Ameisenarten - diese Arten kommen in Deutschland häufig vor!

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Ameisenarten - diese Arten kommen in Deutschland häufig vor!

Kleiner Krabbler mit sechs Beinen - die Ameise

Ameisen kennt jeder: die oftmals kleinen Krabbler sind weltweit zu finden. Sie sind Hautflügler und gehören zur Familie der Insekten. In der Natur stören sie uns Menschen so gut wie gar nicht. Hat man jedoch Ameisen im Haus oder Garten, sieht die Sache schon anders aus. Niemand möchte sich seine Lebensmittel mit den gefräßigen kleinen Insekten teilen, die eine Ameisenstraße vom Fenster oder der Tür zur Vorratskammer benutzen. Da die kleinen Krabbler das 30- bis 60-fache ihres eigenen Körpergewichts tragen können, sind sie die stärksten Tiere der Welt. 

Nahaufnahme einer Ameise

Wieviele Ameisenarten gibt es?

Ameisen kommen überall auf der Welt vor. Von ihnen gibt es über 13.000 verschiedenen Ameisenarten - in Deutschland existieren davon etwa 100. Allen Ameisen ist gemein, dass sie in sogenannten Ameisenstaaten oder -kolonien leben. Einige Ameisenstaaten bestehen aus einigen hundert Tieren, andere Staaten hingegen organisieren sich in mehreren Millionen von Tieren. 
Die ältesten fossilen Funde von Ameisen sind über 100 Millionen Jahre alt und stammen somit aus der Kreidezeit. 

Allgemeine Informationen zum Ameisenstaat

Ein Ameisenstaat im Allgemeinen besteht aus verschiedenen Gruppen bzw. Kasten. An der Spitze steht die Ameisenkönigin, darauf folgen die Arbeiterinnen und die männlichen Ameisen, die bei fast allen Ameisenarten vorrangig nur zum Befruchten da sind.

Arbeiterinnen sind in der Regel flügellos und pflanzen sich selbst nicht fort. Dazu sind einzig die geschlechtsreifen Weibchen, die späteren Königinnen, da, die wiederum Flügel besitzen. Die Männchen besitzen ebenfalls Flügel - einige Ameisenarten paaren sich sogar während des Fluges. Die Männchen sterben daraufhin, während die Weibchen ihre Flügel abstoßen. 
Allen Ameisen ist gemein, dass sie einen ausgesprochen feinen und ausgeprägten Geruchssinn haben sowie Beißwerkzeug am Mund, mit dem sie Nahrungsmittel zerkleinern und tragen können. 

Einige Ameisenarten sind winzig klein, andere wiederum sehr groß. Von Art zu Art ist die Färbung unterschiedlich sowie das Ameisennest. 

Sind fliegende Ameisen eine eigene Ameisenart?

Fliegende Ameisen sind keine eigene Spezies von Ameisen. Sieht man fliegende Ameisen, so kann man davon ausgehen, dass sich diese in der Paarungszeit befinden. Geschlechtsreife Weibchen und Männchen paaren sich während des Fluges, woraufhin das befruchtete Weibchen ausfliegt, um einen eigenen Ameisenstaat zu gründen und einen geeigneten Nestplatz zu finden. Daraufhin wirft es seine Flügel ab. Die Männchen hingegen sterben. 

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Häufige Ameisenarten in Deutschland

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene, häufig vorkommende Ameisenarten vor, die sich in Deutschland niedergelassen haben. Einige davon stören uns Menschen so gut wie gar nicht, andere wiederum machen uns bei einem Befall das Leben schwer.

Blattschneiderameisen - die Vegetarier unter den Ameisen

Blattschneiderameisen (dazu gehören die Gattungen Atta und Acromyrmex)  hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen: Wenn sich kleine Stückchen von Blättern wie von Zauberhand über Wege und Terrassenplatten bewegen, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Ameisengattung dahinter. Die kleinen braunen Insekten zerbeißen mit ihrem scharfen Mundwerkzeug Blätter und kleine Ästchen und tragen diese zu ihrem Ameisennest.

Blattschneiderameisen leben immer in einem sehr großen Ameisenvolk zusammen. Das liegt an der Königin, die im Laufe ihres Lebens über 100 Millionen Arbeiterinnen zur Welt bringt. Etwa zwei Millionen Arbeiterinnen leben immer gleichzeitig. Daher sind Blattschneiderameisenvölker mit die größten Ameisenvölker Deutschlands. Sie sind friedliebend und ernähren sich nur von pflanzlichen Stoffen.

Feuerameisen - klein und aggressiv

Der Biss von Feuerameisen (Solenopsis) ist sehr schmerzhaft - fühlen sie sich bedroht, so greifen sie sofort an. Wird ein Mensch gebissen, so reagiert die Haut mit einer brennenden, schmerzhaften Pustel an der Bissstelle. Daher auch ihr Name “Feuerameise”. 
Ursprünglich kommen Feuerameisen aus Amerika, haben sich jedoch inzwischen über den ganzen Erdball verteilt. 

In der Natur leben Feuerameisen unter Steinen oder auf offenem Feld. Sogenannte Biwaknester - die Tiere bilden nur durch ihre eigenen Körper ein stabiles Nest und nutzen keine weiteren Materialien - sind ebenfalls typisch für Feuerameisen. Da sie Raubameisen sind und Brut sowie Nahrung von anderen Ameisenvölkern klauen, leben sie oft in unmittelbarer Nähe zu anderen Ameisenvölkern. In der Landwirtschaft sowie in der Stadt gehören Feuerameisen zu extremen Schädlingen, da sie ganze Ernten sowie die Bausubstanz von Gebäuden zerstören können. 

Gemeine Rasenameise - nächtliche Futtersucher

Die Gemeine Rasenameise (Tetramorium caespitum) liebt sonnige und trockene Standorte, daher ist sie häufig in der Nähe von Sand- oder Kalkböden zu finden. Ihr Nest befindet sich meist unterirdisch oder unter Steinen - aber auch gewaltige Erdhügel auf freiem Gelände zeugen von ihrer Anwesenheit. Die Gemeine Rasenameise ist ein Allesfresser, vorrangig bevorzugt sie jedoch Aas. Nahrung sucht sie sich nachts in der Erde, kann dabei aber auch in Gebäude eindringen und menschliche Nahrungsmittel verzehren. 
Gegenüber anderen Ameisenvölkern reagiert die Gemeine Rasenameise aggressiv. Stört man die etwa 80.000 Arbeiterinnen im Nest, greifen diese den Angreifer schnell an. 

Pharaoameisen - die Krankheitsüberträger

Von allen Ameisenarten ist die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) die gefährlichste. Die Insekten sind die kleinsten Ameisen in unseren Breitengraden und sind ganzjährig aktiv. Da sie gleichbleibende Temperaturen bevorzugen, suchen sie sich gerne Risse im Mauerwerk von Gebäuden, um dort zu leben: Sie wurden schon in Bäckereien, Hallenbädern und Krankhäusern gesichtet.

Da sie für die Fortpflanzung eiweißhaltige Nahrungsmittel benötigen, fressen sie alles, was ihnen vor die Mundwerkzeuge kommt: rohes Fleisch, Aas und Wurst stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan. Dadurch übertragen sie Krankheitserreger wie Streptokokken, Staphylokokken oder Salmonellen auf andere Gegenstände und Lebensmittel, durch die sich wiederum Menschen infizieren können. 

Rossameise - große Krabbler

Rossameisen (Camponotus) gehören zu den größten Ameisenarten in Deutschland. Sie leben bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, wo sie ihr Nest in morschen Bäumen und Baumstämmen ansiedeln. Arbeiterinnen können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Im Gegensatz zu den Männchen anderer Ameisenarten helfen die Männchen der Rossameise bei der Aufzucht der Larven. Da Rossameisen Holz zerstören und dadurch die Bausubstanz dauerhaft schädigen, muss schnellstmöglich ein Fachmann zur Bekämpfung von Ameisen zu Rate gezogen werden, sollte man Ameisen bei sich im Haus entdecken!

Rotrückige Hausameise - kleiner Materialschädling

Eine weitere materialschädigende Ameisenart ist die rotrückige Hausameise (Lasius emarginatus). Ihr Name ist auf ihren rot gefärbten Rücken zurückzuführen, der sich vom dunklen Kopf- und Hinterleib deutlich absetzt. Rotrückige Hausameisen bauen ihre Nester häufig in Häusern unter Putz, losen Dielen, hinter Wandverkleidungen oder unter Treppen. Sie nagt Nesthöhlen in Holzbalken und zerstört verbautes Holz oftmals großflächig. Eine Reparatur kann schnell in die Tausende gehen, sollte man einen Befall mit der Rotrückigen Hausameise nicht bemerken. Ameisensprays können daher präventiv und bei einem akuten Befall eingesetzt werden, um die Ameisenkolonie zahlenmäßig zu verkleinern und die  kleinen Insekten besser zu bekämpfen. 

Schwarzkopfameisen - süße Leckermäulchen

Die Schwarzkopfameisen (Tapinoma melanocephalum) haben, wie ihr Name schon vermuten lässt, einen schwarzen Kopf und einen hellen Hinterleib. Sie liebt vor allem Süßspeisen und fettige Nahrungsmittel. Da sie diese zuhauf in menschlichen Behausungen finden, kommen sie dort oft vor.  

Im Freien bevorzugt sie Honigtau - den Kot von Blattläusen - sowie die Ausscheidungen der Schmetterlingsraupen. Dort baut sie ihr Nest an Bäumen - im Garten sucht sie sich hingegen lose Steinplatten, um ihr Nest anzulegen. Während einige Ameisenarten im Sommer fortpflanzungsfähig sind, ist die Ameisenkönigin der Schwarzkopfameise ganzjährig paarungsbereit.

Waldameise - bedrohte Helfer der Natur

Waldameisen (Formica) sind die wohl nützlichste Ameisenart in Deutschland. Die großen braun gefärbten Ameisen stellen das Gleichgewicht unseres Ökosystems her, indem sie Forstschädlinge und Aas fressen. Sie halten sich immer sehr nah an ihrem Ameisennest auf: Maximal 50 Meter weit entfernen sie sich bei der Nahrungssuche. Vorrangig ernähren sie sich von Honigtau und der Jagd auf andere Insekten

Die Ameisenkönigin der Waldameisen lebt am längsten von allen Ameisenarten: Sie kann bis zu 25 Jahre alt werden! Das Ameisennest findet man an auf dem Boden liegenden Baumstümpfen, das aus Pflanzenteilen besteht und bis zu fünf Meter breit werden kann.

Wohlriechende Hausameise - gut duftende Feuchtigkeitsliebhaber

Wohlriechende Hausameisen (Tapinoma sessile) kommen häufig in Haushalten vor. Dort finden sie genügend Nahrung für ihre Brut - zuckerhaltige und süße Lebensmittel stehen dabei ganz oben auf der Speisekarte. Da die Wohlriechende Hausameise mit maximal drei Millimeter Körperlänge sehr klein ist, kann sie über längere Zeit unentdeckt bleiben. Ihre Kolonie besteht aus bis zu 10.000 Tieren, die mehrere Jahre leben können. Da die Wohlriechende Hausameise einen gewissen Grad an Feuchtigkeit liebt, ist sie oft in Grünpflanzen zu finden oder lebt in Ritzen im Badezimmer. 
Ihren Namen hat die Wohlriechende Hausameise aufgrund des Faktes, dass sie nach Kokosnuss duftet, sobald man sie zerdrückt, erhalten. 

Weiterführende Links und Quellen

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Wieviel Ameisenarten gibt es?

Auf der ganzen Welt gibt es über 13.000 verschiedene Ameisenarten, in Deutschland etwa 100 verschiedene Arten.

Sind Ameisen nützlich?

Ja, Ameisen sind sehr nützlich. Sowohl im Wald, als auch im Garten erfüllen sie zahlreiche sinnvolle Aufgaben. Sie tragen dazu bei, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt und erzeugen eine überwältigende Menge an Biomasse. Außerdem sorgen sie dafür, dass viel Waldhonig produziert werden kann. Waldhonig wird aus den Ausscheidungen der Blattläuse hergestellt - Ameisen melken die Blattläuse, um an den sogenannten Honigtau zu kommen.

Warum kommen Ameisen ins Haus?

Ameisen sind immer auf der Suche nach Nahrungsquellen, um ihre Kolonien zu versorgen. Da sie im Frühling und Sommer weniger natürliche Quellen zur Verfügung haben, kommen sie ins Haus, um dort nach Nahrung zu suchen.

Gibt es gefährliche Ameisenarten?

Ja, es gibt auch in Deutschland gefährliche Ameisenarten. Da Ameisen jedoch für den Menschen nicht tödlich sind, geht von ihnen keine lebensbedrohliche Gefahr aus.

Welche Ameisen sind geflügelt?

Es gibt keine rein geflügelte Ameisenart. Vielmehr sind Ameisen geflügelt, wenn sie fortpflanzungsbereit sind. Die Königin und die geflügelten Männchen paaren sich oftmals in der Luft.

Ist ein Ameisenbiss gefährlich?

Ameisenbisse sind unangenehm und können auf der Haut brennen. Für den Menschen sind sie jedoch ungefährlich. Lediglich die Haut wird in Mitleidenschaft gezogen: Es können Pusteln und rote Punkte an der Bissstelle entstehen.