Getreide in Gefahr - Getreideplattkäferwespchen können Ernte retten!

Silberkraft Nützlinge
Getreide in Gefahr - Getreideplattkäferwespchen können Ernte retten!

Gefahr im Getreidelager - Schädlingsalarm!

Nichts ist ärgerlicher für die Landwirtschaft, wenn die Ernte durch Schädlinge befallen oder gar zerstört wird. Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis) sind hierbei besonders hervorzuheben, da die Larven im Getreide leben. Wie man sie von dort ganz ohne chemische Mittel entfernen kann, zeigen wir in diesem Blogbeitrag.

Was sind Getreideplattkäfer?

Getreideplattkäfer gehören zu den bedeutendsten Voratsschädlingen in Mitteleuropa. Ihre Larven befallen das frisch geerntete Getreide und machen es für die Weiterverarbeitung ungenießbar. Das frische Getreide wird neben dem Getreideplattkäfer auch vom Kornkäfer befallen. In Weiterverarbeitungsbetrieben kommen die Schädlinge überdies ebenfalls vor. 
Da man das Getreide im besten Fall vor einer Kontamination mit chemischen Bekämpfungsmaßnahmen schützen möchte, gibt es als einziges Mittel gegen die Käfer und Larven nur den Einsatz von Nützlingen

Wozu dienen Getreideplattkäferwespchen?

Getreideplattkäferwespchen (Cephalonomia tarsalis) sind kleine Ameisenwespchen, die nur die Larven der Getreideplattkäfer parasitieren. Für die Ernte sind die kleinen Nützlinge jedoch völlig ungefährlich.
Die Wespchen jagen die Larven und lähmen diese durch ein Gift, dass sie ihnen injizieren. Einige Larven dienen den Wespchen selbst als Nahrung, andere sterben durch das Gift innerhalb einiger Wochen ab. An viele Larven hingegen legen die Wespchen ihre Eier ab. Die Larven schlüpfen nach ein paar Tagen und saugen nun die Käferlarven aus. Daraufhin verpuppen sich die Larven der Wespchen und schlüpfen etwa 10 Tage später als adulte Wespchen, die sich paaren und daraufhin erneut beginnen, Getreideplattkäferlarven zu parasitieren.

Aussehen und Lebensdauer der Getreideplattkäferwespchen

Die Wespchen haben eine glänzende schwarze Färbung und können zwischen 1,5 und 2 Millimeter groß werden. Die Weibchen sind (wie so oft im Insekten- und Tierreich) größer als die Männchen. Während die Weibchen bis zu 85 Tage leben und in dieser Zeit Eier ablegen können, leben männliche Wespchen gerade einmal eine Woche. 

Was macht die Wespchen so besonders?

Die kleinen Wespchen unterscheiden sich von anderen Nützlingen in der Hinsicht, dass sie vergleichsweise lange leben. Während Nematoden feucht gehalten werden müssen und Schlupfwespen absterben, sobald sie keine Wirtsinsekten mehr finden, leben Getreideplattkäferwespchen bis zu 85 Tage

Ein einzelnes weibliches Wespchen kann bis zu 100 Eier legen und ist bei Temperaturen zwischen 15 und 37 Grad Celsius aktiv. Das Weibchen sticht die Larven des Getreideplattkäfers sowie des Kornkäfers und injiziert ihr Gift, dass die Larven lähmt. Daraufhin legt es seine Eier ab. Ein Wespchen kann circa 100 Larven parasitieren. Da nicht alle Larven parasitiert werden, sondern einige auch als Nahrung für die Wespchen dient, ist ihre Bekämpfungsrate der Schädlinge sehr hoch. 

Gegen welche Schädlinge sind die Wespchen anwendbar?

So schön und einfach die Anwendung der Wespchen ist, können sie nicht für alle Schädlingsarten angewendet werden, da sie nur spezifisch nutzbar sind. Sie befallen nur Getreideplattkäfer sowie Kornkäfer und Erdnussplattkäfer. Alle anderen Käferarten lassen sie hingegen links liegen.

Anwendung der Getreideplattkäferwespchen

Die Getreideplattkäferwespchen von Silberkraft werden in Deutschland gezüchtet und in einem Plastikröhrchen per Post nach Hause verschickt. In einem Plastikröhrchen sind 40 Ameisenwespchen enthalten, die für 10 Quadratmeter reichen. Hat man eine größere Fläche, müssen dementsprechend mehr Röhrchen gekauft werden, damit die Erfolgs- und Bekämpfungsrate hoch genug ist.

Im Abstand von vier Wochen muss die Prozedur der Ausbringung der Getreideplattkäferwespchen mindestens noch zweimal wiederholt werden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Die Röhrchen müssen für die Ausbringung nur geöffnet und in den Raum gelegt werden, wo die Wespchen aktiv bekämpfen sollen. Diese suchen sich nun ihren Weg aus dem Röhrchen hin zu den Schädlingen von alleine. 
Achtung: Bei Temperaturen unter 15 Grad Celsius werden die Wespchen inaktiv und die Bekämpfung kommt zum Erliegen.

Nur bis zu einer bestimmten Menge von Schädlingen können Getreideplattkäferwespchen angewendet werden. Ist der Befall zu groß, nützt diese natürliche Bekämpfungsmaßnahme nichts mehr. Die Wespchen können jedoch auch prophylaktisch eingesetzt werden, was ihre Anwendung vor einem möglichen Befall sinnvoll macht. 

Welche anderen Nützlinge gibt es noch?

Neben Getreideplattkäferwespchen gibt es auch noch andere Nützlinge, die man vor chemischen Bekämpfungsmaßnahmen einsetzen kann, um Schädlingen Herr zu werden. 

Lagererzwespen

Lagererzwespen sind für Menschen ungefährlich. Diese bekämpfen verschiedene Larven von Korn- und Reiskäfern, Brotkäfer und gehören zu den Raubparasiten. Ähnlich wie Getreideplattkäferwespchen müssen Lagererzwespen einmal im Monat ausgebracht werden, um gute Erfolge bei der Schädlingsbekämpfung zu erzielen. Anders als die Wespchen können Lagererzwespen jedoch nicht prophylaktisch eingesetzt werden, da sie absterben, sobald sie keine Larven finden. 

Mehlmottenschlupfwespen

Schlupfwespen der Gattung Habrobracon hebetor können gegen verschiedene Mottenarten eingesetzt werden. Sie sind wirksam gegen Dörrobstmotten, Speichermotten, Mehlmotten und Zünslermotten. Die Mehlmottenschlupfwespen kommen immer dann zum Einsatz, wenn Motten schon existieren, da sie nicht vorbeugend eingesetzt werden können. Ohne Futter sterben die kleinen Schlupfwespen nach einiger Zeit unverrichteter Dinge ab. Für Menschen und Haustiere sind Mehlmottenschlupfwespen ungefährlich. Während ihrer Ausbringung sollte auf chemische Bekämpfungsmittel verzichtet werden, da die Schlupfwespen dadurch absterben würden.

Lagerpirat

Lagerpiraten ist ein anderer Name für Raubwanzen. Diese parasitieren die Eier sowie die Larven verschiedener Insekten und sind für eine natürliche Schädlingsbekämpfung unabkömmlich. 
Unter Anderem stehen diese Insektenarten auf ihrem Speiseplan:

Ähnlich wie Schlupfwespen können Lagerpiraten nicht auf Vorrat gekauft werden, sondern müssen bei einem Befall ausgebracht werden, um die Schädlinge bekämpfen zu können. 

Nematoden

Nematoden sind Fadenwürmer, die bei der Bekämpfung von Pflanzenschädlingen eingesetzt werden. Sie werden in Pulverform nach Hause geliefert und im Gießwasser aufgelöst. Das Gießwasser sollte rund um die befallene Pflanze vergossen werden und die Erde währenddessen kontinuierlich feucht gehalten werden.

Quellen und weiterführende Links

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Was sind Getreideplattkäfer?

Getreideplattkäfer kommen überall dort vor, wo Getreide gelagert wird. Die Larven der Käfer verunreinigen das Getreide, wodurch sie zu den bedeutsamsten Schädlingen in der Landwirtschaft zählen.

Was sind Getreideplattkäferwespchen?

Getreideplattkäferwespchen (Cephalonomia tarsalis) sind kleine Ameisenwespchen, die nur die Larven der Getreideplattkäfer parasitieren.

Wie funktionieren Getreideplattkäferwespchen?

Die Wespchen jagen die Larven der Käfer und lähmen diese durch ein Gift, dass sie ihnen injizieren. Einige Larven dienen den Wespchen selbst als Nahrung, andere sterben durch das Gift innerhalb einiger Wochen ab. An viele Larven hingegen legen die Wespchen ihre Eier ab. Die Larven schlüpfen nach ein paar Tagen und saugen nun die Käferlarven aus.

Sind Getreideplattkäferwespchen gefährlich?

Nein, die Wespchen sind für Mensch und Haustier völlig ungefährlich.

Gegen welche Käfer sind Getreideplattkäferwespchen wirksam?

So schön und einfach die Anwendung der Wespchen ist, können sie nicht für alle Schädlingsarten angewendet werden, da sie nur spezifisch nutzbar sind. Sie befallen nur Getreideplattkäfer sowie Kornkäfer und Erdnussplattkäfer. Alle anderen Käferarten lassen sie hingegen links liegen.