Schlupfwespen gegen Motten

Schlupfwespen gegen Motten

Ganz gleich, ob sich Motten in den eigenen vier Wänden im Kleiderschrank oder der Vorratskammer breit gemacht haben: Unangenehm sind die kleinen Plagegeister in jedem Fall. Wer auf natürliche Art und Weise gegen die Schädlinge vorgehen möchte, findet in den Schlupfwespen eine praktische und simple Hilfe. Nachfolgend schauen wir uns einmal an, was diese kleinen Tiere können, wie sie am besten eingesetzt werden und was dabei möglicherweise beachtet werden muss.

Was sind Schlupfwespen?

Der korrekte Ausdruck für die Schlupfwespen lautet Ichneumonidae oder auch Trichogramma und bezeichnet die artenreichste Familie der sogenannten Hautflügler. Kurioserweise können die Schlupfwespen allerdings gar nicht fliegen, sondern bewegen sich ausschließlich durch krabbeln fort. Insgesamt gibt es weit mehr als 50.000 unterschiedliche Arten von Schlupfwespen, wobei ein Großteil davon für kommerzielle Zwecke in der Schädlingsbekämpfung gezüchtet wird. Die Insekten sind der natürliche Fressfeind zahlreicher Schädlinge und kommen so zum Beispiel nicht nur im Haushalt, sondern auch in großen Anbaugebieten oder dem eigenen Garten zum Einsatz. Die Schlupfwespe selber ist dabei ein winziges Tierchen, mit einer Größe von nur rund 0,4 Millimetern. Für den Menschen sind die Insekten vollkommen unschädlich. Die Frage: „Sind Schlupfwespen gefährlich?“ wäre damit also schon einmal beantwortet.

Und wie erkennt man einen Mottenbefall?

Bevor Lebensmittelmotten oder Kleidermotten mit Schlupfwespen bekämpft werden können, muss man natürlich erst einmal feststellen, ob es sich tatsächlich um einen Mottenbefall handelt. Das geht erfreulicherweise recht einfach, denn die Parasiten hinterlassen in ihrem „Einzugsgebiet“ einige deutliche Spuren. Einen Befall durch Kleidermotten erkennt man zum Beispiel durch zerstörte Anziehsachen, welche unregelmäßig kleine Löcher aufweisen oder möglicherweise noch die sogenannten Kokongespinste auf sich tragen. Besonders interessant sind die Kleidungsstücke für die Motten deshalb, weil sich diese aus dem Eiweiß Keratin ernährt – und dies findet sich überwiegend in tierischen Haaren.

Die Lebensmittelmotte macht sich wiederum bevorzugt im Vorratsschrank breit und zieht hier ihre Spuren durch verschiedene trockene Lebensmittel. Auf dem Speiseplan der kleinen Larven stehen Nudeln, Kakao, Haferflocken, Reis oder Kornmehle. Die Motten ernähren sich von diesen Lebensmitteln aber nicht nur, sondern verunreinigen diese durch ihre Kokongespinste, Milben oder Ausscheidungen. Erkennen kann man einen solchen Befall aufgrund von durchlöcherten Verpackungen oder kleinen Klumpen in den Lebensmitteln.


Wie funktionieren Schlupfwespen?

Die genaue Arbeitsweise der Schlupfwespen zu betrachten, ist äußerst interessant. Die weiblichen Schlupfwespen legen ihre Eier nämlich direkt in den Eiern der Motten ab. Anschließend schlüpft die Larve der Wespe und beginnt damit, das Ei der Motte zu fressen. Hierdurch bekommt die Larve die nötige Energie und Nahrung, um sich vollends zu einer Schlupfwespe zu entwickeln. Diese verlässt anschließend ihre Hülle und macht sich gemeinsam mit den anderen Schlupfwespen daran, die Schädlinge aus den eigenen vier Wänden zu vertreiben. Der Vorteil der Schlupfwespen liegt in diesem Fall also klar auf der Hand: Die Wespen greifen bereits im Frühstadium der Mottenentwicklung ein und sorgen dafür, dass die Eier der Motten erst gar nicht zu larven beginnen. Darüber hinaus ist sicherlich interessant, was mit den Schlupfwespen passiert, sobald sich keine weitere Dörrobstmotte, Kleidermotte oder Mehlmotten bekämpfen lassen.

Ganz einfach: Die kleinen Unterstützer verlieren hierdurch ihre Lebensgrundlage und finden damit keine Nahrung mehr. Während es einige der Tiere möglicherweise noch einmal aus dem Fenster schaffen, wird der Großteil der Schädlingsbekämpfer einfach zu kleinen Staubresten zerfallen, die mit dem bloßen Auge nicht wahrgenommen werden können. Diese lassen sich anschließend bequem aufsaugen oder wegwischen. Man muss also keine Sorge haben, dass möglicherweise anstatt der Motten nun zahlreiche Schlupfwespen im Kleider- oder Vorratsschrank „einziehen“ und dort verweilen.

Die Schlupfwespen korrekt einsetzen: So geht es

Schlupfwespen werden immer als Larven geliefert und befindet sich dabei auf sogenannten Kärtchen. Aber wo legt man die Karten aus? Im Prinzip ist das ganz einfach, denn diese Karten werden in der Nähe der Nester bzw. dem Lebensraum der Motten positioniert. Sollten diese beispielsweise den Vorratsschrank befallen haben, genügt es also, eine Karte im Schrank zu platzieren. Wichtig zu beachten ist dabei, dass zusätzlich die Lebensmittel aus dem Schrank geräumt werden sollten, die noch nicht befallen sind. So entzieht man den Motten schon einmal die Nahrung, gleichzeitig kann man diese Lebensmittel durch einfaches einfrieren noch retten. Kälte mögen die Motten nämlich überhaupt nicht. Hat man die Karte ausgelegt, bleibt nun nichts anderes übrig, außer zu warten. Die Schlupfwespen bzw. deren Larven machen sich sofort an die Arbeit und beginnen damit, die Eier der Motten im Schrank zu vernichten.

Wie lange brauchen die Schlupfwespen?

Angewendet werden müssen die Schlupfwespen in der Regel über mehrere Wochen, da die Motten in diesem Zeitraum weiter Eier legen und Larven bilden. Man bekommt daher bei einer Bestellung immer mehrere Karten in gewissen zeitlichen Abständen geliefert. Ist die nächste Ladung angekommen, tauscht man die Karten einfach aus und die neuen „Motten-Jäger“ machen sich frisch ans Werk. Möchte man das nachprüfen, kann man eine sogenannte Pheromonfalle einsetzen. Hierbei handelt es sich um kleine Klebestreifen, die mit Pheromonen behandelt wurden. Die männlichen Motten werden ihre Nester verlassen und sich auf diesem Teststreifen sammeln, wenn der Befall noch fortbesteht. Sieht man keine oder nur wenige Motten auf dem Klebestreifen, haben die Schlupfwespen bereits gute Arbeit geleistet. Um das Ganze noch einmal übersichtlicher aufzuführen, haben wir den korrekten Einsatz hier zusammengefasst:

  • Karten mit Larven der Schlupfwespen in der befallenen Region (z.B. Kleiderschrank oder Vorratsschrank) aufstellen.
  • Noch nicht befallene Lebensmittel oder Kleidung sollten entfernt werden, hierdurch wird den Motten die Nahrung entzogen.
  • Die Larven der Schlupfwespen machen sich nach dem Aufstellen an die Arbeit und fressen die Eier der Motten
  • Nach rund 2-3 Wochen werden neue Karten mit Schlupfwespenlarven aufgestellt, welche sich auf die Jagd nach den Parasiten machen.
  • Sind alle Motteneier gefressen, verlieren die Schlupfwespen ihre Lebensgrundlage und zerfallen zu kleinen Staubkörnern, welche bequem aufgesaugt oder weggewischt werden können.

Das ist bei der Lieferung der Schlupfwespen zu beachten

Der erste wichtige Punkt bei der Bestellung von Schlupfwespen ist die Tatsache, dass die Karten über einen längeren Zeitraum angewandt werden müssen. Wie lange dieser genau ausfällt, ist von unterschiedlichen Faktoren wie zum Beispiel der Stärke des Befalls abhängig. Man sollte sich also darauf einstellen, dass es mit einem „Durchgang“ allein hier nicht getan ist und man möglicherweise mehrmals Karten in den vier Wänden aufstellen musst. Darüber hinaus sollte man idealerweise darauf achten, die Schlupfwespen möglichst zügig aufzustellen. Bei einer Bestellung im Internet sollte man am Liefertag also auch zuhause sein, denn ansonsten sterben die Larven wohlmöglich, bevor sie überhaupt die erste Motte erwischen konnten. Übrigens: Die Eier auf den Karten befinden sich immer in verschiedenen Reifestadien. So wird sichergestellt, dass durchgängig Larven schlüpfen und die Mottenplage permanent bekämpft werden kann. Genau deshalb ist es auch wichtig, in der ersten Zeit der Anwendung möglichst nicht sofort zu saugen. Ansonsten saugt man vermutlich zahlreiche Schlupfwespenlarven weg, die nicht mehr den Kampf gegen die Motten unterstützen können.

Wie lange werden die Schlupfwespen eingesetzt?

Die genaue Anwendungsdauer ist natürlich davon abhängig, wie stark Lebensmittel oder auch Textilien befallen sind. Grundsätzlich lässt sich also keine pauschale Aussage treffen, wobei jedoch zumindest ein paar Faustregeln bekannt sind. Für die Textilmotte gilt in der Regel, dass die Anwendung über 15 Wochen durchgeführt wird. Insgesamt gibt es somit fünf Lieferungen, wenn alle drei Wochen ein neues Kärtchen aufgestellt werden soll. Bei der Lebensmittelmotte ist die Faustregel etwas kürzer und sieht eine Anwendung von rund neun bis zwölf Wochen vor. Somit würde man hier also rund drei bis vier Lieferungen erhalten, wenn alle drei Wochen neue Kärtchen aufgestellt werden.

Nachsorge und Prävention

Um einem erneuten Befall mit Motten vorzubeugen, sollte man regelmäßig ein Anti-Motten-Spray verwenden. Bestenfalls besteht dies auf einer biologischen Basis, sodass weder die Atemwege noch die Kleidung davon Schaden nehmen kann. Das Silberkraft Anti-Motten-Spray besteht auf der Basis von Geraniol und wird auf den betroffenen Bereich flächendeckend aufgesprüht. Geraniol macht die eingesprühte Kleidung für Motten ungenießbar, sodass sie langfristig vertrieben werden. Auch im Vorratsraum kann das Spray bedenkenlos angewendet werden.

 

Fazit: Die Natur als cleverer Schädlingsbekämpfer

Wer auf Gift und chemische Stoffe bei der Bekämpfung einer Mottenplage verzichten möchte, findet mit den Schlupfwespen eine optimale Unterstützung. Die kleinen Tierchen sind für das menschliche Auge eigentlich nicht zu erkennen und daher keinesfalls unangenehm oder störend. Vor allem aber sind die Tiere enorm effektiv und beginnen innerhalb kürzester Zeit damit, die Eier der Motten zu fressen und so das Larven zu unterbinden. Anschließend zerfallen die kleinen Schlupfwespen einfach und lassen sich beim nächsten Saug- oder Wischvorgang einfach aufsaugen bzw. wegwischen.

Weitere Ratgeber-Artikel von uns

Kleidermotten erkennen

Kleidermotten erkennen Kleidermotten sind für die Gesundheit der Menschen zwar... mehr lesen