Teppichkäfer-Bisse und die gesundheitlichen Risiken für den Menschen

Silberkraft Käfer
Teppichkäfer-Bisse und die gesundheitlichen Risiken für den Menschen

Der Teppichkäfer – wie gefährlich kann er dem Menschen werden?

Teppichkäfer sind in der Natur nützliche Tierchen. In Häusern oder Wohnungen werden sie hingegen zum Problem. Dort zählen sie zu den Materialschädlingen und sorgen für ausreichend Unannehmlichkeiten. Nicht allein, dass die kleinen Larven sich durch Textilien und Materialien tierischen Ursprungs fressen. Sie können ebenfalls gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen und bei manchen Menschen Allergien auslösen, mit denen nicht zu spaßen ist. Wurde ein Befall durch den Käfer entdeckt, muss demnach schnell gehandelt werden. Nur so können größere Materialschäden vermieden und gesundheitliche Probleme verhindert werden.

Wichtige Informationen über den Teppichkäfer

Teppichkäfer werden auch Braunwurz-Blütenkäfer (Anthrenus scrophulariae) genannt. Sie gehören zur Familie der Speckkäfer (Dermestidae) und sind in der Natur wichtig für das Ökosystem. Während sich die erwachsenen Insekten hauptsächlich von Nektar und Blütenpollen ernähren, fressen sich ihre Larven durch alles, was von tierischer Herkunft ist. Mumifizierte Kadaver sind für sie kein Problem und werden restlos vertilgt.

Nahaufnahme eines Teppichkäfers

So positiv dies für ein natürliches Umfeld ist, umso problematischer erweist sich ein Befall durch den Teppichkäfer in Häusern und Wohnungen. Dort angekommen fressen sich die Larven durch Teppiche, Gebrauchstextilien und Kleidungsstücke. Wurden die typischen ungleichen Fraßlöcher entdeckt und es ist sicher, dass es sich um den Teppichkäfer handelt, darf nicht lange gezögert werden, den Schädling zu bekämpfen.

Aussehen des Teppichkäfers und seiner Larven

Die erwachsenen Käfer, auch als Imagines bezeichnet, werden zwischen drei und vier Millimeter lang und sind von rotbrauner- bis schwarzer Farbe. Auf ihren Flügeldecken befinden sich rote, schwarze sowie weiße Punkte. 

Teppichkäfer-Larven erreichen eine Größe von fünf Millimeter, sind ebenfalls rotbraun- bis schwarz gefärbt und vollkommen mit Haaren bedeckt. Besonders auffällig ist der sogenannte Pfeilhaarschwanz, der sich am hinteren Teil der Larve befindet.

Nahe Verwandte des Teppichkäfers 

Enge Verwandte des Teppichkäfers sind neben dem Speckkäfer folgende Exemplare:
  • Australische Teppichkäfer (Anthrenocerus australis)
  •         Kabinettkäfer (Anthrenus museorum)
  •         Wollblütenkäfer / Museumskäfer (Anthrenus verbasci)
  •         Pelzkäfer (Attagenus pellio)

Allesamt sind Materialschädlinge und können mit den gleichen Methoden bekämpft werden.

Auffälliges Verhalten als Erkennungsmerkmal

Die gefräßigen Larven sind die eigentlichen Schadensverursacher. Sie sind lichtscheu und verstecken sich gern an dunklen Stellen wie unter anderem in Bettkästen, Kommoden und Kleiderschränken. Ihre Anwesenheit wird in den meisten Fällen erst entdeckt, wenn sich bereits Fraßlöcher in Kleidungsstücken und Gebrauchstextilien wie Teppichen befinden.

Anders als die Kleidermotten-Larven, die ein identisches Fraßbild hinterlassen, verlassen Teppichkäfer-Larven ihre bevorzugten Nahrungsquellen und machen sich auf Materialien breit, die sie nicht fressen. Diese Orte suchen sie auf, bevor sie sich verpuppen. Auf ihrem Weg dorthin hinterlassen sie dann häufig diverse Hinterlassenschaften wie kleine Kotkügelchen oder Häutungsreste, die auf ihre Anwesenheit hindeuten.
Sind die Imagines geschlüpft, zieht es sie wieder ins Freie. Angezogen vom Licht werden die erwachsenen Käfer dann häufig an Fensterfronten sichtbar.

Fortpflanzung

Von Mai bis Juli zieht es die weiblichen Teppichkäfer zur Eiablage in die geschützten Wohninnenräume des Menschen. Dort legen sie ihre Eier, ungefähr 36 an der Zahl auf Materialien tierischen Ursprungs ab. Fünfzehn Tage später schlüpfen bereits die ersten Larven und machen sich über Teppiche, Kleidungsstücke und Gebrauchstextilien her.

Auf ihrem Weg zum erwachsenen Käfer häuten sich die winzigen Insekten ungefähr fünfzehn Mal.
Sind die gegebenen Lebensbedingungen optimal, verpuppen sie sich drei Monate später, also im Herbst. In diesem Entwicklungsstadium befinden sich die Larven für weitere sechs Monate und verlassen anschließend als ausgewachsene Teppichkäfer das Haus.
Die Imagines haben eine ungefähre Lebenserwartung von einem Monat. Diesen nutzen sie zur Fortpflanzung und Eiablage.
Gut zu wissen: In der Natur legt das Weibchen ihre Eier bevorzugt in Vogelnester ab.

Welche gesundheitlichen Probleme verursachen Teppichkäfer?

Überträger von gefährlichen Krankheitserregern sind die Teppichkäfer nicht. Trotzdem können die Insekten für gesundheitliche Probleme sorgen. Hierfür sind vor allem die Teppichkäfer-Larven verantwortlich. Die Imagines sind für den Menschen ungefährlich.

Bisse verursachen die kleinen Insekten nicht. Auslöser für Irritationen sind die etwas längeren Pfeilhaare am Körperende der Larve, die eigentlich als Abwehrmechanismus gegen Feinde dienen. Die feinen Härchen sind sehr fragil und brechen leicht ab. Bleiben sie durch Körperkontakt in der Haut des Menschen stecken, sorgen die allergieauslösenden Substanzen für allergische Reaktionen auf der Hautoberfläche und in den Atemwegen. Irritationen in den Nasenhöhlen oder Augenentzündungen sind auch keine Seltenheit. Ebenso rote, juckende Stellen auf der Haut sind mögliche Indizien. Klingen die Symptome nicht ab, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Welche Hausmittel bekämpfen Teppichkäfer effektiv und nachhaltig?

Chemische Insektizide werden zur Bekämpfung des Teppichkäfers nicht benötigt und sollten sowieso nur als letzte Maßnahme zum Einsatz kommen. Sie schaden nämlich nicht ausschließlich den Schädlingen, sondern auch dem Menschen, den Tieren und der Umwelt. Diverse physikalische sowie thermische Verfahren und Hausmittel sind hierfür ausreichend.

Alternative Maßnahmen sind besonders wirkungsvoll, wenn sie in Kombination angewendet werden. Ist der Befall bereits zu weit fortgeschritten und somit alleine nicht mehr unter Kontrolle zu kriegen, sollte immer ein professioneller Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden.

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Alternative Maßnahmen mit größtmöglichem Effekt

Putzen 

Als erste Maßnahme müssen mithilfe eines Staubsaugers sämtlich Bodenbeläge und Ritzen sowie Spalten von Schmutzresten, Staub und Flusen befreit werden. Ebenfalls herumliegende Tierhaare und Hautschuppen sind auf das Gründlichste zu entfernen. Auch in dunklen Ecken, unter und hinter Möbelstücken und Betten sollte gesaugt werden. Anschließend müssen alle Truhen und Schränke entleert, ausgesaugt und im Anschluss mit Essigreiniger ausgewischt werden.

Guter Tipp: Ein Teil Essigessenz gemischt mit vier Teilen Wasser ergibt den perfekten Essigreiniger.

Mit Dampf reinigen 

Handelstypische Dampfreiniger sind einfach zu bedienen und erzielen den erwünschten Effekt. Hierfür Teppichböden, aber auch Innenräume von Schränken und Kommoden sowie Bettkästen mithilfe des ausströmenden heißen Dampfes reinigen.

Heiß waschen

Unempfindliche Materialien bei einer Temperatur von 60 Grad Celsius für mindestens zwei Stunden in der Maschine säubern. Anschließend muss die Waschmaschine vollständig gereinigt werden.

Hitzebehandlung im Ofen und in der Sauna

Kleinere Textilien können bei Temperaturen von 60 Grad Celsius in einem Heißluftherd oder der Sauna behandelt werden. Um einen Erfolg zu erzielen, sollte eine Behandlung über mehrere Stunden andauern. Die kontaminierten Materialien müssen im Vorfeld mit hitzebeständiger Folie luftdicht verpackt werden.

Mit Kälte behandeln 

Textilien wie Felle, Pelze oder kleinere Teppiche bei einer Temperatur von Minus 18 Grad Celsius für mehrere Stunden in die Tiefkühltruhe legen. Auch hier müssen die zu behandelnden Materialien vor der Maßnahme in gut schließbare Plastikbeutel verpackt werden.

Mineralpulver wie Kieselgur und Co. bekämpfen den Schädling effektiv

Die Bekämpfung mithilfe gemahlener Kieselalgen ist ein physikalisch-mechanisches Verfahren. Die im Handel erhältlichen Produkte enthalten fossiles Plankton oder natürliche Kieselsäure und sind bei richtiger Anwendung für den Menschen und für Haustiere ungefährlich.

Die Wirkungsweise dieser Mittel ist schnell erklärt. Kommen die Insekten mit dem Produkt in Kontakt, beschädigen die feinen, scharfkantigen Partikel, die sich im Pulver befinden, den chitinhaltigen Schutzschild der Käfer. Die Folge: Die Parasiten trocknen aus und verenden.

Wichtig: Bei der Behandlung sollten immer Handschuhe und Mundschutz getragen werden. Der Staub des Puders könnte sonst in die Atemwege gelangen und allergische Reaktionen hervorrufen. Dies gilt besonders für Asthmatiker.

Neemöl packt das Schädlingsproblem an der Wurzel

Das Öl des indischen Neembaums wirkt auf natürliche Weise und schadet ausnahmslos Schädlingen. Es ist kein Nervengift, sondern greift auf den Entwicklungsprozess der Parasiten ein. Kommen die Insekten mit dem Öl in Kontakt, stellt sich ein Fraßstop ein. Anschließend werden sie träge, hören auf sich fortzupflanzen und sterben ab. Im Handel sind bereits gebrauchsfertige Produkte erhältlich. Verbraucher, die sich für das reine Neemöl als Bekämpfungsmaßnahme entscheiden, sollten die Gebrauchsanweisung befolgen.

Chemiefreie Insektensprays wirken gezielt

Diese Art von Insektiziden sind völlig frei von gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen und sorgen für einen langanhaltenden Schutz. Sie bekämpfen Insekten mit natürlichen Stoffen wie beispielsweise Essig oder Lavendelextrakten. Das SILBERKRAFT Insektenspray wirkt durch weißen Essig, der Insekten langfristig fernhalten kann. Aufgrund seiner Zusammensetzung verursacht das Spray auf Textilien und empfindlichen Materialien keine Flecken und sorgt zusätzlich für einen frischen Duft. Das Spray wirkt als Repellent und ist für Insekten nicht tödlich.

Interessante Quellen und weiterführende Links

 

 

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Wie gelangen Teppichkäfer ins Haus oder in die Wohnung?

Vorwiegend im Mai und im Juni, wenn sich die Weibchen auf die Suche nach geeigneten Brutplätzen begeben, zieht es die Parasiten in die Wohnräume des Menschen. Durch geöffnete Türen und Fenster kommen sie dann ins Haus. Engmaschige Fliegengitter erschweren es den Insekten ins Innere zu gelangen. Einem möglichen Befall wird somit entgegengewirkt.

Sind Teppichkäfer schädlich oder gefährlich für Mensch und Tier?

Krankheiten übertragen die Parasiten nicht. Sie können auch nicht beißen oder stechen. Jedoch können die sogenannten Pfeilhaare der Teppichkäfer-Larven bei manchen Menschen Allergien auf der Haut oder in den Atemwegen auslösen.

Wie schnell vermehren sich Teppichkäfer?

In den Monaten Mai und Juni legen die weiblichen Tiere ungefähr 36 Eier direkt am Brutsubstrat ab. Nach bereits fünfzehn Tagen schlüpfen die Larven. Die vollständige Entwicklung ist dann stark von den gegebenen Lebensverhältnissen abhängig. Sind diese optimal, erfolgt die Verpuppung im Herbst. Ist dies nicht der Fall, kann die vollständige Entwicklung der Insekten bis zu einem Jahr andauern. Sie überwintern dann in den Innenräumen des Menschen.

Können Teppichkäfer beißen und dadurch Krankheiten auf den Menschen übertragen?

Die Insekten können nicht beißen und ebenfalls nicht stechen. Auch gefährliche Krankheiten werden durch sie nicht übertragen. Trotzdem kann ein Befall unangenehm sein. Denn nicht nur die entstehenden Materialschäden können für Probleme sorgen, sondern ebenso die fragilen Pfeilhaare der Teppichkäfer-Larven. Brechen sie ab und dringen durch Hautkontakt in die Haut ein, können sie bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Hautausschläge sowie Entzündungen in den Atemwegen oder den Augen sind die Folge.

Wie wird ein Befall durch den Teppichkäfer richtig diagnostiziert?

Da sich die Fraßlöcher der verschiedenen Materialschädlinge stark ähneln, ist der Einsatz von Pheromon- oder Klebefallen sinnvoll. Auf beiden Fallenarten bleiben die Insekten kleben und verenden. Somit kann das Ausmaß sowie die Art eines Befalls sicher bestimmt und die richtigen Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden.

Können Teppichkäfer mithilfe von Hitze bekämpft werden?

Unempfindliche Textilien können in der Waschmaschine bei 60 Grad Celsius für zwei Stunden gewaschen werden. Eine weitere Möglichkeit, um den unangenehmen Käfer aus kontaminiertem Gewebe zu entfernen, ist diese für circa fünf Stunden bei ebenfalls sechzig Grad in den Backofen oder die Sauna zu legen. Sämtliche Materialien müssen zuvor in hitzeresistenter Folie verpackt werden.