die Larven hingegen bleiben während ihrer Fressphase stets unter der Erde und somit für uns Menschen vollkommen unsichtbar. Sie beginnen, nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, sofort mit dem Fressen an den Wurzeln. Diese sind essentiell für das Wachstum und das Leben der Pflanze. Leider ist es so, dass die Larven auch vor den Feinwurzeln nicht Halt machen. Ihre Fressgewohnheit vermindert eine Wasseraufnahme der Pflanze und kann zu Sekundärinfektionen wie Pilzen kommen. 

Befallene Pflanzen werden langfristig in ihrem Wachstum geschwächt. Welke Triebe und Blätter können Anzeichen für die Larven von Dickmaulrüsslern sein. Welkes Blattwerk kann jedoch auch auf Trockenheit oder übermäßige Nässe hinweisen. Diese Zeichen können jedoch auch auf Welkepilze hinweisen. Daher kann man allein an diesen Merkmalen nicht auf einen Dickmaulrüssler-Befall schließen!

Dickmaulrüssler - Welkepilze als Schadbild möglich!

Durch die Fraßschäden an den Wurzeln kommt es nicht selten zu Sekundärinfektionen der eh schon geschwächten Pflanze. Welkepilze, die sich im Boden befinden, gelangen durch die offenen Stellen an den Wurzeln ins Innere der Pflanzen. Welkepilze wachsen innerhalb der Pflanze direkt am Stamm nach oben und werden durch die Leitgefäße der Pflanze verteilt. So entstehen daraufhin für Welkepilze typische Symptome wie verwelkte Blätter, trockene Triebe usw. Im schlimmsten Fall stirbt die betroffene Pflanze ab. 

Der Welkepilz Verticillium ist dabei besonders tückisch, hat er es doch auf viele Pflanzen abgesehen. Über 200 verschiedene Pflanzenarten befällt diese Pilzart. Typische Trockenschäden wie vergilbte Blätter, eingetrocknete Triebe etc. sind für diesen Pilz charakteristisch. Meist treten sie schon im Frühsommer auf. Allerdings wurden Schadbilder des Welkepilzes auch während Hitzeperioden gesehen, weshalb es für den Gärtner oftmals nicht ersichtlich ist, ob die Schäden an der Pflanze nun Trockenheitsschäden oder Pilzschäden oder Schäden von Insekten sind. Nur, wenn man die Pflanze quer aufschneiden würde, könnte man sicher sein, dass ein Pilzbefall vorliegt: Das Innere der Pflanze ist durch den Welkepilz bräunlich verfärbt. 

Bekämpfung der Welkepilze

Welkepilze zu bekämpfen ist schwierig. Daher ist es ratsam, präventiv vorzugehen, bevor es zu Infektionen mit dieser Pilzart kommt. Die wichtigste Maßnahme ist daher, den Dickmaulrüssler zu bekämpfen, der durch seine Fraßschäden den Pilzen den Weg bereitet. Bewährt haben sich hier Nematoden. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie mehr zu dieser Bekämpfungsmethode.

Besondere Hygiene im Umgang mit Pflanzenerde und Pflanzgefäßen minimieren die Gefahren, die durch Welkepilze entstehen können. Bevor man Pflanzen umtopft, muss das neue Pflanzgefäß gründlich gereinigt werden. Auch sollte alte Erde ausgetauscht werden. Die Erde sollte nicht zu nass gehalten werden und ausreichend Pflanzenabstand zwischen den Pflanzen eingehalten werden. 

Quellen und hilfreiche Links

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Welches Schadbild hinterlassen Dickmaulrüssler-Larven?

Leider ist es so, dass Larven der Dickmaulrüssler vor allem an Wurzeln von Pflanzen fressen. Ihre Fressgewohnheit vermindert eine Wasseraufnahme der Pflanze und kann zu Sekundärinfektionen wie Pilzen kommen.

Dickmaulrüssler: Welches Schadbild hinterlassen sie?

Die adulten Käfer fressen im Schutz der Dunkelheit an den grünen Blättern der Pflanzen. Dabei hinterlassen sie halbmondförmig (buchtenartig) abgefressene Blätter. Die Larven wiederum fressen an den Wurzeln, wodurch die Pflanze geschwächt wird und Trockenheitssymptome wie welke Blätter und vertrocknete Zweige aufweise.

Wie bekämpft man Welkepilze?

Welkepilze zu bekämpfen ist schwierig. Daher ist es ratsam, präventiv vorzugehen, bevor es zu Infektionen mit dieser Pilzart kommt. Daher sollte man Dickmaulrüssler und ihre Larven zunächst bekämpfen, so haben die Pilze kaum Chance, in die Pflanze einzudringen.

Wann sollte man Dickmaulrüssler bekämpfen?

Dickmaulrüssler sollte man mit Nematoden zwischen Mai und Juni sowie von August bis Oktober bekämpfen. Möchte man zusätzlich Hausmittel gegen Dickmaulrüssler nutzen, kann man diese den ganzen Sommer über immer wieder anwenden.

Wie bekämpft man Dickmaulrüssler?

Neben Hausmitteln und Methoden wie Käfer absammeln (was sich schwierig gestaltet), haben sich Nematoden gegen Dickmaulrüssler bewährt.