Milben bei Hunden - das sollten Sie wissen

Milbenarten bei Hunden

Milben gibt es in unterschiedlichen Arten in so gut wie allen Bereichen des Lebens. Oft gehören sie einfach dazu und machen nichts was schadet. Manchmal machen sie sich aber doch negativ bemerkbar. Davon abgesehen sind sie nie willkommene Gäste.

Als Hundehalter kann es leider öfters passieren, dass man mit diesen unliebsamen Tierchen konfrontiert wird. Die meisten glauben, dass Milben Parasiten wie Läuse sind, auf der Haut herumkrabbeln und Blut saugen. Daher klingt es überraschend, dass man diese Annahme bei Milben nicht pauschalisieren kann. Es gibt bei Hunden unterschiedliche Arten von Milben, die auf verschiedene Weise auffallen.

Eine Grasmilbe in Nahaufnahme

Die Grasmilbe

Die wohl lästigste und auch eine der häufigsten Milben bei Hunden ist die Grasmilbe. Lateinisch trägt sie den Namen „Neotrombicula autumnalis“. Übersetzt heißt das „Herbstgrasmilbe“, wobei sie umgangssprachlich meist einfach „Grasmilbe“ genannt wird.
Wann genau die Grasmilbe auftaucht, ist unterschiedlich und kommt auf die Region und das Klima an. Einfach gesagt ist sie immer dann da, wenn kein Frost herrscht und das Wetter mild bis warm und trocken bis feucht ist. Es kann also sein, dass sie an einem Ort von März bis Oktober für Aufsehen sorgt und an einem anderen Ort von April bis November.
Aufgrund des Namens halten viele Hundebesitzer die Herbstgrasmilbe für harmlos und schenken ihr kaum Beachtung, bis ihr eigener Hund von den Milben befallen ist. 

 

Warum ist die Grasmilbe für den Hund so lästig?

Die Grasmilbe legt ihre Eier in das Gras. Sind die Larven reif, schlüpfen sie und halten sich wie viele andere Parasiten an allem fest, was ihren Weg kreuzt. Da sie dem Boden nah sind und oft unbekümmert und neugierig durch das Gras streifen, sind Hunde relativ oft betroffen. Andere Tiere, aber auch Menschen können genauso befallen werden.
Auch wenn der Name Herbstgrasmilbe vermuten lässt, dass sich die Milbe nur von Pflanzensaft ernährt, ist das ein Irrtum. Die winzigen Wesen ernähren sich von Blut. Sie krabbeln auf ihrem Opfer herum, verursachen dadurch Juckreiz und beißen sich fest, um das Blut zu trinken. Der Biss wiederum brennt, juckt und kann sogar Entzündungen der Haut verursachen.
Die befallenen Tiere kratzen und lecken sich, was zu kahlen Körperstellen führen kann, aber auch zu noch stärkeren Entzündungen oder gar zu Infektionen.
Am häufigsten befallene Körperregionen sind die Pfoten, die Beine und der Bauch. Je nach Größe des Tieres und der Dauer des Befalls, können die Milben bis hin zur Brust, zum Rücken, zum Kopf sowie zu den Ohren krabbeln.

Die Larven der Grasmilbe kann man gut an ihrer orangen Farbe erkennen. Einen Test, ob der eigene Hund befallen ist, kann man ganz einfach durchführen. Dazu hält man einen weißen Teller oder ein Blatt Papier unter den Hund und bürstet ihm das Fell. Die Larven fallen so vereinzelt herunter und sind auf dem hellen Untergrund gut zu erkennen. Hat der Hund helle Haut, kann man sie auch mit bloßem Auge gut erkennen. Besitzt man einen Garten mit Wiese, kann man einen Milbentest des Grüns durchführen, indem man etwas Weißes oder Beiges auf das Grün legt und abwartet. Wenn die Sonne scheint, kann man besonders schnell die kleinen Tierchen erkennen, die von dem hellen Grund regelrecht angezogen werden.

Die Hundemilbe

Die klassische Hundemilbe trägt den lateinischen Namen „Demodex Canis“ und ist eine Milbe, die nur Hunde befällt. Am häufigsten betroffen sind Hunde mit kurzem Fell. Einen Befall dieses kleinen Wesens wird oft gar nicht oder erst sehr spät bemerkt. Grund hierfür ist, dass sie im Haarfollikel der einzelnen Haare leben und sich dort auch ernähren. Damit sind sie nicht oder nur sehr wenig auf der Haut unterwegs und verursachen dementsprechend auch keinen bis nur leichten Juckreiz.
Da sie gesunden Hunden kaum schadet und sich auch bei dem Tier selbst kaum bemerkbar macht, fällt ein Befall in der Regel nicht auf. Nur wenn der Befall sehr stark ist, kann es passieren, dass der Halter aufmerksam darauf wird, dass etwas nicht stimmt. Besonders wenn das Fell stumpf, struppig und lichter wird.
Wirklich auffällig wird ein Befall nur dann, wenn der Hund sehr alt oder krank ist. Dann kann die Hundemilbe zu einer Belastung für das Tier werden. In diesen Fällen ist der Körper bereits geschwächt und die Milbe kann sich leichter und dadurch auch vermehrt ausbreiten.

Ein Befall mit der Hundemilbe wird Demodikose genannt. Diese tritt entweder auf dem ganzen Körper des betroffenen Tieres auf oder nur stellenweise. Am häufigsten ist der Kopf befallen, insbesondere der Bereich um die Augen. Ist der Befall stark genug um Symptome aufzuweisen, äußern diese sich mit Schuppen und Ausfall des Fells.
Da meist eine Spontanheilung stattfindet, ist nur selten eine Behandlung nötig. Geht die Demodikose nicht von allein weg oder breitet sie sich sogar weiter aus, muss gehandelt werden. Hierfür gibt es entsprechende Präparate, die verabreicht werden können. Aber auch die Umgebung sollte behandelt werden.

Die Ohrmilbe

Die Ohrmilbe trägt den lateinischen Namen „Otodectes cynotis“. Wie ihr Name schon vermuten lässt, lebt sie hauptsächlich in den Ohren, begibt sich aber auch mal in die äußere Umgebung.
Im Ohr schlüpft die Ohrmilbe, durchläuft mehrere Stadien der Entwicklung, kopuliert mit den Männchen und legt ihre Eier ab. Sie ernährt sich hauptsächlich von Hautschuppen und Zellen, wobei sie diese verdaut und als dunkles Sekret wieder ausscheidet. Dank diesem Sekret ist ein Befall mit der Ohrmilbe auch relativ einfach zu erkennen. In den Ohren sind dunkle Flecken, die stark an Schmutz erinnern, zu sehen. Zusätzlich dazu sind auch die Symptome eindeutig. Häufiges Putzen und Kratzen der Ohren sind ein starkes Indiz. Will der Hund sich nicht an die Ohren fassen lassen, kann der Befall bereits so stark sein, dass durch das vermehrte Putzen und Kratzen Verletzungen oder Entzündungen in den Ohren entstanden sind.
Da neben Katzen und Hunden auch Ratten, Mäuse, Kaninchen und andere Pelztiere von der Ohrmilbe befallen werden können, verbreiten sich diese im Vergleich zu anderen Milbenarten sehr schnell.
Stellt man einen Befall mit der Otodectes cynotis fest, sollte man auch die Ohren von vorhandenen weiteren Haustieren kontrollieren und den Tierarzt aufsuchen. Mit einem passenden Medikament, das in die Ohren gegeben wird, lässt sich ein Befall in der Regel schnell behandeln.

Die Raubmilbe

Raubmilben sind vielseitige kleine Milben, die es in den unterschiedlichsten Arten gibt. Oft werden sie zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, aber nicht jede Raubmilbenart ist gern gesehen.
Die für den Hund sehr lästige Raubmilbenart trägt den lateinischen Namen „Cheyletiellen“ und wird oft auch als „wandernde Schuppen“ bezeichnet. Sie sieht auf den ersten Blick wie Hautschuppen aus und fällt oft nur durch ihre Beweglichkeit auf.
Zwar fressen die kleinen Tierchen lediglich Hautprodukte und Gewebsflüssigkeiten, da sie sich aber viel bewegen, können sie zu vermehrtem Juckreiz führen. Dieser kann so stark werden, dass die Tiere sich wund kratzen oder durch vermehrtes Lecken Entzündungen hervorrufen. Außerdem lösen sich bei einem vermehrten Befall durch die Cheyletiellen mehr Hautschuppen als gewöhnlich.

Da auch Menschen und andere Tiere von den Raubmilben befallen werden können, sollte man nicht nur den eigenen Hund behandeln, sondern auch andere Haustiere untersuchen und die Umgebung ebenfalls von den Milben befreien. Ist man sich nicht sicher, ob der Hund tatsächlich befallen ist, kann ein Besuch beim Tierarzt, der den Hund kontrolliert, helfen, die Diagnose zu stellen.

Die Räudemilbe

Die Räudemilbe des Hundes wird lateinisch „Sarcoptes scabiei var. canis“ genannt und ist wohl die gefürchtetste Milbe eines jeden Hundebesitzers. Die Räudemilbe ist eine Grabmilbe, die sich unter die Haut des Hundes gräbt, dort ihren Kot und auch ihre Eier ablegt. Das klingt nicht nur unangenehm, sondern ist es auch für die befallenen Tiere. Während die Milbe ihre Tunnel gräbt, ernährt sie sich von Hautschuppen und Gewebsflüssigkeit. Dadurch und durch die allgemeinen Verletzungen die sie durch das Graben verursacht, kommt es bei den befallenen Tieren zu massiven Hautirritationen, allergischen Reaktionen und Entzündungen. Die betroffenen Stellen jucken und schmerzen zugleich, sodass die mit Räudemilben befallene Hunde oft nervös und frustriert sind.
An den untergrabenen Hautpartien breiten sich Entzündungen und Haarausfall langsam aus.
Zwar befallen die Räudemilben den ganzen Körper, meist beginnt der Befall aber am Bauch und an den Beinen. Von dort breitet sich der Befall aus. Die Übertragung findet überwiegend direkt von Tier zu Tier statt, Milben können aber auch von der Umgebung übertragen werden.

Ein hundertprozentig sicherer Nachweis der Räudemilbe kann nur durch den Tierarzt stattfinden. Eine erfolgreiche Behandlung kann durch Medikamente und Umgebungspräparate erreicht werden.

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FAQ - Die am häufigsten gestellten Fragen

Welche Symptome zeigt ein Milbenbefall bei Hunden?

Da Hunde von ganz verschiedenen Arten von Milben befallen werden können, fallen die Symptome auch sehr unterschiedlich aus. Manche Milben verursachen lediglich leichten Juckreiz oder verändern die Haut an den befallenen Stellen so, dass sie schuppt. Andere Milben wiederum können durch Juckreiz und Brennen das befallene Tier geradezu in den Wahnsinn treiben und Schorf, Entzündungen, allergische Reaktionen sowie Haarausfall verursachen. Welche Symptome der eigene Hund zeigt, kommt also auf die Milbenart und die Stärke des Befalls an.

Muss man einen Milbenbefall behandeln?

Ja, wenn man bemerkt, dass der eigene Hund von Milben befallen ist, sollte man ihn behandeln. Bemerkt man es, heißt dass, dass der Hund Auffälligkeiten aufweist und bereits unter dem Befall leidet. Selbst wenn man es nur durch Zufall siehst, kann es passieren, dass die Symptome sich verschlimmern und unter Umständen tatsächlich Schäden verursachen. Außerdem besteht immer eine Ansteckungsgefahr zu anderen Hunden oder gar anderen Haustieren.Deswegen sollte man immer dem Hund und anderen Hunden und Tieren den Gefallen tun und einen Befall behandeln.

Wie kann man sicher sein, das der eigene Hund von Milben befallen ist?

Manche Milben kann man winzig klein auf der Haut krabbeln sehen. Manche wiederum leben unter der Haut oder sind so winzig, dass sie mit dem bloßen Auge kaum zu sehen sind. Etwas Geduld und eine Lupe können oft schon ausreichen, um einen Milbenbefall sicher festzustellen. Häufig ist aber das Aufsuchen des Tierarztes notwendig. Dieser sollte auch dann aufgesucht werden, wenn Unsicherheit darüber besteht, ob es sich um Milben oder andere Parasiten handelt und wenn bereits starke Symptome auftreten.
Ein Tierarzt kann durch Abstriche und Proben sicher feststellen, ob tatsächlich Milben vorhanden sind und auch erkennen, um welche Milbenart es sich handelt. 

Welche Methoden der Milbenbekämpfung gibt es?

Milben können auf unterschiedlichste Arten und Weisen bekämpft werden. Es gibt Medikamente, die vom Hund oral eingenommen werden müssen, man bekommt aber auch Halsbänder, die Parasiten vertreiben oder sogar abtöten. Es gibt auch einfache Mittel wie Puder und Spot-Ons, die auf das Fell und die Haut aufgetragen werden. Weiter kann man aber auch Sprays kaufen. Manche sind nur für die Umgebung geeignet, um umherlaufende Parasiten abzutöten, es gibt allerdings auch Sprays, die für den Hund und die Umgebung gleichermaßen geeignet sind. 

Wie lange dauert es, bis der Hund von den Milben frei ist?

Wie lange das Bekämpfen eines akuten Milbenbefalls dauert, kann man nicht pauschal sagen. Es kommt immer darauf an, wie stark der Befall ist, um welche Milben es sich handelt und mit welchen Mitteln behandelt wird.
Halsbänder zum Beispiel benötigen meist 3 bis 7 Tage, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Spot-Ons wirken oft sofort, aber die Milben müssen erst beißen, um den Wirkstoff abzubekommen. Sprays wiederum wirken meistens sofort bei Kontakt mit der Milbe.

Können Milben dem Hund Schaden zufügen?

Ja, Milben können dem Hund sogar erheblichen Schaden zufügen. Zwar werden Milben oft verharmlost, sie sind aber nicht ganz ungefährlich. Der Juckreiz, den sie verursachen, kann zu häufigem und starkem Kratzen führen, wodurch das befallene Tier sich selbst verletzen kann.
Zudem können sie Krankheiten übertragen und Entzündungen verursachen.
Wird ein Befall zu lange toleriert und bleibt unbehandelt, kann es sogar passieren, dass das befallene Tier psychische Schäden bekommt, die auch nach einer erfolgreichen Behandlung anhalten. 

 

Quellen:

 

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