Schmetterlingsmücken bekämpfen – so wird man die Widerlinge los!

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Schmetterlingsmücken bekämpfen – so wird man die Widerlinge los!

Eklige Zeitgenossen - die Abortfliegen

Jeder hat sie garantiert schon einmal gesehen: Kleine braune Mücken, die an Fliegen erinnern, relativ schlecht fliegen können und sich bevorzugt in einer humiden Umgebung aufhalten. Feuchte Badezimmer, schlammige Dachrinnen sowie modrige Abflüsse, Kläranlagen und Gullys sind für sie der perfekte Lebensraum. Genau aus diesem Grund stellen sich den meisten von uns die Nackenhaare auf, wenn wir die kleinen Tierchen auch nur sehen. Aber wie wird man die ekelhaften Insekten  wieder los und welche Maßnahmen können ergriffen werden, dass es erst gar nicht zu einem Befall durch die ekelerregenden Schmetterlingsmücken kommt?

Abortfliegen/Schmetterlingsmücken - was ist das?

Schmetterlingsmücken (Psychodidae) beziehungsweise Mottenmücken sind Insekten. Sie gehören zu den Zweiflüglern (Diptera) und sind eine Unterordnung der Mücken (Nematocera). Aufgrund ihres bevorzugten Lebensraums werden sie auch als Gully- oder Abortfliege bezeichnet. Aber wie sehen Abortfliegen aus?

Aussehen

Schmetterlingsmücken sind braun und erreichen eine Größe zwischen 1,5 bis 2,5 Millimeter. Die dunkel eingerahmten Spitzen ihrer Flügel sind behaart und mit einer akkuraten Linie von kleinen weißen Tupfen ausgestattet. Beim genauen Betrachten werden auf jedem einzelnen der relativ breiten Flügel zwei schwarze Punkte sichtbar. Betrachtet man sie aus der Vogelperspektive besitzen sie im Ruhezustand eine herzförmige Form. Daher sind sie ebenso unter dem Namen Herzmücken bekannt. Übrigens: Weiblichen Abortfliegen lassen sich von den Männchen sehr gut unterscheiden. Denn wie so oft in der Natur sind die Weibchen weitaus unauffälliger in der Farbgebung als die männlichen Tiere. 
Die rotbraunen Larven der Abortfliege sind mit ihren vier Millimetern deutlich größer als die adulte Mücke. Ein auffallendes Merkmal, das ihre Herkunft offenlegt, ist eine nicht zu übersehende Kopfkapsel.

Lebensraum & Vorkommen

Abortfliegen sind auf der ganzen Welt verbreitet. Deutschlandweit sind circa 110 Arten bekannt. Sie ernähren sich von Algen, Pilzen und Bakterien. Genau aus diesem Grund trifft man sie überall dort, wo es nass und humid ist. Wie bereits erwähnt, können dies Orte wie verschlammte Dachrinnen, Gullys, feuchte, vermoderte Blumentöpfe sowie verdreckte Abflüsse und Jauchegruben sein. 
Obwohl Abortfliegen unsaubere Lebensräume bevorzugen, bedeutet dies jedoch nicht, dass sie nur in einem verdreckten Haushalt auftauchen. Angezogen werden sie vom fauligen Geruch verstopfter Abflussrohre oder Abwasserkanäle. Der Weg in die Innenräume des Menschen ist für sie dann ein Leichtes: Aufgrund ihrer minimalen Größe reichen ihnen nämlich schon kleinste Öffnungen aus, um ins Haus oder in die Wohnung zu gelangen. Dort angekommen sieht man sie häufig reglos an den Zimmerwänden verharren.
In der freien Natur bevorzugen sie Lebensräume wie den Wald. Dort leben sie im Boden und ernähren sich von Pilzen sowie Tierkot und Aas. Wird bedacht, dass es einige Exemplare wie zum Beispiel die Abortmücke gibt, welche, angezogen durch den Geruch von Kot und Urin, vorwiegend in verdreckten Toiletten oder Kläranlagen hausen oder sich gerade auf einem Pferdeapfel oder einer Tierleiche tummelten, kann es einem beim Gedanken an die Schmetterlingsmücke schon einmal ganz anders werden. 

Fortpflanzung

Weibliche Abortfliegen werden vom Geruch von Kot und Harn angelockt und legen ihre Eier in der Nähe der Geruchsquelle ab. Häufig sind dies feuchte Orte wie Abwasserrohre, Abflüsse, Jauchegruben oder Kläranlagen, die sie zur Eiablage nutzen. Aber auch schmutziges Abwasser, Pferdeäpfel oder andere Exkremente benutzen sie als Brutstätte. Nach dem Schlupf durchlaufen die Insekten bis zu ihrer Verpuppung mehrere Larvenstadien. In dieser Zeit ernähren sich die Larven von fauligem organischem Substrat, welches ihnen an ihrer Geburtsstelle in Hülle und Fülle zur Verfügung steht. 
Gut zu wissen: Da Schmetterlingsmücken den Geruch von Jauche lieben und durch ihn magisch angezogen werden, nutzen sie zur Eiablage ebenfalls eine Pflanzenart: Die Rede ist vom Aronstab. Sie verströmt einen vergleichbaren Geruch und wird aufgrund dessen häufig vom Weibchen der Abortfliege als Brutstelle genutzt. Auch hier verlassen die Larven ihren Schlupfplatz nicht. Somit findet die vollständige Entwicklung vom Ei bis zum adulten Insekt in der Blüte statt.

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Abortfliegen bekämpfen – besteht eine Gesundheitsgefahr für den Menschen und seine Haustiere?

Schmetterlingsfliegen treten häufig in großen Populationen auf. Aufgrund dessen, dass sie sich das ganze Jahr über vermehren, können sie schnell zur Plage werden. Eine Tatsache lässt uns etwas aufatmen: Die in Deutschland lebenden Arten können nicht beißen oder stechen! Die anderen Auswirkungen bei einem Befall sind hingegen besorgniserregend und offenbaren, warum bei einer Kontamination durch die Abortfliegen sofort gehandelt werden muss.

Überträger von Viren und Bakterien

Schmetterlingsmücken können aufgrund ihres Lebensraums gefährliche Bakterien auf den Menschen und seine Haustiere übertragen. Dies macht sie zu einer Gefahr, welche nicht unterschätzt werden sollte. Wurden Abortfliegen in den eigenen Wänden entdeckt, sollten nicht geschützt gelagerte Lebensmittel unbedingt entsorgt werden.
Des Weiteren sind die Mücken in der Lage, das antibiotikaresistente Bakterium Acinetobacter baumannii zu übertragen. Bei geschwächten Personen, wie zum Beispiel Patienten in Krankenhäusern oder älteren Menschen in Pflegeheimen kann eine Übertragung sogar zum Tode führen.

Überträger von Malaria

Diverse Arten der Schmetterlingsmücke, welche aber hauptsächlich in tropischen Ländern vorkommen, stechen und sind Überträger von Malaria. Ebenso Infektionskrankheiten wie unter anderem die sogenannte Orientbeule kann durch einen Stich durch die Mücke ausgelöst werden.
Auch unseren vierbeinigen Fellnasen kann die Abortmücke gefährlich werden. Es ist bewiesen, dass die Zweiflügler das Leishmaniose-Bakterium auf Hunde übertragen können. Wurde das Haustier mit Leishmaniose infiziert, kann dies tragisch enden: Haut- sowie Haarveränderungen und Nierenversagen mit Todesfolge sind keine Seltenheit.
Genau aus diesem Grund ist ein Befall mit der Abortfliege nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch wenn sie klein und ihr Erscheinungsbild harmlos ist, birgt ihre Anwesenheit eine große Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier. 

Schmetterlingsmücke – Brutstätte finden!

Abortfliegen, die im Haus oder der Wohnung leben, legen ihre Brutplätze häufig in Abflüssen an, in denen sich Ablagerungen wie Seifenreste, Haare oder andere Rückstände angesammelt haben. In den meisten Fällen ist ein verstopftes Abflussrohr nicht sofort ersichtlich. Sieht man jedoch adulte Tiere an den Wänden sitzen, befindet sich in der Regel nicht weit entfernt ihr Brutplatz. Um dem Übel auf die Schliche zu kommen, gibt es eine effektive Methode: Einfach den Abfluss mit gewöhnlichem Klebeband zukleben. Haften am nächsten Tag Insekten am Band, handelt es sich garantiert um einen Befall mit der Schmetterlingsmücke. Aber nicht nur im Abflussrohr vom Wasch- oder Spülbecken befinden sich viele Ablagerungen, die den Mücken als Brutstätte dienen. Ebenfalls Abwasserrohre von der Toilette nutzen die ekligen Tierchen, um ihre Eier abzulegen.

Schmetterlingsmücken-Larven – unsere Toilette bietet optimale Lebensbedingungen

Adulte Abortfliegen ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pflanzensäften. Anders hingegen ihre Larven: Sie bevorzugen verwesende und organische Substanzen. Aus diesem Grund suchen Schmetterlingsmücken für die Eiablage Orte wie Jauchegruben, Kläranlagen sowie die Kanalisation auf. Angezogen werden sie vom Geruch von Kot und Urin. Wurden die kleinen braunen Larven in der Toilette entdeckt, ist dies jedoch kein Anzeichen dafür, dass es sich um einen vernachlässigten Haushalt handelt, sondern einzig und allein ein Hinweis darauf, dass die Rohre verstopft sind und von unschönen Ablagerungen befreit werden sollten. Da das hauptsächliche Problem meistens in den unendlichen Tiefen der Abläufe sowie Abwasserrohre zu finden ist, sollte für eine effektive Bekämpfung der Mücke ein professioneller Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden. 

Schmetterlingsmücken bekämpfen – vorbeugende Maßnahmen!

Ob im Außenbereich oder in den Innenräumen: Hausmittel können einen Befall durch die Schmetterlingsmücke verhindern und ebenfalls die Entwicklung der kleinen Larven im Keim ersticken. Folgende Maßnahmen führen zum Erfolg.

Vorbeugende Maßnahmen im Haus und in der Wohnung

Die regelmäßige Reinigung der eigenen vier Wände ist für die meisten Menschen ein selbstverständliches Ritual. Bevorzugte Lebensräume der Abortfliege dürfen dabei nicht vergessen werden:

  • Sifons, Abflüsse, Über- und Bodenläufe müssen regelmäßig gereinigt werden.
  • Mindestens alle zwei Wochen sollten Haare aus den Abflüssen entfernt werden.
  • Reste von Lebensmitteln sowie Öle und Fette dürfen nicht durch den Abfluss entsorgt werden.
  • Bodenabläufe unbedingt geschlossen halten. 
  • Nach dem Duschen ist es sinnvoll, vorhandenen Seifenrückstände mit heißem Wasser durch den Ablauf zu spülen. Das Gleiche gilt für den Abfluss im Abwaschbecken.
  • Nach jedem Toilettengang muss gründlich gespült werden.

So wird ein Befall im Außenbereich vorgebeugt

  • Abflüsse regelmäßig reinigen.
  • Dachrinnen müssen regelmäßig von Schlamm, Laub und Dreck befreit werden.
  • Überflüssiges Wasser aus den Auffangschalen der Blumenkästen entfernen.
  • Gartenteiche sollten mit Wasserpumpen bestückt werden.
  • Auf Pflanzen wie den Aronstab als Bepflanzung verzichten.
  • Regentonnen abdecken und in gewissen Abständen von Ablagerungen befreien.

Schmetterlingsmücke bekämpfen – Larven und adulte Tiere meiden diese Hausmittel

Wurden Abortfliegen in der Wohnung entdeckt, sollten als Erstes die ausgewachsenen Mücken beseitigt werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Tiere sehr behäbig sind und außerdem nicht besonders gut fliegen können, bedeutet ihre Eliminierung kein großes Unterfangen. Hierfür die überwiegend an den Wänden verharrenden Mücken mithilfe eines Staubsaugers entfernen. Anschließend ist darauf zu achten, dass der Staubsaugerbeutel nach der Bekämpfungsmaßnahme außerhalb des Hauses entsorgt wird.
Bei der Brut der Schmetterlingsmücke braucht es allerdings etwas mehr Aktivitäten, um sie effektiv zu bekämpfen. Folgende Methoden führen zum Erfolg:

Essig, Salz und Backpulver

Dieses Hausmittel löst Verstopfungen und bekämpft die Larven der Abortfliege: Einfach zwei Esslöffel Speisesalz mit einem Esslöffel Backpulver vermischen und in zwei Deziliter Essig auflösen. Anschließend die Lösung in den Ablauf gießen und am besten über Nacht wirken lassen. Am nächsten Morgen einen Liter kochendes Wasser nachgießen und den Abfluss noch einmal gründlich auswischen.

Klebeband

Klebeband dient nicht nur zur Identifikation eines Befalls, sondern ebenso als Bekämpfungsmethode. Hierfür überall dort, wo bereits Mücken entdeckt wurden, Klebeband befestigen. Denn wurden erwachsene Insekten gesichtet, sind die Larven nicht weit entfernt. Wie bereits erwähnt können die Tierchen nicht besonders gut fliegen. Sie bleiben auf dem Band, haften und verenden. 

Fliegengitter

Schmetterlingsmücken gelangen in den meisten Fällen durch geöffnete Türen und Fenster in die Innenräume des Menschen. Fliegengitter verhindern das Eindringen von Abortfliegen und anderem unerwünschtem Getier.

Kochendes Wasser

Circa einmal in der Woche einen Liter kochendes Wasser in die Abflüsse gießen. Ablagerungen, welche der Schmetterlingsmücken-Larve als Lebensgrundlage dienen, werden beseitigt und ein Befall dementsprechend minimiert.

Schmetterlingsmücken bekämpfen – wenn gar nichts mehr hilft, Fachleute kontaktieren!

Da die Brutstätten der Insekten in vielen Fällen nicht gut erreichbar sind und somit nicht optimal gereinigt werden können, ist ein Anruf beim Klempner äußerst sinnvoll. Denn befindet sich die Brutstätte der Abortfliege an Stellen, die für den Betroffenen schlichtweg nicht zu erreichen sind, kann ein Befall nicht zu einhundert Prozent beseitigt werden und die Schädlinge kehren immer wieder zurück. Fachleute hingegen haben gegenüber Laien die erforderliche Erfahrung und das nötige Werkzeug, um eine Kontamination durch die Schmetterlingsmücke restlos und dauerhaft aus der Welt zu schaffen.

Quellen & Links

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Können Schmetterlingsmücken stechen?

Exemplare, die in unseren Breitengraden vorkommen, können nicht stechen. Kommen sie mit Lebensmitteln in Kontakt, besteht die Möglichkeit, dass die Insekten Keime und Bakterien übertragen, welche besonders geschwächten Personen gefährlich werden können. Aus diesem Grund sollte ein Befall durch die Abortfliege auf gar keinen Fall geduldet werden.

Lebensdauer von Abortfliegen

Die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Insekt dauert abhängig von den gegebenen Lebensumständen zwischen sieben und achtundzwanzig Tage. Die Imagos, also die erwachsenen Tiere, haben eine Lebenserwartung von etwa zwei Wochen.

Wie gelangt die Abortfliege ins Haus oder in die Wohnung?

Schmetterlingsmücken sind nicht besonders groß. Aufgrund dessen reichen ihnen bereits kleinste Öffnungen aus, um in die Innenräume des Menschen einzudringen. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Orte wie Kläranlagen, Jauchegruben und die Kanalisation. Gibt es in der Wohnung verstopfte Abflüsse, die einen ähnlichen Geruch verströmen, werden die Insekten von ihnen angezogen. Eine Kontamination mit der Schmetterlingsmücke ist dann vorprogrammiert.

Wie wird man Schmetterlingsmücken wieder los?

Fakt ist: Um die unangenehmen Insekten effektiv zu bekämpfen, muss ihnen die Lebensgrundlage genommen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Abflüsse von riechenden Ablagerungen zu befreien und sauber zu halten. Eine Mischung aus Backpulver und Essig, welche über Nacht im Abfluss wirken kann und am nächsten Morgen mit kochendem Wasser hinuntergespült wird, reicht in den meisten Fällen bereits aus. Erzielt diese Maßnahme keinen Erfolg, sollte ein Fachmann kontaktiert werden.

Wo nisten Abortfliegen?

Schmetterlingsmücken halten sich bevorzugt in verschmutzten, stinkenden Gewässern, wie zum Beispiel in Kläranlagen oder Gullys auf. In der Wohnung nisten sie in verstopften Abflüssen. Im Außenbereich nutzen sie unter anderem verdreckte Regenrinnen, Regentonnen, unsaubere Abläufe oder Gartenteiche, die über keine Pumpe verfügen. Werden die erwachsenen Tiere gesichtet, ist ihre Brutstätte nicht weit entfernt.