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Fliegender Maikäfer

Maikäfer: Larve ist der wahre Schädling!

Frühlingsbote und Schädling zugleich - der Maikäfer

Maikäfer gibt es schon seit vielen hundert Jahren. Aufgrund ihrer Entwicklung gibt es alle vier Jahre eine regelrechte Maikäferinvasion. Im Mittelalter wurden die gefräßigen Käfer in Frankreich einst per Beschluss vor Gericht geladen - sind jedoch dort nie aufgetaucht und verurteilt worden… Früher wurde man der Flut an Maikäfern Herr, indem man die proteinreichen Insekten als Delikatesse mit Zucker überzog oder eine Maikäfersuppe kochte. Die damaligen Delikatessen kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen - die Maikäferplage hingegen ist weiterhin regelmäßig existent.

Was sind Maikäfer?

Maikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer. In Deutschland kommen drei unterschiedliche Arten der Käfer vor: Der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani), der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) sowie der Melolontha pectoralis, der dem Feldmaikäfer sehr ähnlich ist. Die beiden erstgenannten Arten kommen in der Rheinebene sowie in der Rhein-Main-Region vor, während der letztgenannte vor allem im Südwesten Deutschlands beheimatet ist. Maikäfer auf einem Zweig

Wie sehen Maikäfer aus?

Maikäfer hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen. Die etwa 2,5 Zentimeter großen Käfer fliegen ab April durch die Lüfte. Sie haben charakteristische rotbraun gefärbte Flügel, der Rest des Käfers ist schwarz. Gut erkennbar sind sie auch an dem zickzackförmigen Muster am seitlichen Körper. Anders als Säugetiere haben Maikäfer als Nase Fühler, mit denen sie Nahrung erschnuppern. Adulte Maikäfer leben nur etwa vier bis sieben Wochen. Maikäferweibchen legen Larven ab, die bis zu sieben Zentimeter lang werden können. Der Körper ist lang, etwa gleich dick mit einem braunen Kopf. Ehe sie sich verpuppen und adulte Käfer schlüpfen, leben Maikäferlarven drei bis vier Jahre lang im Boden, wo sie an Pflanzenwurzeln fressen.

Fortpflanzung von Maikäfern

Einige Insektenarten brauchen keinen männlichen Part, um sich fortzupflanzen. Maikäfer hingegen müssen sich paaren, um sich zu vermehren. Die Weibchen verströmen daher einen Duftstoff, den sie aus Blattsäften herstellen. Die Männchen nehmen den Duft mit ihren Fühlern auf und folgen der Spur. Nach der Befruchtung legen die Weibchen die Eier in lockerer, feuchter Erde ab. Ein einziges Weibchen kann zwischen 10 und 100 Eier auf einmal ablegen. Sie agieren dabei ähnlich wie Frösche und suchen den Ort auf, an dem sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind. 

Larvenstadium

Die Larven schlüpfen circa einen Monat nach der Eiablage. Sie sind bis zu sechs Zentimeter lang, gelblich gekrümmt und besitzen behaarte Brustbeine. Von der Metamorphose zum adulten Käfer dauert es vier Jahre, in denen die Larven im Erdboden leben, Wurzeln fressen und sich mehrmals häuten. Im Herbst des vierten Jahres verpuppen sie sich, verwandeln sich zu Jungkäfern und überwintern im Boden. Im darauffolgenden Frühjahr schlüpfen die Käfer (je nach Temperaturen) zwischen April und Mai aus dem Boden. In den nun folgenden sechs Wochen paaren sich die Käfer und sterben ab.

Wo findet man Maikäfer in der Natur?

Maikäfer sind immer in der Nähe von Nahrungsmöglichkeiten zu finden. Lockeren, sandigen Boden mögen sie überdies ebenfalls, da sie dort weniger Schwierigkeiten haben, die Löcher für die Eiablage zu buddeln. Die meisten Maikäfer kommen in diesen Gebieten vor:
  • Wälder (Laub- und Nadelwälder)
  • offene Heideflächen im Norden Deutschlands
  • Streuobstwiesen
  • Obstgärten
  • in Flussnähe 

Maikäfer - Larve und Käfer

Maikäfer - Larven richten diese Schäden an

Die Larven der Maikäfer leben vier Jahre im Erdboden. Dort fressen sie neu ausgetriebene Wurzeln von Pflanzen sowie die Rinden an dickeren Wurzeln. Dieser Wurzelfraß kann, ähnlich wie bei Dickmaulrüsslern die Pflanze nachhaltig schädigen. Die Bäume können durch die fehlenden und verletzten Wurzeln weniger Wasser aus dem Boden ziehen und ein Nährstoffmangel ist nicht selten die Folge. Junge Bäume können bei einem Befall sogar absterben. 

Schadbild von adulten Maikäfern

Die ausgewachsenen Maikäfer hingegen lassen Wurzeln links liegen. VIelmehr lieben sie das Blattwerk von Ahorn, Buche, Eiche und Kastanienbäumen sowie Obstbäumen, die im Frühjahr austreiben. Ein starker Befall schwächt auch hier die Pflanze. Neben Bäumen lieben Maikäfer jedoch auch junge Pflanzen und Gräser und machen auch vor Salat und Gurken keinen Halt. Gibt es keine Blätter mehr, so fliegen die verfressenen Käfer weiter zum nächsten Baum. Der Johannistrieb (Ende Juni) ist für die meisten Pflanzen jedoch die Rettung, da sie an diesem Zeitpunkt noch einmal austreiben können und so keinen langfristigen Schaden von Maikäfern nehmen. 

Bekämpfung von Maikäfern - Achtung!

Ist die Maikäferpopulation in einem Jahr sehr stark, so sollte man Maßnahmen einläuten, mit denen man den Maikäfern Herr werden kann. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass man Maikäfer nicht ohne Weiteres mit chemischen Mitteln bekämpfen darf!
Nach den Kriegsjahren wurden so viele chemische Insektizide gegen Maikäfer eingesetzt, dass diese fast ausstarben. Daher dürfen nur ausgebildete Schädlingsbekämpfer mit einer Sondergenehmigung mit chemischen Wirkstoffen gegen Maikäfer vorgehen. Der (Hobby-)Gärtner hingegen muss sich auf Hausmittel, Fressfeinde und chemiefreie Mittel beschränken. 

Maikäfer-Larve bekämpfen - diese Maßnahmen darf man anwenden

Da chemische Mittel für uns ausscheiden, muss man sich anders gegen Maikäfer und ihre Larven helfen. Eine gute und einfache Lösung ist es, Fressfeinde im Garten anzusiedeln.

Fressfeinde im Garten ansiedeln

Käfer haben viele Säugetiere zum Fressen gerne. Nicht anders ist es mit Maikäfern. Ihre Fressfeinde dezimieren die Käfer und Larven zusehends und bieten den wohl natürlichsten und besten Schutz vor einer Plage. Diese Säugetiere zählen zu den Feinden der Maikäfer und ihrer Larven:
  • Igel
  • Maulwurf
  • Vögel (u.a. Eulen, Krähen)
  • Mäuse und Spitzmäuse
  • Fledermäuse
Um Vögel in den Garten zu locken, kann man Vogelhäuser und Nisthilfen installieren. Auch ein Igelhaus, dass dem kleinen stacheligen Säugetier Schutz im Winter bieten kann, ist eine gute Möglichkeit, Tiere anzulocken

Nematoden gegen Maikäfer

Eine einfache und gute Möglichkeit ist es darüber hinaus, Nematoden einzusetzen. Die Fadenwürmer werden mit dem Gießwasser in die Erde ausgebracht, wo sie die Eier der Maikäfer parasitieren und von innen nach außen auffressen. So wird der Bestand der Maikäfer auf natürliche Weise dezimiert, da weniger Larven schlüpfen können. Achtung: Nematoden parasitieren nur Eier, keine Larven! Daher muss man sie ab Anfang Juni über einen Zeitraum von sechs Wochen regelmäßig ausbringen. Zu einem anderen Zeitpunkt sind die kleinen, für Pflanzen völlig ungefährlichen Würmer, im Kampf gegen Maikäfer nutzlos.

Maikäferjahr - was bedeutet das?

Viele Zeitungen titeln alle vier Jahre “Maikäferjahr”. Aber was bedeutet das eigentlich? 
Da die Entwicklungszeit von der Larve bis zum Käfer vier Jahre dauert, gibt es alle vier Jahre eine wahre Schwemme an Maikäfern. Das letzte Maikäferjahr war 2018 bzw. 2019. Im warmen Bayern war daher 2021 ein Maikäferjahr, während nördlichere Bundesländer im Sommer 2022 ein Maikäferjahr erwarten.  In diesen Jahren treten Maikäfer in regelrechten Schwärmen auf und fressen ganze Bäume kahl. Im Mai sieht man viele (gerade aus der Erde geschlüpfte) Maikäfer auf ihrem Jungfernflug in Richtung Wald fliegen. In den Jahren, in denen kein sogenanntes Maikäferjahr ist, fliegen nur wenige Maikäfer umher. Es wird vermutet, dass so Fressfeinde ausgetrickst werden sollen, da diese nie genau wissen, wie viele Käfer im Jahr als mögliche Nahrungsquelle fliegen werden.

Quellen und hilfreiche Links

  • Ursprünglicher Preis
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